Das Stadtarchiv Freising ist die älteste Kultureinrichtung der Stadt Freising. Auf den folgenden Seiten haben Sie die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Arbeit des Stadtarchivs sowie dessen vielfältige Archiv- und Bibliotheksbestände zu verschaffen. Zudem erhalten Sie hier praktische Informationen für Ihren Besuch sowie zu den Veranstaltungen und den Publikationen des Stadtarchivs.

Archivbesuch

Die Bestände des Stadtarchives reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Damit  spiegeln sie fast 700 Jahre Stadtgeschichte wider und machen es zu einem Ort einmaligen historischen Wissens über Freising und seine Umgebung.

Zugleich ist das Stadtarchiv Freising eine öffentliche Einrichtung: Die unterschiedlichen, stets wachsenden Archivbestände wie Urkunden, Akten, Pläne, Grafiken, Fotografien, Postkarten oder Musikalien können zu den Öffnungszeiten von jeder Interessentin und jedem Interessenten im Lesesaal eingesehen werden - ob aus einer wissenschaftlichen, heimatkundlichen, familienkundlichen oder auch anderweitigen Perspektive heraus.

Öffnungszeiten und Kontakt

Öffnungszeiten
Montag bis Mittwoch: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr
Donnerstag: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 17:30 Uhr
Freitag: 8:00 - 12:00 Uhr
sowie nach Vereinbarung


Kontakt
Stadtarchiv Freising
Major-Braun-Weg 12
(Zimmer-Nr. 1.07 bis 1.10)
Telefon 08161/54-44710
Telefax 08161/54-54700
stadtarchiv@freising.de


Neueste Berichte


Das Archivstück des Monats

Das Stadtarchiv besitzt eine enorme Quantität und Vielfalt an Zeugnissen aus den vergangenen Jahrhunderten der Stadtgeschichte. Jeden Monat erhalten Sie hier einen tieferen Einblick in unsere Bestände, indem wir Ihnen ein besonderes Archivstück präsentieren und beschreiben.

Falls Sie Interesse an weiteren interessanten Archivstücken besitzen, können sie auf unserer Publikationsseite die weiteren "Archivstücke des Monats" aus den vergangenen Monaten und Jahren nachlesen.


Oktober 2020 - Flugzeugtaufe der Boeing 737-500 "Freising" (1992)

Am 17. Mai 1992 wurde der neue Münchner Flughafen offiziell in Betrieb genommen. Wenige Tage zuvor, am Dienstag, den 12. Mai, fand auf dem Flughafengelände ein festliches Ereignis statt, das speziell den beiden Städten Freising und Erding galt: die „Taufe“ zweier Lufthansa-Maschinen (Boeing 737-500) auf die Namen „Freising“ beziehungsweise „Erding“.

 

Die feierliche Flugzeugtaufe sollte vor allem ein Zeichen der Verbundenheit des Flughafens mit seinen Nachbarn sein, wie es Jürgen Weber, der damalige Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, in seiner Ansprache kundtat. Dass die Lufthansa hier keine Kosten und Mühen scheute, macht besonders die große Zahl geladener Gäste deutlich: Rund 1.000 Personen kamen an jenem Mai-Nachmittag in der neuen Wartungshalle der Lufthansa zusammen, um dem seltenen Ereignis beizuwohnen. Nach Ansprachen der beiden Stadtoberhäupter, Oberbürgermeister Adolf Schäfer aus Freising und Bürgermeister Karl-Heinz Bauernfeind aus Erding, richteten sich alle Blicke auf die beiden First Ladies, Paula Weber-Schäfer und Trixi Bauernfeind. Ihnen oblag es nämlich, die Flugzeugtaufe zu vollziehen. Als traditionsbewusste Städte nahmen weder Freising noch Erding die „Taufe“ mit Champagner vor: So enthielt der Freisinger Krug Wasser aus der Korbiniansquelle auf dem Weihenstephaner Berg; Erding entschied sich dagegen für Erdinger Weißbier. Bevor sich das Wasser beziehungsweise Weißbier über den jeweiligen Flugzeugbug ergoss, sprachen die beiden First Ladies noch den Taufspruch: „Ich taufe Dich auf den Namen Freising (bzw. Erding) und wünsche Dir, Deinen Passagieren und Deiner Besatzung allzeit guten Flug.“ Am Morgen des 17. Mai 1992 sollten die beiden Maschinen die ersten sein, die nach dem spektakulären Umzug vom 16. auf den 17. Mai auf dem neuen Flughafen landen (die „Freising“ aus Berlin, die „Erding“ aus Frankfurt kommend); nicht ganz nach Plan kam diesen beiden Premiere-Landungen jedoch eine Aero-Lloyd-Maschine zuvor.

Wie der Flughafenbau selbst, so war auch die Flugzeugtaufe in Freising und in Erding keineswegs unumstritten, wie es Leserbriefe dokumentieren. Die Freisinger SPD etwa boykottierte die Veranstaltung ganz. Die beiden Stadtspitzen sahen sich bei Flughafen-Gegnern dem Vorwurf ausgesetzt, mit der Flugzeugtaufe den regionalen Flughafenprotest ein Stück weit zu verraten. 2012 wurde nach der Stadt Erding ein weiteres Flugzeug benannt; Freising hatte dasselbe Angebot erhalten, jedoch aufgrund der Diskussionen um den Bau einer dritten Start- und Landebahn abgesagt.

Die hier gezeigten Fotografien des Freisinger Fotografen Herbert Bungartz zur Flugzeugtaufe durch Paula Weber-Schäfer stammen aus einem kleinen Album aus dem Privatbesitz der unvergessenen Freisinger Unternehmerin und Oberbürgermeister-Gattin. Nach ihrem Tod im Januar 2019 wurden dem Stadtarchiv Freising mehrere hundert Dokumente und Fotografien zur dauerhaften Archivierung übergeben; der Nachlass wird derzeit erschlossen und dann unter der Bestandsbezeichnung „NLSp (Splitternachlass) Adolf Schäfer / Paula Weber-Schäfer“ geführt.

Autor: Florian Notter
QUELLEN: Stadtarchiv Freising, Splitternachlass Adolf Schäfer / Paula Weber-Schäfer; ebd., Zeitungssammlung, Freisinger Tagblatt, 12.03.1992, 15.04.1992 u. 14.05.1992; ebd., Zeitungssammlung, Freisinger Neueste Nachrichten, 14.05.1992
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