Das Stadtarchiv Freising ist die älteste Kultureinrichtung der Stadt Freising. Auf den folgenden Seiten haben Sie die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Arbeit des Stadtarchivs sowie dessen vielfältige Archiv- und Bibliotheksbestände zu verschaffen. Zudem erhalten Sie hier praktische Informationen für Ihren Besuch sowie zu den Veranstaltungen und den Publikationen des Stadtarchivs.

Archivbesuch

Die Bestände des Stadtarchives reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Damit  spiegeln sie fast 700 Jahre Stadtgeschichte wider und machen es zu einem Ort einmaligen historischen Wissens über Freising und seine Umgebung.

Zugleich ist das Stadtarchiv Freising eine öffentliche Einrichtung: Die unterschiedlichen, stets wachsenden Archivbestände wie Urkunden, Akten, Pläne, Grafiken, Fotografien, Postkarten oder Musikalien können zu den Öffnungszeiten von jeder Interessentin und jedem Interessenten im Lesesaal eingesehen werden - ob aus einer wissenschaftlichen, heimatkundlichen, familienkundlichen oder auch anderweitigen Perspektive heraus.

Öffnungszeiten und Kontakt

Öffnungszeiten
Montag bis Mittwoch: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr
Donnerstag: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 17:30 Uhr
Freitag: 8:00 - 12:00 Uhr
sowie nach Vereinbarung


Kontakt
Stadtarchiv Freising
Major-Braun-Weg 12
(Zimmer-Nr. 1.07 bis 1.10)
Telefon 08161/54-44710
Telefax 08161/54-54700
stadtarchiv@freising.de


Neueste Berichte

Ausstellung - "Eine Insel in Bayern - Die Grafschaft auf dem Isarrain 1319-2019"

Am Dienstag, 16. Juli 2019, wurde die kleine Ausstellung "Eine Insel in Bayern - Die Grafschaft auf dem Isarrain 1319-2019" eröffnet. Sie ist ein Kooperationsprojekt des Schlossmuseums und des Gemeindearchivs Ismaning, des Stadtmuseums- und des Stadtarchivs Freising, der Gemeinde Unterföhring sowie des Vereins für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V.

Am 10. September 1319 verkaufte Kaiser Ludwig der Bayer die Herrschaft über die Orte Ismaning, Unterföhring, Oberföhring, Englschalking und Daglfing an das Hochstift Freising. Fürstbischof Konrad III. von Freising wurde erster Landesherr der aus diesen Orten gebildeten "Grafschaft auf dem Yserrain", der späteren "Grafschaft Ismaning", die bis zur Säkularisation 1802/03 Bestand hatte. 2019 jährt sich die Gründung der Grafschaft zum 700. Mal. Vertreter der beteiligten Orte haben aus diesem Anlass eine gemeinsame Ausstellung zusammengestellt, in der Geschichte und Bedeutung dieser zum weltlichen Herrschaftsbereich der Freisinger Fürstbischöfe gehörenden Grafschaft beleuchtet werden.

Auf über 30 informativen Tafeln veranschaulichen Dokumente, Bilder, Landkarten und Texte das religiöse und soziale Leben in den Orten der Grafschaft vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit. Aus dem einst öden Landstrich zwischen Isar und Moos, von Freising bis Oberföhring ist heute eine gefragte Wirtschaftsregion geworden. Doch es sind noch immer Spuren zu entdecken, die auf die gemeinsame Geschichte und Verbundenheit der Orte innerhalb der Grafschaft Ismaning verweisen.

Weitere Informationen und die Ausstellungszeiten finden sie hier: http://www.grafschaft-isarrain.de/


Das Archivstück des Monats

Das Stadtarchiv besitzt eine enorme Quanität und Vielfahlt an Zeugnissen aus den vergangenen Jahrhunderten der Stadtgeschichte. Jeden Monat erhalten Sie hier einen tieferen Einblick in unsere Bestände, indem wir Ihnen ein besonderes Archivstück präsentieren und beschreiben.

Falls Sie Interesse an weiteren interessanten Archivstücken besitzen, können sie auf unserer Publikationsseite die weiteren "Archivstücke des Monats" aus den vergangenen Monaten und Jahren nachlesen.


Dezember 2019 - Lithographie: Blick in die Untere Stadt (um 1835)

Im Gegensatz zu historischen Ansichten, die Freising aus einer gesamthaften Perspektive wiedergeben, sind solche, die einzelne Häuser oder Straßenzüge im Detail zeigen, nur sehr selten gefertigt worden. Visuell greifbar ist das Stadtgeschehen genau genommen erst seit dem Aufkommen der Fotografie Mitte des 19. Jahrhunderts.

Den wenigen Detailansichten aus der Zeit davor muss man umso größeren Wert beimessen. Das gilt beispielsweise für eine Serie von insgesamt 17 überwiegend kleinformatigen Kreidelithographien aus den Jahren um 1835/40. Neben einer Gesamtansicht, die Freising von Nordosten her in den Blick nimmt, und einer Darstellung des Stadtwappens stellen die übrigen 15 Lithographien verschiedene Gebäude, Plätze und Straßen in und um Freising vor: So etwa den Domplatz, den Marienplatz, das Münchner Tor, das Stadtkrankenhaus an der Kammergasse, die Isarbrücke oder die Kaserne in Neustift. Welcher Künstler diese reizvollen und historisch aussagekräftigen Bildchen geschaffen hat, ist – wie auch der Entstehungskontext – nicht bekannt.

Eine der Ansichten zeigt einen Teil der Unteren Hauptstraße, genauer: jenen Abschnitt vom Marienplatz bis ungefähr auf die Höhe des Hofkanzlerhauses, der heutigen Hofapotheke (vgl. Abb.). Der Standort des Künstlers befindet sich nahe der Südseite des Marienplatzes, den er vermutlich der besseren Perspektive wegen imaginär einige Meter in die Höhe verlegt hat. Der Straßenraum wird von alltäglichem Geschehen bestimmt: einige wenige Passanten, Wägen, Kutschen; und auf dem Platz ein paar Stände, an denen Händler Waren feilbieten. Das Hauptaugenmerk des Künstlers gilt freilich den Hausfassaden der nordseitigen Hauptstraßenbebauung, die eine lange, heterogene Reihe bilden. Vom Eckhaus Marienplatz / Untere Hauptstraße (auf der Ansicht Nr. 1, heute Marienplatz 6) bis zum Hofkanzlerhaus sind es 17 Stadthäuser, allesamt unterschiedlich hoch und breit und ganz verschiedenartig gestaltet. Über dem Ende der Häuserzeile ragt der kleine barocke Dachreiter der 1803 säkularisierten Franziskaner-Klosterkirche hervor.

Einige Häuser sind bis heute erhalten geblieben, manche davon weitgehend unverändert. So zum Beispiel das Hofmarschallhaus (auf der Ansicht Nr. 6, heute Untere Hauptstraße 5), das ab 1756 für den fürstbischöflichen Hofmarschall neu errichtet wurde; von der in den 1780er Jahren im ersten Obergeschoss eingerichteten fürstbischöflichen Stadtwohnung zeugt heute noch der (Huldigungs-)Balkon mit dem schmiedeeisernen Geländer; im 19. Jahrhundert diente das Haus als Rentamt (Finanzamt). Ebenso unverändert präsentiert sich das östlich anschließende Haus (auf der Ansicht Nr. 7, heute Untere Hauptstraße 7) mit seinem spätbarocken Fassadenschmuck. Von einiger Bedeutung war zum Zeitpunkt der Entstehung des Bildchens ein ehemaliger Domherrenhof (auf der Ansicht Nr. 11, heute Untere Hauptstraße 17), der das 19. Jahrhundert über als Landgericht (historische Vorgängerbehörde des heutigen Landratsamtes) genutzt wurde.

Stark verändert haben sich die Häuser Nr. 3, 4 und 5: Um 1840 erweiterte der Heiglbräu Franz Seraph Sporrer sein Anwesen (auf der Ansicht Nr. 3), indem er die beiden östlich anschließenden Stadthäuser (Heiglbäcker, Weindlbräu) hinzukaufte und zu einem Haus zusammenfasste; im späten 19. Jahrhundert erhielt das Anwesen den Namen „Bayerischer Hof“. Zu Beginn der 1970er Jahre wurden auch die ersten beiden (einschließlich der jeweils rückwärtigen) Parzellen zu einem Anwesen zusammengefasst, allerdings durch einen vollständigen Neubau, der sich nach wie vor nicht recht ins Platzbild einzufügen vermag. Im Vergleich mit der Lithographie hat die nordseitige Häuserzeile der Unteren Hauptstraße also gerade in ihrem westlichen, zum Marienplatz hin gelegenen Abschnitt während des 19. und 20. Jahrhunderts an Heterogenität und Spannung eingebüßt.

AUTOR: Florian Notter
QUELLEN: Stadtarchiv Freising, Graphische Sammlung; ebd., Häuserkartei.
LITERATUR: Bienen, Hermann: Freisinger Brauereien in Überblick. Eine Datensammlung zur Familien-, Besitz- und Baugeschichte, in: Notter, Florian (Hg.): Freising als „Stadt des Bieres“. Kulturgeschichtliche Aspekte (Schriften des Stadtarchivs Freising 1), Freising 2016, S. 131-303, hier, S. 194-202.


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