Klimagerechter Städtebau

Auf der folgenden Seite können Sie sich über das Thema klimagerechter Städtebau und die damit verbundenen Planungen in Freising informieren.

Freising wird Modellkommune

Toller Erfolg! Die Große Kreisstadt Freising und ihr ambitioniertes Konzept für modernen, klimagerechten Städtebau ist vom Bayerischen Staatsministerium für Bauen, Wohnen und Verkehr als eine von acht Modellkommunen ausgewählt worden. Stadtbaumeisterin Barbara Schelle, die mit ihrem Team die Bewerbung ausgearbeitet hatte, sieht sich bestätigt in den bereits formulierten Schwerpunkten: "Durch das Klimaanpassungskonzept der Stadt Freising soll ein Beitrag zur  Umsetzung klimagerechter, zukunftsweisender städtischer Projekte und Bauvorhaben sowie Stadtentwicklungs-, Freiraum- und Landschaftsplanungen geleistet und damit langfristig die Resilienz der Stadt Freising gegenüber dem Klimawandel erhöht werden – denken wir nur an Anpassungen wegen Starkregenereignissen und Überschwemmungen oder Überhitzungseffekte."

Ziel soll ein fundierter Anwendungskatalog sein, der als Handlungsempfehlung und Umsetzungshilfe für Politik und Verwaltung dienen kann. Darüber hinaus sind die Schaffung von durchgrünten Stadträumen, die Frischluftversorgung insbesondere der dicht bebauten Innenstadtbereiche, aber auch nachhaltig gestalteten Bauprojekte und gut nutzbaren Freiräume für die Bewohner*innen der Stadt Freising Grundgedanken des beabsichtigten Klimaanpassungskonzepts Freising 2050.

Klimaanpassung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, das Klima zu schützen und sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, unterstreicht auch die Regierung: Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hatte daher im Juni alle Kommunen in Bayern aufgerufen, sich für das neue Modellvorhaben "Klimagerechter Städtebau" zu bewerben. Ein Auswahlgremium unter Beteiligung von Städte- und Gemeindetag hat nun acht Städte und Gemeinden ausgewählt. Die Modellkommunen sollen bei der Erarbeitung von Stadtklimakonzepten unterstützt und die Ergebnisse allen bayerischen Kommunen als übertragbare Lösungsansätze zur Verfügung gestellt werden.

"Mit unserem Modellvorhaben 'Klimagerechter Städtebau' wollen wir Impulse für eine nachhaltige Entwicklung unserer Städte und Gemeinden setzen", sagt Bauministerin Kerstin Schreyer nach der Sitzung des Auswahlgremiums. "Unsere gebaute Umwelt und ausgeglichene klimatische Verhältnisse haben enormen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen. Deshalb müssen wir auf kommunaler Ebene Strategien entwickeln und Strukturen schaffen, die eine Anpassung an den Klimawandel und seine lokalen Folgen ermöglichen", so Schreyer weiter.

Bis zum 31. August waren zahlreiche Bewerbungen aus allen Regierungsbezirken beim Bauministerium eingegangen, heißt es dazu in einer Medieninformation aus München. Sowohl größere Städte als auch Gemeinden im ländlichen Raum hätten sich mit unterschiedlichen Projektideen beworben. Das Auswahlgremium hat daraus nun acht Teilnehmer ausgewählt – Freising, Landshut, Deggendorf, Neumarkt i.d.OPf., Coburg, Schwabach, Lohr am Main und Memmingen.

"Ich bin beeindruckt von der Qualität der Bewerbungen und freue mich, dass nun mit den Planungen begonnen werden kann", sagt Bauministerin Schreyer. In den nächsten Monaten werden die Modellkommunen Stadtklimakonzepte für ihr jeweiliges Gemeindegebiet und ausgewählte Quartiere erarbeiten. Dabei werden sie vom Bauministerium fachlich beraten und finanziell unterstützt. Ziel ist es, ein städtebauliches Planungsinstrument zu erproben, dass die Kommunen bei Entscheidungsprozessen der zukünftigen Stadtentwicklung unterstützt. In einem ersten Planungsschritt sollen klimarelevante Räume identifiziert und bewertet werden. Darauf aufbauend sollen in einem zweiten Schritt städtebauliche Anpassungsmaßnahmen und Umsetzungsstrategien entwickelt werden. Die Lösungsansätze sollen beispielgebend und übertragbar für andere bayerische Kommunen sein. Barbara Schelle: "Die Stadt Freising wurde belohnt für ihr bereits gezeigtes Engagement für eine klimaresilienten Stadtentwicklung und wird diese Richtung entscheidend vertiefen können!"


Das Klimaanpassungskonzept KLAPS 50 geht an den Start

Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat mit einer digitalen Auftaktveranstaltung im Dezember den Projektbeginn mit allen acht Modellkommunen offiziell eingeleitet. Seither sind die Vorbereitungen auf Verwaltungsebene in vollem Gange um das städtische Klimaanpassungskonzept auszuschreiben. Das Projekt soll durch eine Planungsgemeinschaft aus Landschaftsarchitekt*innen, Stadtplaner*innen und Klimatolog*innen erarbeitet werden.

In einem ersten Schritt erfolgen die Bestandsaufnahme und die Bewertung der vorhandenen Situation des gesamten Stadtgebiets, die Ergebnisse der Bestandsanalyse werden in einer GIS-Anwendung als Stadtklimamodell zusammengefasst und ausgewertet. Die abgeschlossene Analyse zeigt schließlich Risiken und Chancen der Klimaanpassung auf und beschreibt lokale Gefährdungsschwerpunkte.

Auf Grundlage der vorangegangenen Analyse sollen Handlungsfelder definiert und thematisch gebündelt werden. Darauf aufbauend werden im Rahmen des Klimaanpassungskonzeptes für das Stadtgebiet übergeordnete, strategische sowie konkrete, lokale Maßnahmen entwickelt, die dazu beitragen, die klimaökologische Situation in Freising zu verbessern. Die Maßnahmen werden anschließend in einem Maßnahmenkatalog beschrieben. Der gesamte Stadtbereich wird in einem räumlich verorteten Gesamtplan dargestellt und erarbeitet. Für die identifizierten Gefährdungsschwerpunkte werden auf Quartiersebene eigene Teilpläne erstellt, die die optimale Anpassung an die zunehmende Hitzebelastung und Starkregenereignisse aufzeigen. Die bereits bestehenden Konzepte der Stadt Freising fließen in das Stadtklimamodell ein. In einem Aktionsplan wird die Umsetzung der festgelegten Maßnahmen für klimaresiliente und flächenschonende Planungen beschrieben und eine Wirkanalyse abschließend die Ergebnisse bekräftigen.

Begleitend dazu soll das Projekt fortlaufend dem Stadtrat, dem Freisinger Klima- und Energiebeirat, den relevanten Akteuren sowie allen interessierten Bürger*innen vorgestellt werden.

Ihr Kontakt

Amt für Stadtplanung und Umwelt der Stadt Freising
Amtsgerichtsgasse 1
85354 Freising
​​​​​​​stadtplanung-umwelt@freising.de​​​​​​​


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