Diese Seite informiert Sie über die Aktivitäten, Ziele und Sprecherinnen der Agenda21-Gruppe Faires Forum mit Kontakt.

Aktuelles

Faire Schokolade im Osternest - die süße Verführung, die vielen gut tut!

Am Samstag, den 27. März 2021 sind Aktive aus dem Fairen Forum und vom Weltladen Freising mit Plakaten bestückt und teilweise als Osterhäs*innen verkleidet in der Innenstadt und auf dem Markt unterwegs. Mit Sätzen wie „Augen auf beim Schokokauf – faire Einkommen für Kakaobäuer*innen!“ oder „Wer morgen noch Schokolade essen will, muss heute Kakaobäuer*innen angemessen bezahlen!“ sowie „Fairer Kakao macht glücklich, satt und schlau!“ wollen sie dazu einladen, sich für faire Schokolade im Osternest zu entscheiden, damit nicht nur wir, sondern auch die Produzent*innen etwas davon haben.
Statistisch gesehen verzehrt jede*r Deutsche jährlich 10 kg Schokolade. Die Familien der Kakaobäuer*innen kommen nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit gerade mal auf ein Tageseinkommen von 50 Cent pro Familienmitglied – so wenig, wie bei uns eine Tafel Schokolade beim Discounter kostet. Ist das fair?
Die Folgen: Die Produzent*innen produzieren zu stark schwankenden Weltmarktpreisen, die in der Regel nicht existenzsichernd sind. Sie sind häufig darauf angewiesen, dass ihre eigenen Kinder oder Kinder aus noch ärmeren Ländern bei der Kakaoernte mitarbeiten müssen und daher nicht zur Schule gehen können. Tragisch ist die Situation auch für die Natur: Für höhere Ernten und Erlöse roden Kakaobäuer*innen immer mehr Regenwald mit negativen Folgen für Klima und Artenvielfalt. Schokolade ist zur billigen Massenware geworden – auf Kosten von Mensch und Natur!
Schokolade aus fair gehandelten Kakaobohnen gibt es mittlerweile in vielen Geschäften zu kaufen – zu erkennen z.B. an dem Fairtrade- , dem GEPA- oder dem Zotter-Siegel.
Damit die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten entlang der gesamten Wertschöpfungskette zum Normalfall wird, setzen sich Weltladen und Faires Forum für ein starkes Lieferkettengesetz ein. Susanne Höck weist darauf hin, dass der aktuelle Gesetzentwurf noch Nachbesserungen bedarf. Die Parlamentsberatungen ab Mitte April seien von entscheidender Bedeutung. Jeder*r könne dem Bundestagsabgeordneten einen Brief oder eine Email schreiben, damit dieser sich dafür einsetze. Die Lieferketteninitiative organisiert aktuell ein Mailing.

Ihr Handy ist GOLD wert! Handysammelstellen in Freising

Handys sind aus dem Alltag nicht wegzudenken. Allein in Deutschland werden jedes Jahr ungefähr 25 Millionen neue Handys gekauft. Jedes Gerät wird nur ca. 18 Monate genutzt und dann durch ein neues ersetzt. Allein Handys verursachen so jährlich mindestens 5.000 Tonnen Elektronikschrott. Ausgediente Mobiltelefone verschwinden oft in der Schublade und bleiben dort. In Deutschland schlummern rund 200 Millionen alte Handys in den Schubladen! Doch die kleinen „Schatzkisten“ enthalten wertvolle Rohstoffe wie Gold oder Kupfer. Sie sind zu wertvoll, als dass sie ungenutzt bleiben sollten, auch weil die Rohstoffgewinnung massive Probleme verursacht.“ so steht es auf der Homepage der Handyaktion Bayern.
Die gesammelten Handys werden repariert, um dann als gebrauchte Handys weiter genutzt werden zu können, oder recycelt. Es ist sichergestellt, dass alle verbliebenen Daten gelöscht werden. Die Erlöse werden erst einmal genutzt, um die Kosten zu decken. Das, was noch an (kleinem) Gewinn übrig bleibt, nutzen die beiden Organisationen, um Projektpartner *innen im sogenannten globalen Süden zu unterstützen.
In Freising können Sie Ihr Handy abgeben:
St. Georg-Haus am Rindermarkt: Hier sammelt die Kolping-Familie Freising für die Handy-Spenden-Aktion des Kolpingwerks und Missio.
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Am Hofgarten 4 (Poststelle) und Am Hofgarten 2 (Bibliothek neben dem Aussichtspunkt)
Hier stehen Sammelkisten der Handyaktion Bayern, die von Mission eine Welt und dem Eine Welt Netzwerk Bayern initiiert wurde.
Bitte die jeweils aktuellen Öffnungszeiten beachten.

Blumen zum Valentinstag?

„Fairtrade-Blumen und Geschenke aus fairem Handel – damit alle daran Freude haben, die Beschenkten und die Produzent*innen“.
Dieses Anliegen stand im Mittelpunkt einer Aktion zum Valentinstag. Aktive aus dem Fairen Forum und vom Weltladen waren am 13.02.2021 als wandelnde Plakate in Freising unterwegs.
Wussten Sie, dass für den Valentinstag 24 Millionen Rosen aus Kenia eingeflogen werden? Dass Deutschland nach den USA und Japan der drittgrößte Blumenkäufer der Welt ist und deutsche Verbraucher*innen jährlich 3,2 Mrd. Euro für Blumen ausgeben? Jede dritte gehandelte Schnittblume kommt aus Ländern des Globalen Südens: Kenia, Kolumbien, Ecuador, Südafrika, Simbabwe u.a. Manche dieser Länder sind inzwischen massiv abhängig von diesem Exportgut, denn es bringt  dringend benötigte Devisen ins Land und bietet tausenden Arbeitskräften einen Arbeitsplatz.
Obwohl der arbeitsintensive Anbau in diesen Ländern viele Arbeitsplätze geschaffen hat, sind die Arbeitsbedingungen auf den Plantagen alles andere als menschen-würdig und gerecht: Durch intensiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die von der WHO als hochgiftig eingestuft werden, fehlende Schutzkleidung während der Arbeit, Verunreinigung von Wasser und damit auch der Nahrung. Folge davon sind unter anderem gesundheitliche Beeinträchtigungen, Arbeitsunfähigkeit, Verlust des Arbeitsplatzes, Armut. Bis zu 80% der Arbeiter*innen dort sind Frauen.

Die Alternativen:

  • Schnittblumen aus fairem Handel: Das Fairtrade-Siegel garantiert, dass nach klar definierten Sozial- und Umwelt-Standards produziert wird: Streng geregelter Einsatz von Pestiziden, sparsame Bewässerungssysteme und Kläranlagen, geregelte Arbeitszeiten, Sozialleistungen. Den enormen Wasserverbrauch und das Problem des langen Transportweges löst es allerdings nicht. Und damit auch nicht die Frage, ob Kunden*innen hier jederzeit frische Rosen brauchen.
  • Schnittblumen aus heimischer Produktion: Regional und saisonal, z.B.: Tulpen, die weitgehend unbelastet sind, oder Freilandblumen (Mai bis September) von regionalen Gärtnereien oder vom Feld.

Blumen zum Valentinstag?
Ja! Wenn die Blumen internationale Umwelt- und Sozialstandards erfüllen und die Herkunftswege bedacht werden. Besser ist es, auf andere Blumen wie Tulpen, Hyazinthen, Anemonen u.a. umzusteigen. Wenn es denn unbedingt Rosen sein sollen, dann nur aus fairem Handel.

Bundestagsabgeordneter Erich Irlstorfer unterstützt Lieferkettengesetz-Initiative

Auf Initiative des Fairen Forums Freising hat sich der Freisinger Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer öffentlich für ein Gesetzesvorhaben von Bundesminister Dr. Gerd Müller und seinem Kabinettskollegen Hubertus Heil ausgesprochen. Dazu unterzeichnete er ein Plakat des Bayerischen Bündnisses zur Initiative für ein Lieferkettengesetz. in Lieferkettengesetz ein, mit dem Unternehmen Ein Lieferkettengesetz würde Unternehmen verpflichten, bei ihren weltweiten Zulieferern auf Menschenrechte zu achten und Umweltzerstörung zu vermeiden. Erschreckende Berichte über brennende Fabriken, ausbeuterische Kinderarbeit oder zerstörte Regenwälder zeigen immer wieder: Freiwillig kommen Unternehmen ihrer Verantwortung oftmals nicht ausreichend nach. Das Faire Forum Freising ist der Meinung, dass Unternehmen, die Schäden an Menschen und Umwelt in ihren Lieferketten verursachen oder in Kauf nehmen, dafür haften müssen. Das Gesetz würde auch solche Unternehmen belohnen, die sich seit langer Zeit selbstverständlich für Menschenrechte und Umweltschutz einsetzen.

#sweetrevolution

 Das Faire Forum engagiert sich in der laufenden Aktion #sweetrevolution von Fairtrade Deutschland gegen unfaire Bedingungen im Kakaohandel. Um die Verbraucher/-innen aufmerksam zu machen auf die häufig problematischen Produktionsbedingungen von Kakao und sie dafür zu sensibilisieren, beim Einkauf bewusst auf fair gehandelte Schokoladen-Waren zu achten, hat auch das Faire Forum Freising zwei eingängige Slogans im bundesweiten Online-Wettbewerb eingereicht.
Hintergrund: Kakaobauernfamilien arbeiten hart –  oft auch die Kinder –  und verdienen dennoch so wenig, dass sie unter der Armutsgrenze leben. Sie zahlen damit den bitteren Preis dafür, dass Schokolade weltweit so günstig verkauft werden kann. Fairtrade Deutschland hat mit den Fairtrade- Towns und den Fairtrade-Schulen die Aktion #sweetrevolution gestartet, um dieser Ungerechtigkeit den Kampf anzusagen und mit selbst gestalteten Protest-Slogans kreativ zu werden. Die „Sweet Revolution“ für fairen Kakao fordert faire Einkommen, gerechte Arbeits- und Produktionsbedingungen und ein Ende der Kinderarbeit.
Mit seiner Teilnahme am Wettbewerb möchte das Faire Forum die Situation im Kakaoanbau thematisieren und zum  Nachdenken anregen.

 

Ziele und Aktivitäten

Seit dem 29. Juni 2011 ist Freising Fairtrade-Stadt. Und diese Auszeichnung soll auch weiterhin mit Leben gefüllt werden. Das Faire Forum hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorteile des fairen Handels in der Freisinger Bevölkerung bekannter zu machen. Die globalen Nachhaltigkeitsziele der UN setzen an die erste Stelle "keine Armut". Faire Entlohnung der Menschen im globalen Süden bringt uns diesem Ziel näher. Das Faire Forum versucht durch Projekte und Aktionen wie beispielsweise Ausstellungen, Vorträge, die Erstellung eines Einkaufskompasses oder die Faire Stadtschokolade, für jede*n die ethischen Folgen unseres Konsumverhaltens begreifbar und anschaulich zu machen. Was bedeuten "unfair" und "fair" im Hinblick auf globale Handelsbeziehungen? Was hat das mit mir zu tun? Wem nützt fairer Handel? Was habe ich davon, fair einzukaufen, und was der Kleinbauer in Kenia? Wodurch zeichnet sich fairer Handel im Gegensatz zu "unfairen", konventionellen Handelbeziehungen aus?

Im offenen Dialog und kritischen Austausch wollen wir so den Freisinger Bürger*innen näherbringen, was faire Handelsbeziehungen eigentlich ausmachen. Das Verständnis für faire und partnerschaftliche Handelsbeziehungen in der Domstadt zu stärken, ist also das wichtigste Anliegen des Fairen Forums. Dabei legen wir gemäß des Agenda21-Gedankens "Global denken - lokal handeln" viel Wert darauf, die Kriterien "bio", "regional" und "fair" zusammen zu denken. Ein ganz konkretes Ziel des Fairen Forums ist beispielsweise die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kriterien bei der öffentlichen Beschaffung der Stadt Freising.


Rückblick

Konzertvortrag: Buen Vivir meets Postwachstumsökonomie

Eine Avantgarde, die entrümpelt

Auf Einladung von Fairem Forum und Weltladen Freising, unterstützt durch viele andere, war Grupo Sal am 5.10.2020 mit der Konzertlesung „Buen Vivir im Dialog mit Postwachstumsökonomie“ zu Besuch in Freising. Neben den Musikern von Grupo Sal standen Nico Paech, Postwachstumsökonom, und Alberto Acosta, Verfechter des Buen Vivir (zugeschaltet aus Quito) auf der Bühne.

„Wir leben ökologisch, ökonomisch und psychologisch über unseren Verhältnissen“ sagt Wirtschaftswissenschaftler Niko Paech.  Sein Ansatz: Weniger Konsum, mehr Freizeit, regionale Wirtschaftskreisläufe. Teilen statt kaufen und Dinge wieder zu reparieren statt wegwerfen. Ein weiterer Baustein in seiner Theorie der Postwachstumsökonomie ist, junge Leute zu motivieren, in der Landwirtschaft und im Handwerk zu arbeiten und „aus dem Akademisierungswahn rauszukommen“. Voraussetzung dafür sei aber natürlich, dass überall, auch im Handwerk und in der Landwirtschaft, faire Löhne gezahlt werden und die Arbeitszeit verkürzt wird. In der Landwirtschaft müsse zudem „konsequent ökologisch und artgerecht“ gearbeitet werden. Paech plädierte für Realitätslabore, Genossenschaften ein Sich-Vernetzen von Gleichgesinnten.

Ein Verfechter des Buen Vivir war live aus Quito zugeschaltet: Alberto Acosta Espinosa. Der ecuadorianische Wirtschaftswissenschaftler, Politiker und Intellektuelle zweifelt an, dass die Mächtigen aus der Corona Pandemie die richtigen Lehren gezogen hätten: „Mehr denn je muss man von unten anfangen – solange die Mächtigen es nicht verstanden haben“. Die Pandemie sei eine Tragödie. Er frage sich aber doch, warum wir uns nicht gleich stark über die acht Millionen Toten aufregen, die jährlich an Luft- und Wasserverschmutzung sterben oder die rund 26 000, die täglich verhungern.  Und statt aus der aktuellen Krise zu lernen, gehe die Plünderung der Natur und die Ausbeutung der Menschen weiter.      

Über Länder- und Religionsgrenzen hinweg gebe es verschiedene Möglichkeiten, das Buen Vivir zu leben. Man könne es mit gutem Zusammenleben oder gelungenes Leben übersetzen. Aber man müsse auch Verantwortung übernehmen für sein Handeln – etwa Mitmenschen und Natur gegenüber. Und er stellte klar, dass Buen Vivir nichts mit Dolce Vita zu tun habe. Während Dolce Vita nur gutes Leben für eine Minderheit bedeute, strebe Buen Vivir dies für alle Menschen an. Zum Buen Vivir gehöre ein starker Gemeinschaftssinn unter den Menschen sowie eine intensive, harmonische Verbundenheit mit der Natur „wir sind Teil der Natur – nicht die Herrscher.“

Die Musik von Grupo Sal, mal Tango, mal Salsa oder Rumba, aber immer leidenschaftlich, ließ es in Diskussionspausen in den Beinen kribbeln – doch Tanzen war in diesen Zeiten von Corona keine Option. Fernando Dias Costa und Aníbal Civilotti erzählten zu ihren Stücken kurze Hintergrundgeschichten aus Lateinamerika.
 

 

Faire Woche in Freising 2020

„Bildung statt Kinderarbeit! Immer noch arbeiten Millionen von Kindern auf Plantagen, in Steinbrüchen und Fabriken.“ Dies steht in großen Lettern auf einem Transparent an der Volkshochschule Freising. Auf einem anderen Transparent an anderer Stelle wird Bundesminister Gerd Müller zitiert: „Das Wohl der Menschen ist nicht verhandelbar!“
Anlass für diese Aktion des Fairen Forums Freising ist die diesjährige Faire Woche. Vom 11. bis 26. September werden an verschiedenen öffentlichen Gebäuden sowie Brückengeländern Transparente hängen und Fragen der globalen Gerechtigkeit aufwerfen, um so für einen fairen Handel zu werben. Außerdem wehen auf dem Marienplatz Fahnen mit dem Fairtrade Town Logo und weisen darauf hin, dass sich Freising als Fairtrade Town dem Fairen Handel verpflichtet hat.

Die Faire Woche wird veranstaltet vom Forum Fairer Handel e.V. in Kooperation mit TransFair e.V. und dem Weltladen-Dachverband e.V.. Unter dem Motto „Fair statt mehr“ beschäftigt sie sich in diesem Jahr mit der Frage, was es für ein gutes Leben braucht. „Die Frage, was ein gutes Leben ausmacht, hat durch die Corona-Pandemie eine eindringliche Aktualität bekommen“, sagt Ursula Blum vom Verein Partnerschaft Eine Welt Freising e.V.. Die Krise mache deutlich, dass unser Wirtschaftssystem nicht unverwundbar ist und dass es vielen Menschen die Chance auf ein gutes Leben verwehrt – vor allem im Globalen Süden. Gleichzeitig biete es die Chance, das eigene Konsumverhalten, aber auch unser auf Wachstum ausgerichtetes System als Ganzes zu hinterfragen. „Der Faire Handel stellt den Menschen in den Mittelpunkt, nicht den Profit“, so Monika Hobmair, Sprecherin des Fairen Forums Freising
www.faire-woche.de

 

Fortbildung Globales Lernen

Am 06.03.2020 kamen sechzehn Lehrer*innen und Multiplikator*innen im Gemeindehaus der Christi-Himmelfahrts-Kirche in Freising zusammen, um sich einen Nachmittag lang mit Fragen und Methoden der globalen Gerechtigkeit und des Welthandels zu beschäftigen.
Raphael Thalhammer und Sina Taubmann vom Nord-Süd-Forum aus München stellten die Methodenkiste „Globales Lernen“ vor, welche vom Nord-Süd-Forum entwickelt wurde.
Die Teilnehmer*innen konnten in der Fortbildung die Methodenkiste mit Elementen für Unterricht, Vertretungsstunden oder Projekttage kennenlernen. Methoden wie „Wir stellen Welt“ oder die „Welthandelssimulation“ wurden gemeinsam ausprobiert.
Einige Stimmen von Teilnehmerinnen:
Astrid M.: „Ich fand es gut, die Methoden einmal selbst als Teilnehmerin erlebt zu haben, einmal selbst vielleicht Frustration, Erstaunen oder Spieleifer gefühlt zu haben. Es war besonders spannend mit der Methode „Wir stellen Welt" zu sehen, was für ein westlich zentriertes Denken sogar wir als eigentlich bewusste Multiplikator*innen haben. Besonders begeistert war ich von der Welthandelssimulation, wie man besonders einfach ein komplexes System verstehen bzw. darstellen kann, um die zentrale Botschaft rauszuarbeiten.“
Anita S.: „Ich fand die Zusammensetzung der Teilnehmer*innen sehr spannend, zumal ich davon ausgegangen bin, dass sich die Zielgruppe hauptsächlich aus Lehrer*innen zusammensetzen würde. Ich fand beide Spiele sehr ansprechend und auch in der Oberstufe, z.B auch in Englisch, Ethik oder VWL einsetzbar. Bei dem Welthandelsspiel fand ich auch die Dynamik bzw. Passivität der Gruppen sehr ansprechend. Besonders gefallen hat mir die Vorstellungsrunde mit den Karten, die ja wirklich universell einsetzbar sind.“
Die Methodenkiste „Globales Lernen“-Kiste enthält sieben didaktisch aufbereitete Einheiten, die direkt eingesetzt werden können, sowie weiterführende Methodensammlungen und Hintergrundinformationen zum Globalen Lernen. Die Einheiten eignen sich zum Einsatz ab der 7. Jahrgangsstufe.
Die Kiste bzw. einzelne Methoden daraus können im Weltladen Freising entliehen werden. Auch kann Unterstützung für die Durchführung von Einheiten beim Weltladen angefragt werden. Kontaktadresse ist: bildung@weltladen-freising.de.
Die Fortbildung wurde vom Fairen Forum Freising in Kooperation mit dem Weltladen Freising, BAGS e.V. Erding und dem Nord-Süd-Forum aus München angeboten und aus Mitteln des Agenda21-Sozialbeirates finanziert.

 

 

Nikolaus-Aktion des Fairen Forums und des Weltladens

"Ich will erst wieder Geschenke bringen, wenn ein wirksames Lieferkettengesetz verabschiedet wird". Viele Besucher*innen des Wochenmarkts schauten interessiert, was der Nikolaus da hinter sich her zog: leere Kisten ohne Geschenke. Auf den Kisten waren die Forderungen zum Lieferkettengesetz zu lesen. Dies sei notwendig, weil

  • der Verstoß gegen Menschenrechte und Umweltstandards rechtliche Konsequenzen haben müsse
  • Unternehmen, die Schäden (auch außerhalb Deutschlands) anrichten, Verantwortung dafür übernehmen müssen und
  • die Verantwortung dafür nicht auf die Verbraucher*innen abgewälzt werden dürfe.

Aktive vom Weltladen und vom Fairen Forum informierten bei dieser Aktion über die Ziele eines solchen Gesetzes und sammelten Unterschriften für die bundesweite Petition.

Bericht von der Fairen Woche 2019

"Global Mamas" - lebendige Mode aus Ghana macht Frauen in Freising glücklich und Frauen in Ghana unabhängig

Dicht gedrängt saßen zahlreiche Besucher*innen im Weltladen Freising neben dem improvisierten Laufsteg mitten im Laden und genossen eine fröhliche und farbenfrohe Modenschau: Begeistert präsentierten die Mitarbeiterinnen des Weltladens die bunten Kleider von Global Mamas und eröffneten so temperamentvoll den Vortragsabend, der im Rahmen der Fairen Woche 2019 stattfand. Nachdem sich alle davon überzeugen konnten, dass sich die Mode dieses Labels mehr als sehen lassen kann, berichteten Patience Essibu, Mitgründerin von Global Mamas, und Barbara Tetteh-Appain die dort als Designerin und Trainerin arbeitet, von ihrem Alltag und der zentralen Rolle, die Geschlechtergerechigkeit spielt, um die Armutsspirale in einem Land zu beenden.

Global Mamas schafft Zukunft
„Frauen in die Lage zu versetzen, finanziell unabhängig zu sein, leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die Wirtschaft eines ganzen Landes zu stärken und Arbeitslosigkeit zu reduzieren,“ sagte Patience Essibu. Global Mamas bezahlt grundsichernde Löhne (3-facher Mindestlohn), hat ein eigenes Gesundheitsprogramm, investiert in die Weiterbildung der Frauen und übernimmt die professionelle Vermarktung der Produkte. Das trägt zur Unabhängigkeit der Frauen bei und versetzt sie in die Lage, sich ein eigenständiges Leben aufzubauen.
Es war beeindruckend zu hören, dass die Frauen von Global Mamas einen großen Teil ihres Verdienstes in ihre Kinder investieren, damit diese eine gute Ausbildung bekommen.  Die Ware aus Ghana kommt ohne Plastikverpackung in Deutschland an. Mehr noch, die Kartons, in der die Ware versandt wird, sind nicht neu angeschafft, sondern wurden bereits schon einmal verwendet. Der Bericht der Produzentinnen zeigt: Global Mamas wirkt. Fairer Handel schafft Zukunft.
Darüber hinaus bot die Faire Woche in Freising eine Ausstellung, Vorträge, Infostand und vielfältige Möglichkeiten sich faire Produkte schmecken zu lassen. Das komplette Programm finden Sie hier:

Bilder von der Fairen Woche 2019

Weitere Veranstaltungen und Aktionen

  • Filmvorführung "Plastic Planet" mit Regisseur Werner Boote am 22. Mai 2019
  • Bildungsprojekt: "Alles Plastik, oder was?" 2019
  • Dokumentarfilm "Die grüne Lüge" mit Autorin Kathrin Hartmann
  • Kampagne Faire Bälle "Fair Play - Fair Pay" 2018/19
  • Bildervortrag mit Verkostung: Gesund und fair würzen! lobOlmo 2018
  • Nachhaltig leben in Freising, Einkaufskompass 2016
  • Infotag mit Vorträgen und Ausstellungen "Fairtrade an Freisings Schulen" 2016

Wer ist dabei? Wer kann mitmachen?

Im Fairen Forum sind zahlreiche Vertreter*innen eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses vertreten: Repräsentant*innen aus Stadt und Politik, Handel und Gastronomie, Kirchengemeinden, Schulen und Erwachsenenbildung (Kreisbildungswerk, Kardinal-Döpfner-Haus, VHS), der Verein Partnerschaft Eine Welt Freising e.V. sowie interessierte Bürger*innen bringen ihre verschiedenen Perspektiven an den Diskussionstisch und finden sich zu verschiedenen gemeinsamen Aktionen zusammen. Sprecherinnen des Fairen Forums sind Monika Hobmair und Heide Hoffmann. Alle Bürger*innen, die an der Förderung des Fairen Handels interessiert sind, sind zu dem Treffen herzlich willkommen!

Ihr Kontakt

über die Koordinationsstelle AGENDA21

Treffpunkt Ehrenamt
Johanna Sticksel
agenda21@freising.de
Telefon: 08161/54-45252


Hausanschrift

Major-Braun-Weg 12 (Raum 10, im Erdgeschoss, rechter Eingang)
85354 Freising


Sprechzeiten

Dienstag 10 bis 12 Uhr - Mittwoch 10 bis 12 Uhr - Donnerstag 15 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung


Nach oben