Das Stadtarchiv Freising ist die älteste Kultureinrichtung der Stadt Freising. Auf den folgenden Seiten haben Sie die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Arbeit des Stadtarchivs sowie dessen vielfältige Archiv- und Bibliotheksbestände zu verschaffen. Zudem erhalten Sie hier praktische Informationen für Ihren Besuch sowie zu den Veranstaltungen und den Publikationen des Stadtarchivs.

Corona-Hinweise

Bitte beachten Sie: Aufgrund der sinkenden Corona-Fallzahlen dürfen im Landkreis Freising ab Montag, dem 17. Mai, die Archive und Bibliotheken wieder öffnen.

Aufgrund der räumlichen Vorgaben  können wir derzeit nur jeweils eine/-en Archivnutzer*in in unserem Lesesaal empfangen. Es ist daher erforderlich, dass Sie sich im Vorfeld, unter der Telefonnummer 08161/54-44710, oder schriftlich, unter der Mail-Adresse stadtarchiv@freising.de, für Ihren Besuch anmelden.

Ebenso bitten wir zu beachten, dass während des gesamten Aufenthalts im Lesesaal des Stadtarchivs sowie im Gebäude des „Hauses der Vereine“ eine FFP2-Maskenpflicht gilt.

Archivbesuch

Die Bestände des Stadtarchives reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Damit  spiegeln sie fast 700 Jahre Stadtgeschichte wider und machen es zu einem Ort einmaligen historischen Wissens über Freising und seine Umgebung.

Zugleich ist das Stadtarchiv Freising eine öffentliche Einrichtung: Die unterschiedlichen, stets wachsenden Archivbestände wie Urkunden, Akten, Pläne, Grafiken, Fotografien, Postkarten oder Musikalien können zu den Öffnungszeiten von jeder Interessentin und jedem Interessenten im Lesesaal eingesehen werden - ob aus einer wissenschaftlichen, heimatkundlichen, familienkundlichen oder auch anderweitigen Perspektive heraus.

Öffnungszeiten und Kontakt

Öffnungszeiten
Montag bis Mittwoch: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr
Donnerstag: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 17:30 Uhr
Freitag: 8:00 - 12:00 Uhr
sowie nach Vereinbarung


Kontakt
Stadtarchiv Freising
Major-Braun-Weg 12
(Zimmer-Nr. 1.07 bis 1.10)
Telefon 08161/54-44710
Telefax 08161/54-54700
stadtarchiv@freising.de


Neueste Berichte

Jahresbericht des Stadtarchivs Freising 2018/2019

Erstmals veröffentlicht das Stadtarchiv Freising seinen Tätigkeitsbericht für die Jahre 2018 und 2019. Damit soll die Arbeit des Stadtarchivs transparent und zugänglich erklärt werden. Sie können sich mit den nachfolgenden kurzen Berichten einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Beständeorganisation, der Erschließung und der Archivbenutzung verschaffen. Zudem stellen wir Ihnen die bedeutendsten Archivalienzugänge der vergangenen beiden Jahre sowie einzelne erfolgte Maßnahmen der Bestandserhaltung vor. Am Ende des Berichts finden sie Informationen zu vergangenen Veranstaltungen unserer historischen Bildungsarbeit sowie Hinweise für geplante Veranstaltungen in den kommenden Monaten.

"Bewahren, was Freising ausmacht" - Bericht des Stadtarchivs Freising für die Jahre 2018/19


Das Archivstück des Monats

Das Stadtarchiv besitzt eine enorme Quantität und Vielfalt an Zeugnissen aus den vergangenen Jahrhunderten der Stadtgeschichte. Jeden Monat erhalten Sie hier einen tieferen Einblick in unsere Bestände, indem wir Ihnen ein besonderes Archivstück präsentieren und beschreiben.

Falls Sie Interesse an weiteren interessanten Archivstücken besitzen, können sie auf unserer Publikationsseite die weiteren "Archivstücke des Monats" aus den vergangenen Monaten und Jahren nachlesen.


Mai 2021 - Vötting 1898

Es war ein schöner, klarer Septembertag im Jahr 1898, als ein uns unbekannter Fotograf am Westabhang des Weihenstephaner Berges seine Kamera positionierte und das Dorf Vötting ablichtete. Der Standort an einem markanten Hangvorsprung, dem sogenannten „Stephanseck“, war gut gewählt – ließ sich von hier aus doch möglichst viel vom Dorf und seiner Umgebung erfassen. Die Fotografie, die dem Stadtarchiv Freising 2017 von einem Antiquariat angeboten wurde, soll im Folgenden kurz näher betrachtet werden.

Wenden wir uns zunächst dem Weg zu, der im rechten unteren Bildteil angeschnitten ist: der Weihenstephaner Steig. Er verbindet die Dorfmitte mit dem Scheitel des Weihenstephaner Bergs. Bis 1803 hatte er für die Vöttinger Einwohner eine besondere Bedeutung: Am oberen Ende des Steigs erreichte man nicht nur die alte Pfarrkirche St. Jakob mit ihrem umliegenden Friedhof, sondern – einige Meter weiter – das Benediktinerkloster Weihenstephan, den Grund- und Gerichtsherrn der Klosterhofmark Vötting. Nach der Säkularisation des Klosters im Jahr 1803 und dem in diesem Zusammenhang erfolgten Abbruch der alten Pfarrkirche änderte sich die soziostrukturelle Ausrichtung des Dorfes. Die 1808 beziehungsweise im Zuge des bayerischen Gemeindeedikts von 1818 begründete Landgemeinde Vötting, die bis dahin nicht gekannte Selbstverwaltungskompetenzen erhielt, brachte eine Orientierung weg vom Weihenstephaner Berg und hin zum Ort selbst. Verstärkt wurde diese Tendenz auch durch den Bau der Schule schräg gegenüber des Wirtes (1804) beziehungsweise durch den Neubau der Pfarrkirche St. Jakob auf einer Anhöhe rund 150 Meter nördlich des Ortskerns (1854 bis 1857).

Von der Ortsmitte ist auf der Fotografie nur ein Teil zu erkennen: Es sind überwiegend schon ganz aus Ziegeln gebaute Häuser, wie sie typisch für bayerische Dörfer des 19. Jahrhunderts waren. Im Vordergrund ist noch ein Haus des älteren Regionaltyps erhalten. Nur das Erdgeschoss ist aufgemauert, das Krüppelwalmdach dagegen ganz aus Holz gefertigt – inklusive der Schindeldeckung. Südlich unterhalb dieses Hauses (links) verläuft der Mühlenweg zur Vöttinger Mühle, die bis zur Säkularisation die Getreidemühle des Klosters Weihenstephan war (die Mühle selbst liegt freilich weit außerhalb der Perspektive der Fotografie). Links im Hintergrund fällt die Giggenhauser Straße mit einem einseitigen Pappelbewuchs auf. Darüber auf der Anhöhe erkennt man das Dorf Hohenbachern. Rechts sieht man drei Gebäude des „neuen“ Vötting des 19. Jahrhunderts: der Pfarrhof, die Pfarrkirche und – oberhalb der Vöttinger Straße gelegen – das neue (zweite) Schulgebäude aus der Zeit um 1880.

 

Autor: Florian Notter
QUELLEN: Stadtarchiv Freising, Fotosammlung.
LITERATUR:
Notter, Florian: Aufbruch und Umbruch. Freising in Fotografien der Jahre 1900 bis 1920 (Kataloge des Stadtarchivs Freising 2), München 2017, S. 188-189.
Notter, Florian: Kirchen in der Pfarrei St. Jakob in Freising-Vötting, Freising 2007.


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