Das Stadtarchiv Freising ist die älteste Kultureinrichtung der Stadt Freising. Auf den folgenden Seiten haben Sie die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Arbeit des Stadtarchivs sowie dessen vielfältige Archiv- und Bibliotheksbestände zu verschaffen. Zudem erhalten Sie hier praktische Informationen für Ihren Besuch sowie zu den Veranstaltungen und den Publikationen des Stadtarchivs.

Archivbesuch

Die Bestände des Stadtarchives reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Damit  spiegeln sie fast 700 Jahre Stadtgeschichte wider und machen es zu einem Ort einmaligen historischen Wissens über Freising und seine Umgebung.

Zugleich ist das Stadtarchiv Freising eine öffentliche Einrichtung: Die unterschiedlichen, stets wachsenden Archivbestände wie Urkunden, Akten, Pläne, Grafiken, Fotografien, Postkarten oder Musikalien können zu den Öffnungszeiten von jeder Interessentin und jedem Interessenten im Lesesaal eingesehen werden - ob aus einer wissenschaftlichen, heimatkundlichen, familienkundlichen oder auch anderweitigen Perspektive heraus.

Öffnungszeiten und Kontakt

Öffnungszeiten
Montag bis Mittwoch: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr
Donnerstag: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 17:30 Uhr
Freitag: 8:00 - 12:00 Uhr
sowie nach Vereinbarung


Kontakt
Stadtarchiv Freising
Major-Braun-Weg 12
(Zimmer-Nr. 1.07 bis 1.10)
Telefon 08161/54-44710
Telefax 08161/54-54700
stadtarchiv@freising.de


Neueste Berichte

Bücherflohmarkt des Stadtarchiv Freising

Das Stadtarchiv bietet aus seinen großen Dublettenbeständen eine Vielzahl von Büchern zur Freisinger Stadtgeschichte zum Verkauf an. Die Bücher sind sehr günstig zu haben, die Preise liegen in der Regel zwischen ein und zehn Euro. Der Verkauf findet ab 11. bis einschließlich 20. Dezember 2019 zu den Öffnungszeiten des Stadtarchivs im „Haus der Vereine“ (Major-Braun-Weg 12, 1. OG) statt: montags bis mittwochs 8 bis 16 Uhr, donnerstags 8 bis 17.30 Uhr und freitags 8 bis 12 Uhr.

Es handelt sich um Buchtitel, die zwischen 1960 und 2000 herausgebracht wurden und im Buchhandel nicht mehr zu bekommen sind. Darunter finden sich Bildbände zu Stadt und Landkreis, Geschichten der einzelnen Stadtteile, zum Freisinger Dom zur Archäologie oder auch zu Papst Benedikt XVI. Angeboten werden auch Sammelblätter des Historischen Vereins Freising zu den gewöhnlichen Vereinspreisen.


 

Ausstellung - "Eine Insel in Bayern - Die Grafschaft auf dem Isarrain 1319-2019"

Am Dienstag, 16. Juli 2019, wurde die kleine Ausstellung "Eine Insel in Bayern - Die Grafschaft auf dem Isarrain 1319-2019" eröffnet. Sie ist ein Kooperationsprojekt des Schlossmuseums und des Gemeindearchivs Ismaning, des Stadtmuseums- und des Stadtarchivs Freising, der Gemeinde Unterföhring sowie des Vereins für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V.

Am 10. September 1319 verkaufte Kaiser Ludwig der Bayer die Herrschaft über die Orte Ismaning, Unterföhring, Oberföhring, Englschalking und Daglfing an das Hochstift Freising. Fürstbischof Konrad III. von Freising wurde erster Landesherr der aus diesen Orten gebildeten "Grafschaft auf dem Yserrain", der späteren "Grafschaft Ismaning", die bis zur Säkularisation 1802/03 Bestand hatte. 2019 jährt sich die Gründung der Grafschaft zum 700. Mal. Vertreter der beteiligten Orte haben aus diesem Anlass eine gemeinsame Ausstellung zusammengestellt, in der Geschichte und Bedeutung dieser zum weltlichen Herrschaftsbereich der Freisinger Fürstbischöfe gehörenden Grafschaft beleuchtet werden.

Auf über 30 informativen Tafeln veranschaulichen Dokumente, Bilder, Landkarten und Texte das religiöse und soziale Leben in den Orten der Grafschaft vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit. Aus dem einst öden Landstrich zwischen Isar und Moos, von Freising bis Oberföhring ist heute eine gefragte Wirtschaftsregion geworden. Doch es sind noch immer Spuren zu entdecken, die auf die gemeinsame Geschichte und Verbundenheit der Orte innerhalb der Grafschaft Ismaning verweisen.

Weitere Informationen und die Ausstellungszeiten finden sie hier: http://www.grafschaft-isarrain.de/


Das Archivstück des Monats

Das Stadtarchiv besitzt eine enorme Quanität und Vielfahlt an Zeugnissen aus den vergangenen Jahrhunderten der Stadtgeschichte. Jeden Monat erhalten Sie hier einen tieferen Einblick in unsere Bestände, indem wir Ihnen ein besonderes Archivstück präsentieren und beschreiben.

Falls Sie Interesse an weiteren interessanten Archivstücken besitzen, können sie auf unserer Publikationsseite die weiteren "Archivstücke des Monats" aus den vergangenen Monaten und Jahren nachlesen.


Januar 2020 - Denkmalprojekt für König Ludwig II. in Freising (1906/07)

König Ludwig II. (1845-1886, reg. seit 1864) gilt heute unbestritten als der populärste Herrscher Bayerns. Seine komplexe Persönlichkeit, die große Zahl an außergewöhnlichen Bauunternehmungen und nicht zuletzt auch sein unter bis heute ungeklärten Umständen erfolgter Tod im Starnberger See üben auf eine breite nationale wie internationale Öffentlichkeit eine enorme Faszination aus. Tatsächlich setzte diese besonders intensive Popularität um die Person Ludwigs II. erst nach seinem Tod 1886 ein, zu seinen Lebzeiten wurde ihm insgesamt nicht mehr (und nicht weniger) Aufmerksamkeit zuteil als seinen Vorgängern.

Als beliebte Form der Erinnerungskultur etablierte sich in den Jahren nach dem Tod des Königs zunächst vor allem die Errichtung von Denkmälern. Es verging kaum ein Jahr, an dem nicht irgendwo im Königreich eine Statue, eine Büste, ein Medaillon oder eine Gedenktafel für Ludwig II. enthüllt wurde. Erst mit dem Ende der Monarchie in Bayern 1918 erlahmte das Interesse. Einen neuen Aufschwung gab es für Ludwig-II.-Denkmäler dann erst wieder in den 1960er Jahren.

Jener ersten Phase der Errichtung von Ludwig-II.-Denkmälern ist ein entsprechendes Projekt in Freising zuzuordnen. Im Stadtarchiv hat sich eine Akte mit einer überschaubaren Korrespondenz, einer Planskizze und drei Fotografien, die das Gipsmodell des projektierten Denkmals zeigen, erhalten. Die Initiative zur Errichtung eines Freisinger Ludwig-II.-Denkmals ging demnach vom „Verein zur Erbauung eines Monumentes für Weiland König Ludwig II. in Freising“ aus. Dieser war am 17. September 1904 gegründet worden und hatte bis 1906 einen Mitgliederstand von 192 Personen erreicht. Derartige Vereine waren im Fall der Ludwig-II.-Denkmäler als Initiatoren und Projektträger nicht ungewöhnlich, sondern eher die Norm.

Als Standort für das neue Denkmal kristallisierte sich nach einiger Zeit ein Grundstück heraus, das am unteren Teil der Haindlfinger Straße (seit 1910 „Prinz-Ludwig-Straße“) lag, inmitten des damals sogenannten „Villenviertels“. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schossen hier zahlreiche stattliche Häuser aus dem Boden, die in der Regel vom wohlhabenderen Teil der Stadtbevölkerung bewohnt wurden. Die meisten Grundstücke im Bereich des neuen Stadtviertels und so auch dasjenige, auf dem das Denkmal entstehen sollte (nachmals Anwesen Deutingerstraße 2, nördlich des Finanzamtes), gehörten dem Baumeister und Ziegeleibesitzer Alois Steinecker. Nachdem dieser der vorgesehenen Nutzung seine Zustimmung gegeben hatte, beauftragte der Verein den Freisinger Bildhauer und Steinmetzmeister Josef Franz mit der Fertigung von Gipsmodellen, die eine Vorstellung vom Königsdenkmal geben sollten (siehe Abb.).

Für den Denkmal-Entwurf waren stattliche Ausmaße vorgesehen: Ein mehrere Meter breiter Unterbau aus Muschelkalkstein samt einem vorgelagerten steinernen Podest, darüber die rund 2,5 Meter hohe Figur aus Untersberger Marmor. Der König wurde hier im Ornat des bayerischen St.-Georgs-Ritterorden dargestellt. Vor dem Denkmal sah man die Anlage zweier Rabatten sowie die Bepflanzung mit Hecken und Parkbäumen vor.

Insgesamt hätte die Realisierung gemäß dem Kostenvoranschlag des Bildhauers Franz rund 10.000 Mark gekostet, eine gewaltige Summe für ein Projekt, dessen Finanzierung ausschließlich über Spenden erfolgen sollte (zum Vergleich: Das 1904 bis 1911 errichtete und aufwändig ausgestattete Freisinger Rathaus kostete knapp 220.000 Mark). Letztlich überforderten diese enormen Kosten den Verein. Bis Mai 1907 hatte er über die Hälfte seiner Mitglieder verloren, was der Vorsitzende, Notariatsbuchhalter Isidor Prantl, damit erklärte, dass „durch die nur langsam fortschreitende Ansamlung [sic] von Beiträgen der Endzweck des Vereines sich erst in einer Zeit erreichen ließe, zu welcher die meisten der zahlreichen Mitglieder sich nicht mehr am Leben befinden.“ Im Juli 1907 erklärte man den Verein schließlich für aufgelöst. Die Errichtung eines Freisinger Denkmals für König Ludwig II., mit welchem die Stadt Freising laut dem damaligen Bürgermeister Stephan Bierner ihre „Anhänglichkeit an [ihr] hohes Herrscherhaus“ hätte demonstrieren können, war damit gescheitert.

Autor: Florian Notter
QUELLEN: StadtAFS, Akten II, o. Sign.
WEITERFÜHRENDE LITERATUR: Schulze, Dietmar: Ludwig II. Denkmäler eines Märchenkönigs (Schriftenreihe des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 2), München 2011.


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