Auf der folgenden Seite können Sie sich rund um das Thema REACT-EU informieren. Die Stadt Freising wurde mit einem Maßnahmenbündel bestehend aus acht Teilmaßnahmen ausgewählt, die innerhalb des Sanierungsgebietes II Altstadt umgesetzt werden.

Der Wiederaufbaufonds der Europäischen Union stellt den Regionen Europas über das Programm REACT-EU Mittel zur Verfügung, um damit die Krisenbewältigung im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und den Übergang zu einer nachhaltigen, digitalen und insgesamt zukunftsfähigen Wirtschaft zu unterstützen. Die Mittel aus REACT-EU sollen zudem einen substanziellen Beitrag zu den europäischen Klimaschutzzielen leisten.

Die Stadt Freising wurde mit einem Maßnahmenbündel aus acht Maßnahmen ausgewählt, die innerhalb des bestehenden Sanierungsgebietes II Altstadt (Altstadt und Domberg Freising mit den frühen Siedlungserweiterungen) umgesetzt werden.

Die Stadt Freising kündigt an, Planungsleistungen für die einzelnen Maßnahmen aus dem Maßnahmenbündel zu vergeben. Die Vergabe an die Büros wird entsprechend folgender Kriterien erfolgen: Wirtschaftlichkeit, Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Innovationspotential.

Nachfolgend sind die einzelnen Maßnahmen kurz erläutert.

Freiraumkonzept Stadtmoosach

Die Moosacharme sind prägendes Element in der historischen Stadtstruktur von Freising. In der Vergangenheit Lebensader und bedeutender Wirtschaftsfaktor sind die Fließgewässer heute Teil der besonderen Lebensqualität und müssen auch in diesem Sinne gestärkt und wieder erlebbarer werden. Die Relikte von historischen Mühlen und Wasserbewirtschaftung sind auf Grundlage des Plans zur städtebaulichen Denkmalpflege zu schützen und zu pflegen.

Die Planungsleistungen für das Projekt A1 „Freiraumkonzept Stadtmoosach“ sollen zu Beginn des Monats April vergeben werden. Interessierte Büros werden gebeten, sich mit der Vergabestelle der Stadt Freising unter vergabestelle@freising.de in Verbindung zu setzen.

Städtebauliche Studie Bahnhofstraße und Umsetzung

Das Einbeziehen des Gebiets der Bahnhofstraße bei der Neuaufstellung der Sanierungssatzung betont die Bedeutsamkeit sowohl der Verbindung Bahnhof – Innenstadt als auch der Funktion als (historischer) Stadteingang.

Die Planungsaufgabe besteht darin, die Bahnhofstraße und das Potenzial als historischer Stadteingang wieder stärker herauszuarbeiten und als fußläufigen Auftakt in die Altstadt weiter zu entwickeln.

Die Verbesserungen der Erschließungssituation sind insbesondere im Hinblick auf die im Jahre 2024 stattfindende Landesausstellung und mögliche Haltemöglichkeiten für Reisebusse zu betrachten. Dazu gehört eine Anpassung der Bahnhofstraße sowie die Entwicklung eines Leitsystems für die Zeit der Landesausstellung samt gestalterischer Aufwertung durch Bepflanzungselemente und Sitzmöglichkeiten, um die Besucher der Stadt vom Bahnhof kommend willkommen zu heißen.

Die Planungsleistungen für das Projekt B2 „Städtebauliche Studie Bahnhofstraße inkl. Umsetzung“ sollen im Laufe des Monats März vergeben werden. Interessierte Büros werden gebeten, sich mit der Vergabestelle der Stadt Freising unter vergabestelle@freising.de in Verbindung zu setzen.

Konzeption Leerstände und Aktualisierung Einzelhandelskonzept

Handel und Versorgung sind zentrale Themen in einer funktionierenden Innenstadt. Neben baulicher Gestaltung kommt den Nutzungen und deren Attraktivität eine große Bedeutung zu. Bereits in der Innenstadtkonzeption (ISEK) aus dem Jahr 2011 wurde dies beschrieben und basierend darauf als erste Maßnahme ein Einzelhandelsentwicklungskonzept erstellt (2012). Die Leerstände in der Innenstadt von Freising wurden im Zuge des Plans zur städtebaulichen Denkmalpflege (2017), einer internen Prüfung (2018), sowie der Nachverdichtungsstudie (2019) erhoben. Deren einzelne Ergebnisse wurden 2021 zusammengetragen und die Leerstände erneut mittels Begehungen geprüft.

Der Großteil der im Altstadtbereich leerstehenden Gebäude ist ferner aufgrund von Sanierungsstau derzeit nicht bewohnbar. Mit Hilfe der Sanierungssatzung, dem Gestaltungshandbuch, dem kommunalen Förderprogramm und der kostenlosen Sanierungsberatung liegen der Stadt Freising bereits Instrumente vor, einen Anreiz für die Sanierung und Instandsetzung von Leerständen zu bieten und Eigentümer*innen dabei zu unterstützen. Im Zuge der Corona Pandemie besteht zudem die Gefahr, dass sich die Leerstände, insbesondere von Gewerbeeinheiten, in der Innenstadt erhöhen.

Die Planungsleistungen für das Projekt B5 „Konzeption Leerstände und Aktualisierung Einzelhandelsentwicklungskonzept“ sollen Anfang des Monats Juni vergeben werden. Interessierte Büros werden gebeten, sich mit der Vergabestelle der Stadt Freising unter vergabestelle@freising.de in Verbindung zu setzen.

Umgestaltung des Platzbereichs am Aufgang Lindenkeller sowie Umsetzung

Als die Stadt Freising Mitte der 1950er Jahre die Johannisstraße als Teil des Altstadtrings anlegen ließ und die Vöttinger Straße durch Abbruch mehrerer Anwesen unterhalb des „Veitsbergs“ aufgeweitet wurde, gerieten über Jahrhunderte gewachsene städtebauliche Zusammenhänge durcheinander. Die Bedürfnisse nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer spielen – in wörtlichem Sinn – lediglich am Rande eine Rolle. Das Vorfeld des Lindenkellers bietet somit im jetzigen Zustand, von den Konzepten der „autogerechten Stadt“ geprägt, wenig Aufenthaltsqualität und ist von Verkehr, Parkplätzen und Erschließung dominiert. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in der Stadtplanung, der Art wie zukünftige Mobilität aussehen kann und der Diskussion um die Nutzung und Neuinterpretation des öffentlichen Raums, bietet sich die Gelegenheit, das Umfeld des historischen Lindenkellers neu zu denken und neu zu gestalten.

Für den „Platzbereich an der Karlwirtskreuzung“ wird in einem ersten Schritt ein hochwertiges Gestaltungskonzept entwickelt, das die Wahrnehmbarkeit und Aufenthaltsqualität des Plat­zes erhöht und die Verbindung des öffentlichen Raums vom unteren Platzbereich nach oben zum kulturellen Hotspot Lindenkeller stärkt. Hierbei sollen neben Belagsarbeiten, der Entwicklung von einladendem Mobiliar, der Umorganisation der Stellplätze und die Umsetzung eines Lichtkonzeptes,  klimagerechte und klimaangepasste Planungselemente enthalten sein. Die Umsetzung der Planung ist somit als wichtige Initialzündung zu verstehen, welche die Potentiale und Entwicklungsmöglichen dieses Ortes aufzeigt und zu weiteren Schritten, wie einer kompletten Umgestaltung der Verkehrserschließung der Karlwirtskreuzung anregt.

Die Planungsleistungen für das Projekt D1 „Umgestaltung des Platzbereichs am Aufgang Lindenkeller inkl. Umsetzung“ sollen im Laufe des Monats März vergeben werden, die Elektrofachplanung zur Umsetzung des Lichtkonzeptes soll im Laufe des Monats August vergeben werden. Interessierte Büros werden gebeten, sich mit der Vergabestelle der Stadt Freising unter vergabestelle@freising.de in Verbindung zu setzen.

Beschilderungskonzept

Die Freisinger Altstadt ist das pulsierende Herz Freisings. Neben dem Zentrum von Einzelhandel und Gewerbe und den ca. 4.500 Einwohnern (entspricht fast 10% der Gesamtbevölkerung) befinden sich in diesem Stadtteil u.a. ein Kindergarten, diverse Schulen, öffentliche-, kulturelle- und soziale Einrichtungen, das Rathaus und Bürgerbüro, Touristeninfo, der Marktplatz, Altersheime, das Asamgebäude mit Theatersaal und Stadtmuseum, Pfarrgemeinden, der Domberg, Amtsgericht und Sporteinrichtungen.

Sowohl die Einrichtungen, Sehenswürdigkeiten und Orte innerhalb der Altstadt als auch die interessanten Institutionen außerhalb der Innenstadt (z.B. Universität und Fachhochschule, Staudensichtungsgarten, Landratsamt, europäisches Künstlerhaus, Isar et.) sollen im Rahmen des REACT-EU Projektes mittels eines abgestimmten und eindeutigen Beschilderungskonzepts ausgewiesen werden. Diese Maßnahme wurde bereits im ISEK beschrieben.

Die Planungsleistungen für das Projekt D2 „Beschilderungskonzept“ sollen Anfang des Monats April vergeben werden. Interessierte Büros werden gebeten, sich mit der Vergabestelle der Stadt Freising unter vergabestelle@freising.de in Verbindung zu setzen.

Ausstattung Innenstadt Mobiliar

Aktion „Klappständer“

Im Rahmen der Maßnahme D3 der Innenstadt Förderinitiative REACT-EU organisiert die Stadt Freising eine Werbeaktion für alle Einzelhändler*innen innerhalb des Geltungsbereichs der Richtlinie zur Sondernutzung in der Innenstadt. Interessierten Einzelhändler*innen wird zu Werbezwecken je ein der Richtlinie entsprechender Holzklappständer mit Kreidetafel kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Förderprogramm „Außengastronomie“

Eine attraktive Außengastronomie belebt die Innenstadt, lädt zu verweilen und einkaufen ein und trägt zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft in Innenstädten bei. Dabei sollen der Richtlinie zur Sondernutzung in der Innenstadt entsprechende Tische, Stühle und Sonnenschirme mit einer Förderung von 30% der Kosten bis maximal 2.000 Euro pro Antragstellenden gefördert werden. Falls eine Neuanschaffung der gesamten Außenmöblierung einer Freischankfläche vorgenommen wird, behält sich die Stadt Freising im Einzelfall vor, einen höheren Zuschuss zu gewähren.

Förderprogramm „Mobiles Grün in der Innenstadt“

Die zusätzliche Begrünung der Innenstadt führt zu einem attraktiven Erscheinungsbild und trägt positiv zur Klimaanpassung in der Innenstadt bei. Dabei sollen der Richtlinie zur Sondernutzung in der Innenstadt entsprechend Begrünungsmaßnahmen (Begrünungselemente, Begrünungssubstrate und mehrjährige Pflanzen) mit einer Förderung von 30% der Kosten bis maximal 1000 Euro pro Antragstellenden gefördert werden.

 

Die freiberuflichen Leistungen für das Projekt D3 „Ausstattung Innenstadt – Stadtmobiliar – Aktion Klappständer“ sollen im Laufe des Monats September 2022 vergeben werden. Interessierte Büros werden gebeten, sich mit der Vergabestelle der Stadt Freising unter vergabestelle@freising.de in Verbindung zu setzen.

Quartiersbox

Die Stärkung der Innenstadt als Haupteinkaufslage Freisings ist ein erklärtes Ziel des ISEKs. Die Quartiersbox ermöglicht es, die Freisinger Innenstadt in ihrer Funktion und Attraktivität als Einkaufs-, Arbeits-, Wohn- und Erlebnisort zu fördern und zu stärken. So können, insbesondere interessant an den Markttagen, Schließfächer nach dem Einkauf einen weiteren Aufenthalt in der Innenstadt, z.B. für Gastronomie, ermöglichen.

In die Quartiersbox können sich zudem Besucher*innen und Anlieger*innen Einkäufe und Waren von teilnehmenden Shops, vorwiegend der Freisinger Innenstadt, liefern lassen und diese zeitlich flexibel abholen. Die Quartiersboxen bieten zusätzlich eine intelligente Schließfachfunktion: die Fächer können auch für den Eigenbedarf als normales Schließfach gemietet und zum Teilen/ Tauschen von Waren genutzt werden. Die Schließfunktion kann mit einer App gesteuert werden. Dies macht sie für eine breite Bevölkerungsschicht attraktiv.

Aufwertung und Zwischennutzung Geigenberger Areal

Die Stadt Freising ist Eigentümerin des in unmittelbar zu Innenstadt gelegenen Geigenberger Areals und dessen Gebäudlichkeiten. Diese sind entlang der Wippenhauser Straße derzeit größtenteils vermietet. Im Westen des Grundstückes befindet sich ein ehemals als Werkstatt genutzter Gebäudeteil, der derzeit allerdings zweigeschossig aufgegeben wurde und nun leerstehend ist. Eine temporäre, in etwa fünfjährige Zwischennutzung zeigt sich dabei nur mit baulichen Anpassungen im Rahmen des Förderantrags REACT-EU sinnvoll.

Aus Sicht der Stadt Freising bietet insbesondere das leerstehende und geräumige Gebäude im Westen des Areals, die Möglichkeit vielfältige Nutzungen zu ermöglichen, die u.a. unter den aktuellen Baumaßnahmen (insbesondere Innenstadt-Neugestaltung und Generalsanierung des Asamgebäudes als Kultur- und Bürgerzentrum) sowie der Corona-Pandemie kürzer gekommen sind, aber dennoch Gebäudlichkeiten im Innenstadtbereich beanspruchen.


Alle Maßnahmen sind Teil eines Maßnahmenbündels, gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) als Teil der Reaktion auf die Covid-19- Pandemie


Ihr Kontakt

Stadt Freising
Amt für Stadtplanung und Umwelt
Amtsgerichtsgasse 1
85354 Freising
​​​​​​​​​​​​​​stadtplanung-umwelt@freising.de

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