Das Stadtarchiv Freising ist die älteste Kultureinrichtung der Stadt Freising. Auf den folgenden Seiten haben Sie die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Arbeit des Stadtarchivs sowie dessen vielfältige Archiv- und Bibliotheksbestände zu verschaffen. Zudem erhalten Sie hier praktische Informationen für Ihren Besuch sowie zu den Veranstaltungen und den Publikationen des Stadtarchivs.

Corona - Hinweise Stand 1. April 2022

Bitte beachten Sie:

Der Besuch des Stadtarchivs ist zu den Öffnungszeiten möglich. Auf Grund der nach wie vor hohen Infektionszahlen hat die Stadtverwaltung Freising zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger sowie des Personals beschlossen, dass hierfür jedoch ein Termin vereinbart werden muss, um unnötige Kontakte und Wartezeiten gering zu halten.           

Wir bitten Sie sich daher im Vorfeld ihres Archivbesuches unter der Telefonnummer 08161/54-44710, oder schriftlich, unter der Mail-Adresse stadtarchiv@freising.de, für die Nutzung des Lesesaales anzumelden.

Weiterhin möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die Maskenpflicht bei einem Besuch des Stadtarchivs ebenfalls erhalten bleibt. Für die Nutzung des Lesesaals ist es daher notwendig, mindestens einen medizinischen Mund-Nase-Schutz zu tragen.    

  
Die 2G- und 3G-Regelungen entfallen. Besucherinnen und Besucher werden auf Grund der hohen Inzidenz aber gebeten, ein aktuelles negatives Corona-Testergebnis vorzuweisen. Ein Selbsttest vor Ort ist nicht möglich.

Archivbesuch

Die Bestände des Stadtarchives reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Damit  spiegeln sie fast 700 Jahre Stadtgeschichte wider und machen es zu einem Ort einmaligen historischen Wissens über Freising und seine Umgebung.

Zugleich ist das Stadtarchiv Freising eine öffentliche Einrichtung: Die unterschiedlichen, stets wachsenden Archivbestände wie Urkunden, Akten, Pläne, Grafiken, Fotografien, Postkarten oder Musikalien können zu den Öffnungszeiten von jeder Interessentin und jedem Interessenten im Lesesaal eingesehen werden - ob aus einer wissenschaftlichen, heimatkundlichen, familienkundlichen oder auch anderweitigen Perspektive heraus.

Öffnungszeiten und Kontakt

Öffnungszeiten
Montag bis Mittwoch: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr
Donnerstag: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 17:30 Uhr
Freitag: 8:00 - 12:00 Uhr
sowie nach Vereinbarung


Kontakt
Stadtarchiv Freising
Major-Braun-Weg 12
(Zimmer-Nr. 1.07 bis 1.10)
Telefon 08161/54-44710
Telefax 08161/54-54700
stadtarchiv@freising.de


Neueste Berichte

Jahresbericht des Stadtarchivs Freising 2020

Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen konnte das Stadtarchiv Freising im Jahr 2020 seinen Betrieb durch Homeoffice-Regelungen weitgehend aufrechterhalten. Der Lesesaalbetrieb musste während der Beschränkungen immer wieder unterbrochen werden. 

Mit den nachfolgenden kurzen Berichten können Sie sich einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Beständeorganisation, der Erschließung und der Archivbenutzung verschaffen. Zudem stellen wir Ihnen die bedeutendsten Archivalienzugänge des vergangenen Jahres sowie einzelne erfolgte Maßnahmen der Bestandserhaltung vor. Am Ende des Berichts finden sie Informationen zu vergangenen Veranstaltungen unserer historischen Bildungsarbeit sowie Hinweise für geplante Veranstaltungen in den kommenden Monaten.

Jahresbericht des Stadtarchivs Freising 2020


Das Archivstück des Monats

Das Stadtarchiv besitzt eine enorme Quantität und Vielfalt an Zeugnissen aus den vergangenen Jahrhunderten der Stadtgeschichte. Jeden Monat erhalten Sie hier einen tieferen Einblick in unsere Bestände, indem wir Ihnen ein besonderes Archivstück präsentieren und beschreiben.

Falls Sie Interesse an weiteren interessanten Archivstücken besitzen, können sie auf unserer Publikationsseite die weiteren "Archivstücke des Monats" aus den vergangenen Monaten und Jahren nachlesen.


Mai 2022 - Die Freisinger Seminarmadonna. Andachtsbilder aus dem 18. Jahrhundert

Zu den Einrichtungen, die das barockzeitliche Freising besonders nachhaltig prägten, gehörte die fürstbischöfliche Hochschule am Marienplatz (auch „Seminar“ oder „Lyzeum“ genannt). Sie hatte insgesamt 106 Jahre Bestand: 1697 war sie eröffnet, 1803 infolge der Mediatisierung und des Endes der fürstbischöflichen Herrschaft geschlossen worden. Die breite humanistische Lehre, die hier von Professoren des Benediktinerordens dargeboten wurde, hatte Studenten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum angezogen. Eindrucksvolles Zeugnis des einstigen Hochschulbetriebs ist das weitgehend unverändert erhaltene Hochschulgebäude, eine Vierflügelanlage, die das Gelände zwischen Marienplatz und Stadtmoosach einnimmt (heute stark vereinfachend „Asamgebäude“ genannt). Räumlicher und baukünstlerischer Höhepunkt ist die ehemalige Hochschulaula mit den Deckenfresken von Georg Asam (seit 1949 als „Asamsaal“ bezeichnet).

Während des 18. Jahrhunderts war die Hochschulaula, die man zugleich auch als Hochschulkirche nutzte, ein bedeutender Ort der Spiritualität. Das spirituelle Interesse galt dabei einer Marienfigur, die man dort kurz nach Vollendung der Aula im Jahr 1709 auf dem Hauptaltar aufgestellt hatte (ungefähr im Bereich der heutigen Theaterbühne). Diese Figur war wenige Jahre zuvor, 1703, vom Rhetorikprofessor Pater Wolfgang Rinswerger beim Münchner Hofbildhauer Wolfgang Leuthner in Auftrag gegeben worden. Hintergrund für diese Bestellung war die Tätigkeit der Freisinger Marianischen Kongregation, die Rinswerger 1698 ins Leben gerufen hatte. Ihr gehörten Studenten, Bürger, aber auch Fürstbischof Johann Franz Eckher sowie verschiedene Domkapitulare an. Die Mitglieder dieser Vereinigung verpflichteten sich zu einer gottgefälligen und frommen Lebensweise. Die Marienfigur, für die zeitgenössisch bald die Bezeichnung „Seminarmadonna“ gebräuchlich wurde, sollte spiritueller Mittelpunkt der Kongregation sein. Jährlicher Höhepunkt der Marienverehrung der Kongregation war eine Messe im Freisinger Dom, die am 8. Dezember, dem Hochfest Mariä Empfängnis, gefeiert wurde. Zu diesem Anlass wurde die Seminarmadonna stets von der Hochschulaula in den Dom getragen.

Die Verehrung der Madonna reichte bald über den Kreis der Kongregation hinaus. Nicht nur Einwohner der Stadt, auch auswärtige Personen suchten die Hochschulaula in großer Zahl auf, um vor der Marienfigur zu beten. Die Popularität der Freisinger Seminarmadonna führte zu zahlreichen bildlichen Darstellungen der Figur – von großformatigen Ölgemälden bis hin zu kleinen „Andenken“ in Form von Medaillen, Andachtsbildern oder entsprechend bemalten Bierkrügen. Während die Originalfigur, die 1820 in die Freisinger Wieskirche überführt wurde, seit 1848 verschollen ist, haben sich von den seinerzeit gefertigten zweidimensionalen Kopien viele Exemplare erhalten, so etwa in den Sammlungen des Diözesanmuseums oder auch des Freisinger Stadtmuseums.

In der Graphischen Sammlung des Stadtarchivs Freising finden sich aktuell sieben Andachtsbilder mit dem Motiv der Freisinger Seminarmadonna, davon stammen sechs aus dem 18. und eine aus dem 19. Jahrhundert. Zumeist handelt es sich dabei um Kupferstiche, in der Regel auf Papier, in einem Fall auf einen textilen Grund gedruckt. Eines der Bilder ist als reine Stickarbeit ausgeführt (vgl. Abb.). Alle Bilder zeigen die Seminarmadonna in ihrer typischen Darstellung als Maria Immaculata: auf einer Weltkugel stehend, mit einem Fuß auf einer Mondsichel und dabei eine Schlange (Symbol der Erbsünde) zertretend; mit ausgebreiteten Armen ohne Kind, in einer Hand ein Lilienszepter haltend; auf dem Kopf ein Blumenkranz, darüber ein zwölfteiliger Sternenkranz.

 

AUTOR: Florian Notter
QUELLEN: Stadtarchiv Freising, Graphische Sammlung.
LITERATUR: Feiler, Bernd: Freisinger Seminarmadonna, in: Anneser, Sebastian et al. (Hg.): Madonna. Das Bild der Mutter Gottes (Kataloge und Schriften des Diözesanmuseums für christliche Kunst des Erzbistums München und Freising 32), Lindenberg im Allgäu 2003, S. 221-222; Götz, Ulrike: Fayencekrug mit der Darstellung der Lyceumsmadonna, in: Dies. (Hg.): 100 Einblicke in das Freisinger Stadtmuseum (45. Sammelblatt des Historischen Vereins Freising), Freising 2022, S. 126-127; Hahn, Sylvia: Freisinger Seminarmadonna, in: Fahr, Friedrich et al. (Hg.): Freising. 1250 Jahre Geistliche Stadt (Kataloge und Schriften des Diözesanmuseums für christliche Kunst des Erzbistums München und Freising 9), München 1989, S. 362; Hildebrandt, Maria: Der Streit um eine Marienfigur und die Jungfrauen von Freising, in: Amperland 32 (1996), S. 416-422; Lehrmann, Günther: Maurus Debler 1765-1844. Benediktiner von Weihenstephan, Exkonventual und Kalenderaufzeichner, Seelsorger in Freising, in: Glaser, Hubert (Hg.): Freising wird bairisch. Verwaltungsgeschichtliche und biographische Studien zur Wende von 1802 (37. Sammelblatt des Historischen Vereins Freising), Regensburg 2002, S. 242; Meichelbeck, Carl: Kurtze Freysingische Chronica […], Freising 1724, S. 314; Schwarzenberger-Wurster, Monika: Die Freisinger Seminarmadonna, in: Anneser, Sebastian et al. (Hg.): Asam in Freising (Kataloge und Schriften des Diözesanmuseums für christliche Kunst des Erzbistums München und Freising 45), Regensburg 2007, S. 146-147.


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