OB Eschenbacher informiert sich bei der Druckerei Lerchl

Leistungsfähiger Betrieb

Gute Gespräche (v.l.) Siegfried Lerchl, OB Tobias Eschenbacher, Referatsleiterin Mathilde Hagl und Alexander Lerchl. (Foto: Stadt Freising)
Gute Gespräche (v.l.) Siegfried Lerchl, OB Tobias Eschenbacher, Referatsleiterin Mathilde Hagl und Alexander Lerchl. (alle Fotos: Stadt Freising)

Seine regelmäßigen Betriebsbesuche haben Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher kürzlich in die Liebigstraße 32 zur Druckerei Lerchl geführt. Gemeinsam mit Mathilde Hagl, Leiterin des Referats für Wirtschaft, Finanzen und Liegenschaften, unternahm Eschenbacher einen ausführlichen Rundgang durch alle technischen Abteilungen – von der Druckvorstufe über den eigentlichen Druckbereich  bis hin zur Buchbinderei. Dabei präsentierten Firmeninhaber Siegfried Lerchl und sein Sohn, Betriebsleiter Alexander Lerchl, nicht nur den modernen Gerätepark und das große Leistungsspektrum des mittelständischen Unternehmens, sondern öffneten für die Gäste auch Maschinen, um die komplizierten technischen Verfahren erlebbar zu machen.

Letzte Offsetdruckerei Freisings

Brennt für seinen Beruf: Betriebsleiter Alexander Lerchl (Bildmitte) vor einer Buchdruckmaschine.
Brennt für seinen Beruf: Betriebsleiter Alexander Lerchl (Bildmitte) vor einer Buchdruckmaschine.
Papierlauf einer Offsetdruckmaschine.

Noch vor etwa 60 Jahren waren in Freising elf Buch- und Offsetdruckereien aktiv. Heute ist die Firma „Lerchl Druck“ die einzige Vertreterin des Gewerbes. In Zeiten, in denen fast alle Haushalte einen Computer mit angeschlossenem Drucker haben, tun sich Profis schwer. Vor allem aber macht der Online-Handel vielen Traditionsfirmen zu schaffen. In diesem oft ungleichen Konkurrenzkampf hat sich der Familienbetrieb Lerchl behauptet: „Qualität, Leistungsstärke und ein umfassender Service, der Kunden als echte Partner versteht“, bezeichnen Siegfried und Alexander Lerchl als Erfolgsgaranten. 

Ein großes Anliegen ist ihnen eine nachhaltige Produktion: „Wir sind PEFC zertifiziert“, berichtete Alexander Lerchl stolz. Das unabhängige, streng kontrollierte Siegel garantiere, dass ausschließlich Papier aus nachhaltigem Anbau zum Einsatz komme. „Wir verwenden außerdem ökologische Druckfarben, unsere Belichtung und die Druckplatten sind chemiefrei und wir recyceln nicht nur Papierreste, sondern auch unsere Aluminium-Druckplatten.“ Diese Maßnahmen dienten der Umwelt „und, genauso wichtig, der Gesundheit unserer Beschäftigten – denn früher wurden Drucker nicht sehr alt“, ergänzte der Firmenchef.

Reminiszenz an alte Zeiten

Noch vor 50 Jahren wurden Lettern aus Blei verwendet und per Hand zusammengesetzt. (Foto: Stadt Freising)
Noch vor 50 Jahren wurden Lettern aus Blei verwendet und per Hand zusammengesetzt.

Zurückversetzt in jene Zeit, als  sich Josef Lerchl und seine Frau Maria – die Eltern des heutigen Firmeninhabers – anno 1951 den Traum von der Selbstständigkeit erfüllten und zunächst im privaten Wohnzimmer das Druckerhandwerk aufnahmen, fühlten sich OB Eschenbacher und Mathilde Hagl beim Anblick eines alten Setzkastens mit Bleibuchstaben. Fasziniert nahmen sie einzelne Lettern in die Hand, zogen Schubläden mit verschiedenen Schriftarten, - größen und –schnitten heraus. „Damals war alles Handarbeit, heute funktioniert alles digital – und dazwischen liegen Welten“, resümierte Siegfried Lerchl.  Ein Beispiel: Die Produktion des von der Stadt herausgegebenen, 44-seitigen „Freisinger Jahresspiegels“ mit einer Auflage von 28.000 Exemplaren hätte früher viele Wochen in Anspruch genommen, vor allem wegen der Satzarbeiten; Lerchl-Druck hat die Broschüre im vergangenen Jahr innerhalb von vierzehn Tagen hergestellt und ausgeliefert.

Betriebsleiter Alexander Lerchl (links) öffnete für die Gäste der Stadt Freising den CTP-Belichter. (Foto: Stadt Freising)
Betriebsleiter Alexander Lerchl (links) öffnete für die Gäste der Stadt Freising den CTP-Belichter.

Vieles, was früher von Hand erledigt werden musste, geschieht heute am Computer. So werden Druckdaten digital angeliefert, wobei die Druckerei Lerchl auch Grafik- und Layoutarbeiten übernimmt.  OB Eschenbacher und Mathilde Hagl schauten zu, wie in der Druckvorstufe die Daten überprüft und dann auf einer Druckplatte in der korrekten Seitenfolge platziert wurden – „ausschießen“ heißt das in der Fachsprache. Anschließend konnten die Gäste der Stadtverwaltung die Herstellung einer Offsetdruckplatte mitverfolgen: Alexander Lerchl öffnete dafür den CTP-Belichter, spannte eine Aluminiumplatte ein und erläuterte den Prozess der Laserbelichtung.

Moderner Maschinenpark

Als Drucker ist Roman Lohmeir (links) nicht nur technisch gefordert, er benötigt auch ein gutes Auge für Formen und Farben. (Foto: Stadt Freising)
Als Drucker ist Roman Lohmeir (links) nicht nur technisch gefordert, er benötigt auch ein gutes Auge für Formen und Farben.
Der hauseigene "Freisinger Verlag" ermöglicht es Siegfried Lerchl, Bücher und andere Drucksachen auch herauszugeben. (Foto: Stadt Freising)
Der hauseigene "Freisinger Verlag" ermöglicht es Siegfried Lerchl, Bücher und andere Drucksachen auch herauszugeben.

Die technischen Fortschritte ersetzen gleichwohl nicht das gute Auge eines Druckers, um das perfekte Farbverhältnis zu erzielen. Der Oberbürgermeister kletterte auf eine der Heidelberger Printmaster und beobachtete, wie Farbe für die laufende Produktion eines Prospekts zugegeben wurde. Auch die Endverarbeitung mit Stanzen, Prägen, Rückstichheften, Klammern, Falzen, Perforieren oder Zellophanieren war Teil der aufschlussreichen Besichtigung, ebenso wurde ein Laserdrucker in Augenschein genommen. Bei einer Schneidemaschine, an der gerade Visitenkarten fertiggestellt wurden, erfuhren die Gäste, dass diese Kärtchen zunehmend gefragt seien: „Aber keine Null-acht-fünfzehn-Massenprodukte, vielmehr möchten sich die Leute wieder individueller präsentieren“, erzählte Alexander Lerchl. Dabei seien, wie insgesamt bei der Geschäftsausstattung, schöne und teure Papiere gefragt. 

Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher und Referatsleiterin Mathilde Hagl konnten sich bei dem Rundgang davon überzeugen, dass der moderne Maschinenpark für Effektivität und Schnelligkeit bei der Druckproduktion sorgt. Dem Traditionsbetrieb mit seinen 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünschten sie weiterhin viel Erfolg und immer volle Auftragsbücher.

Weitere Impressionen von der Besichtigung

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