Auf dieser Seite finden Sie allgemeine Informationen und Tipps rund um den Radverkehr in Freising: unter anderem zu Fördermöglichkeiten, zum Freisinger Radlsommer und dem Radwegezielnetz.

Wer in Freising unterwegs ist, bemerkt schnell, dass der Radverkehr eine große Rolle in der Stadt spielt. Das „Radl“ erfreut sich über alle Generationen hinweg großer Beliebtheit. Zwar bietet die kompakte Struktur der Stadt dafür eine gute Voraussetzung, demgegenüber stehen aber die bewegte Topographie, die Barrieren im Stadtgebiet (DB-Strecke und Isar) und die oft nicht anforderungsgerechten Radverkehrsanlagen.


Fahrradfreundliche Kommunen in Bayern

Beitritt zur AGFK – ein klares Bekenntnis zur Radverkehrsförderung

Die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. (AGFK Bayern)“ ist ein Netzwerk bayerischer Kommunen, dass 2012 von 38 Gründungsmitgliedern und maßgeblicher Unterstützung der Bayerischen Landesregierung ins Leben gerufen wurde. Die Stadt Freising ist der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern e.V. (AGFK) im Jahr 2016 beigetreten. Leitidee des Vereins war und ist der Netzwerkgedanke und regelmäßige Erfahrungsaustausch. Mit dem Beitritt in die AGFK musste die Stadt Freising ein klares Bekenntnis zum Radverkehr abgegeben. Im Rahmen einer Vorbereisung wurde die bestehende Radverkehrsinfrastrukur und -verkehrspolitik der Stadt von Fachleuten unter die Lupe genommen. Defizite und positive Aspekte der Radverkehrsförderung wurden vom der AGKF benannt. Nach ca. 4 Jahren Mitgliedschaft in der AGFK werden die Fortschritte der Stadt Freising im Bereich Radverkehr im Rahmen einer sogenannten „Hauptbereisung“ bewertet. Dann wird sich zeigen, ob Freising die Auszeichnung  „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ durch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr erhält.


Radwegezielnetz

Ein besonderes Augenmerk des Mobilitätskonzeptes „Freising – nachhaltig mobil“ und der Stadt Freising liegt auf der Förderung des Radverkehrs. Zwar kann Freising bereits einen hohen Anteil an Radfahrer*innen aufweisen, in Bezug auf die Fahrradfreundlichkeit der Stadt besteht jedoch Nachholbedarf. Negativ treten die fehlende Durchgängigkeit der Radwege, Konflikte mit anderen Verkehrsmitteln, besonders in Kreuzungsbereichen und Straßen mit geringem Querschnitt, unzureichende Abstellanlagen und die stark lückenhafte Wegführung auf. Als Grundlage, um die Defizite im Radverkehrsbereich zu adressieren und Netzlücken zu schließen, wurde ein „Radwegezielnetz“ erarbeitet. Im Zielnetz wurden Hauptrouten definiert, die prioritär umgebaut und für den Radverkehr verbessert werden sollen. Zum anderen wurden Ausbau- bzw. Gestaltungsstandards für den Radverkehr im Rahmen von (Straßen)Bauvorhaben festgelegt.

Grundsätzlich gliedert sich das Zielnetz hierarchisch in zwei Ebenen: Hauptnetz und Erschließungsnetz. Hauptnetzelemente sind Hauptachsen des Radverkehrs, welche die Verbindung von Stadtteilzentren zum Hauptzentrum und von Stadtteilzentren untereinander bilden. Hier soll dem potentiell hohen Radverkehrsaufkommen ein weitgehend störungsfreies Fahren und ein zügiges Vorankommen durch eine direkte Führung ermöglicht werden. Das Erschließungsnetz verknüpft Hauptachsen und dient der flächigen Erschließung bzw. der von Quartieren und Ortsteilen. Hier ist mit einem mittleren Verkehrsaufkommen zu rechnen. Anzustrebender Ausbaustandard ist eine Führungsform, die hohe Verkehrssicherheit gewährleistet.

Eine Sonderstellung im Zielnetz nimmt der Innenstadtbereich ein, der durch ein hohes Radverkehrsaufkommen gekennzeichnet ist, da hier viele wichtige Quellen und Ziele des Radverkehrs liegen. Für diesen Zentrumsbereich wird gleichzeitig eine hohe Aufenthaltsfunktion anstrebt. Dies geht mit einem hohen Fußverkehrsaufkommen einher. Verkehrsrechtlich wird der Bereich nach dem Umbau als verkehrsberuhigte Zone bzw. Fußgängerzone ausgewiesen. Dementsprechend soll eine Gleichberechtigung der Verkehrsarten erreicht werden. Für den Radverkehr bedeutet dies verminderte Geschwindigkeiten.

Gesondert gekennzeichnet sind weiterhin die Netzelemente der touristischen Radwege, für welche die Funktionen des Freizeitverkehrs vordergründig sind. Bei diesen Freizeitrouten sind bezüglich des Ausbaustandards mindestens die Anforderungen an Nebenrouten zu empfehlen. Zudem ist auf eine landschaftlich ansprechende Einpassung der Routen abseits hoch befahrener Straßen zu achten. Auf Freizeitrouten ist das Erleben der Umwelt- und Familienfreundlichkeit wichtiger als zügiges Vorankommen.


Arbeitsgruppe Runder Radltisch

Der hohe Stellenwert, den das Radfahren in Freising hat, zeigt sich nicht nur am vergleichsweise hohen Radverkehrsanteil, sondern auch an dem regen Engagement von Bürgern, Verbänden, Politik und Verwaltung für eine Verbesserung der Bedingungen. Der Runde Radltisch ist in diesem Zusammenhang bereits seit über 10 Jahren etabliert.

Es handelt sich hierbei um ein Fachgremium, in welchem die Verwaltung (u.a. Stadtplanung, Tiefbau, Amt für Sicherheit und Ordnung), Vertreter der Politik, der Polizei, der Agenda 21, Mitarbeiter der Hochschule und Abgeordnete vom Verkehrsclub Deutschland sowie nicht zuletzt die der örtliche ADFC-Verband ressortübergreifend diskutieren und Abstimmungen zu geplanten Maßnahmen ermöglicht werden.

Während der Erstellung des Teilkonzeptes Radverkehr wurden eine breite Beteiligung und ressortübergreifende Abstimmung durch die Konsultation des Runden Radltisches gewährleistet. Während der Bearbeitung fanden drei Sitzungen statt. Es wurden Lösungen für folgende radverkehrsbezogene Problemstellungen und das Radwegezielnetz diskutiert.

Der Lenkungskreis Runder Radltisch begleitet die Umsetzung des Mobilitätskonzeptes und dient dem Monitoring und Controlling.


Der Freisinger Radlsommer

Der seit 2016 jährlich stattfindende Freisinger Radlsommer besteht aus zwei zentralen Aktionen. Zum einen aus der Teilnahme der Stadt Freising an der bundesweiten Kampagne „STADTRADELN“, zum anderen aus der lokalen Aktion „Mit dem Rad in der Stadt“, die von der  Agenda21-Projektgruppe Bauen, Wohnen, Verkehr initiiert wurde. Der Freisinger Radlsommer erfreut sich jährlich wachsender Beliebtheit und Teilnahme.

Bundesweite Aktion STADTRADELN

Die Aktion „STADTRADELN“ dient der Förderung des Radverkehrs und dem Klimaschutz. Mehr Fahrräder im Straßenverkehr tragen dazu bei Luftschadstoffe und Lärm zu reduzieren und die Lebensqualität in Gemeinden und Städten deutlich zu verbessern. Etwa die Hälfte der mit dem Auto zurückgelegten Wege ist kürzer als fünf Kilometer – also eine ideale Entfernung zum Radfahren. Nebenbei liegt Radfahren im Trend, macht Spaß und ist Fitness-Training zum Nulltarif und gut für die Gesundheit. Die bundesweite Aktion STADTRADELN, an der sich Kommunen aus ganz Deutschland und darüber hinaus beteiligen können, will ein Zeichen für mehr Radverkehrsförderung setzen und wird vom Klima-Bündnis organisiert.

Die Stadt Freising beteiligt sich gemeinsam mit dem Landkreis Freising an der Aktion. Jährlich werden die Mitglieder des Freisinger Stadtrats, Freisinger Bürger*innen im dreiwöchigen Aktionszeitraum aufgerufen ein Zeichen für mehr Radverkehrsförderung zu setzen und möglichst viele Fahrradkilometer – beruflich oder privat - für die Stadt bzw. den Landkreis zu sammeln. Mitmachen kann jeder, der in Freising wohnt, arbeitet, studiert, zur Schule geht oder einem Verein angehört. Zu gewinnen gibt es zahlreiche attraktive Preise auf kommunaler, Landkreis- und bundesweiter Ebene!

Aktion „Mit dem Rad in der Stadt“

Bei der Aktion „Mit dem Rad in der Stadt“ heißt es jährlich:  Mitradeln, Einkaufen und Gewinnen. Für Einkäufe im Aktionszeitraum mit dem Fahrrad erhalten Sie ab einem Einkaufswert von 5 € bei den teilnehmenden Geschäften und Institutionen die Sammelmarken mit dem radelnden Freisinger Bären. Die Sammelhefte liegen immer kurz vor Beginn der Aktion im Bürgerbüro, der Touristinformation, der Stadtbibliothek und selbstverständlich bei allen teilnehmenden Geschäften aus. Zu gewinnen gibt es zahlreiche gespendete Preise der teilnehmenden Institutionen. Es lohnt sich also: für Sie und die Umwelt.

Durchgeführt wird die Aktion, welche der Förderung des Alltagsradverkehrs sowie unseres innerstädtischen Einzelhandels dient, in Kooperation mit dem ADFC Kreisverband Freising, der Agenda21-Projektgruppe „Bauen, Wohnen, Verkehr“ und der Aktiven City Freising e.V.


(Lasten)Radförderprogramm

Die Stadt Freising möchte Anreize zur Änderung des Mobilitätsverhaltens schaffen. Fahrten des motorisierten Individualverkehrs im Stadtgebiet sollen reduziert und der Radverkehrsanteil, auch im gewerblichen Bereich, erhöht werden. Dazu hat die Stadt Freising ein kommunales Förderprogramm für (Lasten)fahrräder aufgelegt. Sie verfolgt damit folgende Ziele zum Wohle ihrer Bürger*innen im Sinne einer Verbesserung der Lebensqualität vor Ort verfolgt:

  • Senkung der lokalen CO2-Emissionen im Sinne des Klimaschutzes durch eine Minderung des Verbrauchs von fossilen Energieträgern
  • Verringerung der Schadstoffemissionen (v. a. NOx) und Feinstäuben im Stadtgebiet als Beitrag zur Luftreinhaltung
  • Lärmminderung im Sinne des Lärmaktionsplans der Stadt Freising
  • Räumliche Entlastung durch eine Reduzierung des ruhenden (motorisierten) Verkehrs und Potenzierung des Effekts der Verkehrsverlagerung durch spezielle Anreize für die gemeinschaftliche Lastenradnutzung („Sharing“)

Das Förderprogramm wurde im Rahmen der Umsetzung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes der Stadt Freising sowie desMobilitätskonzeptes „Freising – nachhaltig mobil“ (Maßnahme 18) auf den Weg gebracht. Die Förderung alternativer Mobilitätskonzepte ist darüber hinaus Bestandteil des Stadtentwicklungsplans (STEP).

Förderanträge können ab 1. September 2019 gestellt werden.

Gefördert werden

  • Elektrische Lastenfahrräder
  • Muskelbetriebene Lastenfahrräder
  • Fahrradanhänger

zum Lasten- oder Personentransport.

Zusätzlich gibt es eine Stilllegungsprämie in Höhe von 500 €, wenn mit Anschaffung eines Lastenfahrrads oder -anhängers gleichzeitig ein mit Benzin- oder Dieselkraftstoff betriebener PKW (bzw. Fahrzeug) stillgelegt wird.

Grundsätzliche Fördervoraussetzungen sind

  • der Bezug von Ökostrom (bei E-Fahrzeugen)
  • das Angebot eines Fahrrad-Fachhändlers

Die Besonderheiten des Freisinger Förderprogramms sind

  • erhöhte Fördersätze für einkommensschwache Haushalte
  • erhöhte Förderung für Fahrzeuge, die nachweislich zum Verleih („Sharing“) zur Verfügung gestellt werden
  • im Einzelfall: (Bauliche) Maßnahme für den Verleih eines Lastenfahrzeugs
  • zusätzlicher Preisvorteil von einzelnen Fahrrad-Fachhändlern in Höhe von 3 %

Antragsberechtigt sind

  • Privatpersonen
  • Gewerbetreibende
  • Freiberuflich tätige Personen
  • Gemeinnützig anerkannte Vereine
  • Wohnungseigentümergemeinschaften
  • Je Haushalt und Institution ist maximal ein Fahrzeug bzw. Lastenanhänger förderfähig.

Die Antragsunterlagen

finden Sie hier auf der Webseite zum Download oder erhalten Sie zu den Öffnungszeiten im Amt für Stadtplanung und Umwelt.

Die Antragsstellung

erfolgt unter Verwendung der von der Stadt Freising zur Verfügung gestellten Antragsformulare. Diese senden Sie ausgefüllt, unterschrieben und mit den jeweils erforderlichen Nachweisen entweder

  • per Post an die nachfolgende Adresse:
    Stadt Freising
    Amt für Stadtplanung und Umwelt
    - Lastenradförderung -
    Obere Hauptstraße 2
    85354 Freising
  • oder eingescannt per E-Mail an:
    lastenrad-foerderung@freising.de

Wichtige Unterlagen



Ihr Kontakt

Stadt Freising
Amt für Stadtplanung und Umwelt
Klimaschutzmanagement
klimaschutz@freising.de


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