Um das Sport- und Bewegungsangebot in Freising voranzubringen, hat die Stadt Freising im Oktober 2017 das Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam mit der Erstellung einer "integrierten Sportentwicklungsplanung" beauftragt. Damit war von Anfang an klar, dass es bei der Untersuchung nicht nur klassisch um den Zustand und den Bedarf von Sportstätten geht, sondern um die Gestaltung einer sport- und bewegungsfreundlichen Stadt – für den Schulsport, für den Vereinssport und für selbst organisierten Sport. Den Prozess begleitete eine Steuerungsgruppe unter Vorsitz des ehemaligen Bürgermeisters Hans Hölzl, der Vertreter*innen der politischen Fraktionen, der Verwaltung und des organisierten Sports angehörten.

Befragung der Freisinger*innen

Einbezogen wurde auch die Freisinger Bevölkerung: Fragebögen an 5.000 stichprobenartig ausgewählte Bürger*innen wurden versandt und diese zu ihrem Sport- und Bewegungsverhalten und zu ihren Wünschen befragt. Mit Blick auf die ausgezeichnete Rücklaufquote von gut 28 Prozent ist das Ergebnis hochrepräsentativ. 84 Prozent der Befragten gaben an, sport- bzw. bewegungsaktiv zu sein. Hauptmotive sind, das „Wohlbefinden zu steigern“, „Spaß an der Bewegung zu haben“ sowie „etwas für die eigene Gesundheit zu tun“. Weitere wichtige Erkenntnis: Etwa die Hälfte nutzen dafür den öffentlichen Raum, also Parkanlagen, Straßen, Rad- und Waldwege. Bei den beliebtesten Sportarten rangiert Radfahren auf Position eins, gefolgt von Joggen, Spazierengehen, Schwimmen und Fitnesstraining. Die beliebteste Mannschaftssportart ist Fußball. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass selbst organisierter Sport an Bedeutung zunimmt. Dem gilt es bei künftigen Planungen Rechnung zu tragen.

Weiterhin wurden Sportvereine und Schulen einbezogen, um den Status quo sowie Anforderungen zu erfassen. Etwa 50 Prozent der Vereine sehen bei den Hallentrainingszeiten Probleme, sie wünschen sich zusätzliche Zwei- und Dreifachhallen sowie gut ausgestattete Fitness-, Gymnastik- und Krafträume. Den Schulen drückt wiederum vor allem bei den Freiflächen der Schuh. Dank der gründlichen Befragungen liegt somit ein umfassendes Bild der Bedarfe und Erwartungen vor.

Ganzheitlicher Blick

Ein weiteres Kernstück der Planung bildete die sorgfältige fachliche Begutachtung aller Sportanlagen – und daraus abgeleitet der Investitions- und Sanierungsaufwand. Resümierend stellt das INSPO fest, dass Freising qualitativ gut aufgestellt ist, bei den Sportstätten aber quantitativ nachgesteuert werden muss. Sämtliche Ergebnisse wurden der Steuerungsgruppe im Juni 2018 vorgestellt, anschließend vom INSPO zu Handlungsempfehlungen verdichtet und die Vorschläge im Rahmen eines Beteiligungsworkshops mit Sportvereinen und Schulen durch weitere Impulse aus der Praxis bereichert. Im Februar 2019 wurde die Studie den Stadträt*innen im zuständigen Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport abschließend vorgestellt.

Empfehlungen

Mit Blick auf die Hallenengpässe ist die Stadt mit dem geplanten Neubau von drei Sporthallen (Schulen Vötting, SteinPark und Lerchenfeld) auf einem guten Weg, um den Bedarf von Schul- und Vereinssport abzudecken. Empfohlen wird jedoch, Schul- und Vereinsbedarf künftig zusammenzudenken, Sporthallen und -anlagen für die Bevölkerung zu öffnen sowie Bürger*innen- und Vereinssport zusammenzuführen. Das lässt sich am besten bei multifunktional nutzbaren Sportanlagen verwirklichen, die auch für Freizeitsportler*innen attraktiv sind. Luitpoldanlage und Savoyer Au sind demnach für eine multifunktionale Aufwertung besonders geeignet. Um selbst organisierten Sport zu fördern, soll eine sport- und bewegungsfreundliche Stadtinfrastruktur geschaffen werden, zum Beispiel durch die Ausweitung des Radwegenetzes und Lauf- und Skaterstrecken in Wohnortnähe.

Die To-do-Liste beinhaltet auch Hinweise für Sportvereine, wie sie zum Beispiel durch Schnupperangebote und Kurzmitgliedschaften neue Mitglieder gewinnen können. Geraten wird dazu, familienfreundliche Angebote in das Programm aufzunehmen (Lauf- und Fahrradgruppen) sowie die Zielgruppe Senior*innen stärker zu berücksichtigen.

Weitere Informationen rund um die Sportentwicklungsplanung

Nach oben