Das Stadtarchiv Freising ist die älteste Kultureinrichtung der Stadt Freising. Auf den folgenden Seiten haben Sie die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Arbeit des Stadtarchivs sowie dessen vielfältige Archiv- und Bibliotheksbestände zu verschaffen. Zudem erhalten Sie hier praktische Informationen für Ihren Besuch sowie zu den Veranstaltungen und den Publikationen des Stadtarchivs.

Archivbesuch

Die Bestände des Stadtarchives reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Damit  spiegeln sie fast 700 Jahre Stadtgeschichte wider und machen es zu einem Ort einmaligen historischen Wissens über Freising und seine Umgebung.

Zugleich ist das Stadtarchiv Freising eine öffentliche Einrichtung: Die unterschiedlichen, stets wachsenden Archivbestände wie Urkunden, Akten, Pläne, Grafiken, Fotografien, Postkarten oder Musikalien können zu den Öffnungszeiten von jeder Interessentin und jedem Interessenten im Lesesaal eingesehen werden - ob aus einer wissenschaftlichen, heimatkundlichen, familienkundlichen oder auch anderweitigen Perspektive heraus.

Öffnungszeiten und Kontakt

Öffnungszeiten
Montag bis Mittwoch: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr
Donnerstag: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 17:30 Uhr
Freitag: 8:00 - 12:00 Uhr
sowie nach Vereinbarung


Kontakt
Stadtarchiv Freising
Major-Braun-Weg 12
(Zimmer-Nr. 1.07 bis 1.10)
Telefon 08161/54-44710
Telefax 08161/54-54700
stadtarchiv@freising.de


Neueste Berichte

Buchdubletten-Verkauf ab 05. Dezember im Stadtarchiv

Das Stadtarchiv bietet aus seinen Dubletten-Beständen ab Montag, 05. Dezember 2022, eine Vielzahl von Büchern zur Freisinger Stadtgeschichte zum Verkauf an. Bis einschließlich Freitag, 09. Dezember 2022, können die Bücher in den Räumen der Archivverwaltung im „Haus der Vereine“ (Major-Braun-Weg 12, 1. OG, Zi.-Nr. 110) erworben werden. Die Öffnungszeiten sind montags bis mittwochs 8 bis 16 Uhr, donnerstags 8 bis 20 Uhr und freitags 8 bis 12 Uhr.

Es handelt sich vor allem um Buchtitel, die zwischen 1960 und 2000 herausgebracht wurden und im Buchhandel nicht mehr zu bekommen sind. Darunter finden sich Bildbände zu Stadt und Landkreis, zum Freisinger Dom, zur Archäologie oder auch zu Papst Benedikt XVI.

Die Bücher sind sehr günstig erhältlich, die Preise liegen in der Regel zwischen ein und zehn Euro.

"Bavaria und Olympia 1896-2022" - Sonderausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte

Vom 12. Juli 2022 bis zum 15. Januar 2023 findet im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg die Sonderausstellung „Bavaria und Olympia 1896 - 2022“ statt. Anlässlich des 50. Jubiläums der Olympiade 1972 in München veranschaulicht die Ausstellung die Leistungen bayerischer Sportler in der 126-jährigen Historie der neuzeitlichen Sommer- und Winterspiele.

Die Stadt Freising ehrt einen ihrer erfolgreichsten Sportler, den Gewichtheber Rudolf Ismayr, in dem sie der Ausstellung dessen gewonnenen Gold- und Silbermedaillen der Spiele von Los Angeles (1932) und Berlin (1936) zur Verfügung stellt. Diese wurden dem Stadtarchiv Freising 2018 durch dessen Familie in Form einer Dauerleihgabe zur Ergänzung des dort aufbewahrten Nachlasses von Ismayr übergeben.

Weiterführende biografische Informationen zu Rudolf Ismayr finden Sie in unserer Rubrik "Archivstück des Monats".

Alle Informationen zur Sonderausstellung "Bavaria und Olympia 1896-2022", den Öffnungszeiten und der Anreise finden Sie unter www.hdbg.de.


Das Archivstück des Monats

Das Stadtarchiv besitzt eine enorme Quantität und Vielfalt an Zeugnissen aus den vergangenen Jahrhunderten der Stadtgeschichte. Jeden Monat erhalten Sie hier einen tieferen Einblick in unsere Bestände, indem wir Ihnen ein besonderes Archivstück präsentieren und beschreiben.

Falls Sie Interesse an weiteren interessanten Archivstücken besitzen, können sie auf unserer Publikationsseite die weiteren "Archivstücke des Monats" aus den vergangenen Monaten und Jahren nachlesen.


November 2022: Das Lerchenfelder Brücktor - Über ein sehr kurzlebiges Freisinger Bauwerk

Auf dem südlichen Brückenkopf der Freisinger Isarbrücke stand einst ein massiver Torbau. Anders als es die unzähligen Foto- und Postkartenmotive, die es von diesem Tor gibt, glauben machen, existierte es tatsächlich nur wenige Jahrzehnte – genaugenommen 36 Jahre, von 1912 bis 1948. Das Tor darf man daher wohl als eines der kurzlebigsten Bauwerke der Freisinger Stadtgeschichte bezeichnen.

Als das Brücktor 1912 im Auftrag des königlich-bayerischen Straßen- und Flussbauamtes München errichtet wurde, ging es nicht eigentlich darum, an dieser Stelle ein Tor zu bauen. Das tatsächliche Motiv war ein anderes und deutlich moderneres: Eine Hochspannungsleitung, die vom Elektrizitätswerk Moosburg in Richtung München geführt wurde, benötigte in diesem Bereich einen neuen und stabilen Tragmasten. Das erst 1907 zu diesem Zweck bei der Brücke aufgestellte Leitungsgerüst musste aufgrund der umfassenden Hochwasserschutzbauten und der südseitigen Erweiterung der Isarbrücke um zwei Flutbögen (1910 bis 1912) aufgegeben werden. Mit der Brückenerweiterung sah man die Chance, eine geeignete Lösung für den notwendigen Tragmasten zu finden – in Form eines historisch anmutenden Torbogens.

Es entsprach durchaus jener Zeit, das Erscheinungsbild eines rein funktionalen Bauwerks zu kaschieren und architektonisch zu überformen – insbesondere dann, wenn man dem Gebäude oder seiner städtebaulichen Umgebung eine herausgehobene Bedeutung zumaß. Bei der Erweiterung der 1893/94 errichteten Freisinger Isarbrücke spielte dieser Umstand eine Rolle. Auch wenn es sich hier um eine staatliche Baumaßnahme handelte, so dürfte die Stadtpolitik um Bürgermeister Stephan Bierner (amt. 1899-1933) Einfluss darauf genommen haben. Es lag damals sicherlich in ihrem Interesse, für den Bereich der Isarbrücke mit dem Panoramablick auf den Domberg eine andere Lösung zu finden, als dort einen hohen Eisentragmasten aufzustellen. Das Brücktor mit seiner historisierenden Formensprache ist als zeittypischer Lösungsansatz für dieses ästhetische Problem zu werten.

Wer sich also von 1912 an von Lerchenfeld her über die Isarbrücke in die Innenstadt aufmachte, der musste dieses große Tor passieren. Das an der südlichen Torseite angebrachte Freisinger Stadtwappen suggerierte, dass die Stadt erst hier begann und Lerchenfeld nicht so recht zu ihr gehörte. Im Lauf der Zeit, wohl während der 1920er Jahre, verlor das Brücktor seine eigentliche Funktion als Tragkonstruktion für die Hochspannungsleitung. Sämtliche Isolatoren und Kabel, die im oberen Bereich des Tores befestigt waren, wurden entfernt. Zuletzt war es nur mehr ein architektonisches Ornament der Isarbrücke.

Die kritischen letzten Kriegswochen, den Fliegerangriff am 18. April und die Teilsprengung der Isarbrücke am 29. April 1945, hatte das Brücktor unbeschadet überstanden. Der Wiederaufbau und die verkehrsmäßige Ertüchtigung der Brücke in den Jahren 1946 bis 1948 bereiteten dem Tor aber schließlich das Ende. Zwar hatte der Verwaltungsausschuss des Freisinger Stadtrates in seiner Sitzung vom 14. Juni 1948 dem Tor durchaus die Eigenschaft eines „Wahrzeichens“ zuerkannt; die Verbreiterung der Fahrbahn hätte jedoch für die beidseitigen Gehwege Durchbrüche durch die Torpfeiler zur Folge gehabt. Den dafür erforderlichen Kostenaufwand wollte seinerzeit niemand tragen – schon gar nicht der bayerische Staat, der 1937 zwar die Baulast an der Brücke auf die Stadt abwälzen konnte, nicht aber für das Brücktor. Es befand sich nach wie vor in seinem Besitz.

Am Sonntag, dem 21. November 1948, morgens um 8.15 Uhr, konnte man in Freising einen dumpfen Knall wahrnehmen: Das Brücktor wurde gesprengt und fiel in sich zusammen.

AUTOR: Florian Notter
QUELLEN: StadtAFS, AA II, Nr. 3370 (mit Plänen) u. 5722; ebd., B II, Protokoll des Stadtrats-Verwaltungsausschusses 1948, Nr. 206 (14.06.) u. Nr. 386 (13.09.); ebd., Druckschriftensammlung, Verwaltungsbericht der Stadt für 1911/12; ebd., Zeitungssammlung, Freisinger Tagblatt, 07.05.1907, u. Isar-Post/Neues Freisinger Tagblatt, 21.10., 18.11., 23.11.1948, u. Freisinger Zeitung, 24.11.1948.
LITERATUR: Gruber, Hans: Felder, Lerchen und unsere Stadt. Die ungewöhnliche Geschichte von Lerchenfeld, Freisings größtem Stadtteil, v.a. S. 107-111 u. 176; Notter, Florian: Freising in der Frühzeit der Fotografie. 60 Aufnahmen aus den Jahren 1860 bis 1900 (Kataloge des Stadtarchivs Freising 1), München 2015, S. 154-155.


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