Das Stadtarchiv Freising ist die älteste Kultureinrichtung der Stadt Freising. Auf den folgenden Seiten haben Sie die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Arbeit des Stadtarchivs sowie dessen vielfältige Archiv- und Bibliotheksbestände zu verschaffen. Zudem erhalten Sie hier praktische Informationen für Ihren Besuch sowie zu den Veranstaltungen und den Publikationen des Stadtarchivs.

Corona-Hinweise

Bitte beachten Sie: Aufgrund des Beschlusses der Bayerischen Staatsregierung vom 26. November 2020 bleiben Bibliotheken und Archive vorerst bis einschl. 20. Dezember 2020 für den Benutzerverkehr geschlossen. Per E-Mail und telefonisch ist das Stadtarchiv jedoch erreichbar.

Der für 7. bis 11. Dezember 2020 angekündigte Bücherverkauf im Stadtarchiv findet pandemiebedingt nicht statt.
 

Archivbesuch

Die Bestände des Stadtarchives reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Damit  spiegeln sie fast 700 Jahre Stadtgeschichte wider und machen es zu einem Ort einmaligen historischen Wissens über Freising und seine Umgebung.

Zugleich ist das Stadtarchiv Freising eine öffentliche Einrichtung: Die unterschiedlichen, stets wachsenden Archivbestände wie Urkunden, Akten, Pläne, Grafiken, Fotografien, Postkarten oder Musikalien können zu den Öffnungszeiten von jeder Interessentin und jedem Interessenten im Lesesaal eingesehen werden - ob aus einer wissenschaftlichen, heimatkundlichen, familienkundlichen oder auch anderweitigen Perspektive heraus.

Öffnungszeiten und Kontakt

Öffnungszeiten
Montag bis Mittwoch: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr
Donnerstag: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 17:30 Uhr
Freitag: 8:00 - 12:00 Uhr
sowie nach Vereinbarung


Kontakt
Stadtarchiv Freising
Major-Braun-Weg 12
(Zimmer-Nr. 1.07 bis 1.10)
Telefon 08161/54-44710
Telefax 08161/54-54700
stadtarchiv@freising.de


Neueste Berichte

Jahresbericht des Stadtarchivs Freising 2018/2019

Erstmals veröffentlicht das Stadtarchiv Freising seinen Tätigkeitsbericht für die Jahre 2018 und 2019. Damit soll die Arbeit des Stadtarchivs transparent und zugänglich erklärt werden. Sie können sich mit den nachfolgenden kurzen Berichten einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Beständeorganisation, der Erschließung und der Archivbenutzung verschaffen. Zudem stellen wir Ihnen die bedeutendsten Archivalienzugänge der vergangenen beiden Jahre sowie einzelne erfolgte Maßnahmen der Bestandserhaltung vor. Am Ende des Berichts finden sie Informationen zu vergangenen Veranstaltungen unserer historischen Bildungsarbeit sowie Hinweise für geplante Veranstaltungen in den kommenden Monaten.

"Bewahren, was Freising ausmacht" - Bericht des Stadtarchivs Freising für die Jahre 2018/19


Das Archivstück des Monats

Das Stadtarchiv besitzt eine enorme Quantität und Vielfalt an Zeugnissen aus den vergangenen Jahrhunderten der Stadtgeschichte. Jeden Monat erhalten Sie hier einen tieferen Einblick in unsere Bestände, indem wir Ihnen ein besonderes Archivstück präsentieren und beschreiben.

Falls Sie Interesse an weiteren interessanten Archivstücken besitzen, können sie auf unserer Publikationsseite die weiteren "Archivstücke des Monats" aus den vergangenen Monaten und Jahren nachlesen.


Dezember 2020 - Das Hofgartenschloss an der Kammergasse: Planzeichnung mit Aufrissen und Schnitten

Man braucht viel Fantasie, um sich auf dem heutigen Parkplatz-Areal an der Kammergasse einen barocken Garten mit Gartenschloss vorzustellen. Augenscheinlich deutet nichts darauf hin, dass es an dieser Stelle einmal eine derartige Nutzung gab. Tatsächlich erstreckte sich auf dem Gelände vom frühen 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert der Hofgarten der Freisinger Fürstbischöfe – eine der bedeutendsten Gartenanlagen, die es in der Region gab.

Auch wenn vor Ort vom Hofgarten – mit Ausnahme eines kurzen Mauerzugs – nichts mehr zu sehen ist, so können wir uns heute trotzdem ein relativ klares Bild von seiner Ausdehnung, vom Erscheinungsbild und von der botanischen Ausstattung machen. Möglich machen dies schriftliche und bildliche Dokumente, die sich in mehreren Archiven erhalten haben. Der überwiegende Teil der Unterlagen befindet sich im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München, darunter der einzige Gartenplan von 1766 sowie die Pflanzen-Inventare. Weitere schriftliche Dokumente wurden zudem im Archiv des Erzbistums München und Freising überliefert.

Im Stadtarchiv Freising haben sich zwei Planzeichnungen erhalten, die das Hauptgebäude des Hofgartens, das Hofgartenschloss, wiedergeben. Auf einem Plan sind die Grundrisse des Erd- und des ersten Obergeschosses dargestellt, auf dem zweiten die Fassadenaufrisse und Gebäudeschnitte (zum zweiten Plan siehe Abb.). Die akkuraten Federzeichnungen, die in Teilen auch koloriert wurden, stammen von der Hand des Freisinger Hof- und Stadtmaurermeisters (und späteren Bürgermeisters) Thomas Heigl. Zusammen mit seinem Vorgesetzten, Hofbaumeister Matthias Rößler, war er ab 1802 vom bayerischen Staat beauftragt worden, alle ehemaligen fürstbischöflichen Gebäude in ihrem Bestand aufzunehmen. Infolge der Mediatisierung bzw. der Säkularisation 1802/03 war der gesamte Besitz des Hochstifts, des Domstifts und der Klöster in Freising in den Besitz des bayerischen Staats übergegangen. Dazu gehörte eben auch der Hofgarten samt dem Hofgartenschloss.

Zum Zeitpunkt, als die Pläne gezeichnet wurden, bestand das Hofgartenschloss knapp eineinhalb Jahrhunderte. Es war wohl 1668/69 im Auftrag des Fürstbischofs Albrecht Sigmund von Bayern (reg. 1651-1685) errichtet worden. In der Hauptsache diente das Gebäude der Hofgesellschaft bei Gartenfesten. Nach dem Übergang an Bayern kaufte es die Stadt Freising, die hier unter anderem den ersten Kindergarten der Stadt, die sogenannte „Kleinkinderbewahranstalt“, einrichtete. 1881 ließ die Stadt das historische Gartenschloss abbrechen, um das Gelände mit dem neuen Waisenhaus (heute „Zentrum der Familie“) bebauen zu können.

AUTOR: Florian Notter
QUELLEN: Stadtarchiv Freising, Plansammlung.
LITERATUR: Götz, Ulrike: Freising um 1800. Ansichten und Pläne, 2003.


Nach oben