Über das Stadtarchiv

Das Stadtarchiv Freising ist ein "Haus der Geschichte". Auf dieser Seite können Sie sich über seine Aufgaben, die Mitarbeiter*innen und die Geschichte des Archives informieren.

Aufgaben des Stadtarchivs

"Klassische" Archivaufgaben

  • Übernahme von archivreifem und für archivwürdig befundenem Schriftgut, Plan-, Bild- und Tonmaterial aller Verwaltungsstellen der Stadt Freising - sofern es in rechtlicher, politischer und/oder geschichtlicher Hinsicht für Freising von Bedeutung ist
  • Übernahme von nichtstädtischen Archivgut wie Personenvor- und nachlässe, Vereinsarchive, Firmenarchive und Schularchive
  • systematische Erfassung, Ordnung, Bewahrung, Sicherung und wissenschaftliche Auswertung des übernommenen Archivguts
  • Erweiterung der archivischen Sammlung
  • Bereitstellung der Archivalien für die Nutzung durch die Bürgerinnen und Bürger (unter Berücksichtigung von archiv- und datenschutzrechtlichen Belangen)

Forschung und Bildungsarbeit

Darüber hinaus ist das Stadtarchiv Freising eine wichtige Einrichtung der lokalen und regionalen geschichtswissenschaftlichen Forschung sowie der historischen Bildungsarbeit und der Geschichtsvermittlung. Dazu gehören vor allem Publikationen, Ausstellungen, Vorträge und Lesungen, Führungen im Stadtarchiv, stadtgeschichtliche Führungen und schulische Archivprojekte. 


Mitarbeiter*innen

Florian Notter, M.A.
Leiter des Stadtarchivs, Stadthistoriker
Historiker 
Tel.: 08161/544-4700
Schwerpunkte: Leitung und Grundausrichtung des Stadtarchivs; Schriftgutverwaltung; Ordnung und Verzeichnung; historische Bildungsarbeit und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit; Publikationswesen
Publikationen: Eine Liste der Veröffentlichungen von Florian Notter finden sie hier.


Matthias Lebegern, M.A.
Stellvertretender Leiter des Stadtarchivs
Historiker
Tel.: 08161/54-44704
Schwerpunkte: stellvertretende Leitung des Stadtarchivs; Schriftgutverwaltung; Ordnung und Verzeichnung; historische Bildungsarbeit und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit; Publikationswesen


Stephan Kopp
Archivhauptsekretär
Tel.: 08161/54-44701
Schwerpunkte: Erschließung; Digitale Schriftgutverwaltung; Datenaufbereitung; Bildbearbeitung; Film und Audio; Archivspezifische EDV


Irmgard Feiner
Archivangestellte
Tel.: 08161/54-44702
Schwerpunkte: Zentrale Auskünfte; Benützerbetreuung im Lesesaal; Betreuung der Familienforschung 


Aloisia Gißibl
Archivangestellte
Tel.: 08161/54-44703
Schwerpunkte: Zentrale Auskünfte; Benützerbetreuung im Lesesaal; Ordnung und Verzeichnung 


Geschichte des Stadtarchivs

Die Notwendigkeit, Schriftgut langfristig aufzubewahren, ergab sich - wie es im Rahmen der mittelalterlichen Stadtentwicklung allgemein die Regel war - auch für die Stadt Freising mit der Institutionalisierung gemeindlicher Aufgaben in spätmittelalterlicher Zeit. Erste schriftliche Belege, die uns von einer korporativen Repräsentation beziehungsweise von einer behördlichen Organisation der Stadt Kenntnis geben, gehen auf das 14. Jahrhundert zurück: Die älteste Erwähnung eines (heute verlorenen) Stadtsiegels datiert auf das Jahr 1330, vier Jahre später, 1334, findet sich der früheste Hinweis auf einen Stadtrat. 1389 tritt erstmals auch ein Stadtschreiber urkundlich in Erscheinung. Spätestens seit dem 14. Jahrhundert fungierte die Stadt Freising also als organisiertes Gemeinwesen, das gemeindliche Aufgaben wahrnahm und nach außen hin - auch dem Freisinger Fürstbischof als Stadtherrn gegenüber - die Einwohner repräsentierte.

An der rein verwaltungsmäßigen Aufgabe des Stadtarchivs hinsichtlich der Verwahrung und Sicherung von bedeutendem städtischem Schriftgut änderte sich lange Zeit nichts. Der Standort des städtischen Archivs befand sich zunächst im alten Rathaus am Marienplatz, im 19. Jahrhundert gelangte es in die Stadtschreiberei an der Bahnhofsstraße. Über die Größe und die Einrichtung der Archivräume ist nichts bekannt, ebenso wenig über mögliche Archiv- oder Registraturordnungen. Verantwortlich für das Archiv zeichnete sich der Stadtschreiber.

Die heute in vergleichsweise geringem Umfang vorhandenen Urkunden-, Amtsbuch- und Aktenbestände aus der Zeit vor dem Übergang der Stadt Freising an Bayern 1802/03 geben einen Hinweis auf tiefgreifende Dokumentenvernichtungen (Kassationen). Da die städtischen Verwaltungskompetenzen und damit auch die entsprechende Organisation durch den Einfluss der fürstbischöflichen Zentralbehörden auf das Alltagsgeschehen in der Residenzstadt bis 1803 nur wenig ausgeprägt war, dürfte das Schriftgutaufkommen im Vergleich zu anderen Städten jedoch generell weniger umfangreich ausgefallen sein.

Mit dem Rathausneubau von 1904/05, der für das Stadtarchiv einen geräumigen Raum im 2. Obergeschoss vorsah, kehrte es an den Marienplatz zurück. Ab 1909 begann der erste (ehrenamtliche) Archivar Friedrich Schul mit der Ordnung der Bestände - eine Arbeit, die seine Nachfolger Rudolf Birkner in den 1920er Jahre und Josef Scheuerl in den späten 1930er Jahren fortsetzten. 1937 wurden im 2. Obergeschoss des so genannten Stauberhauses, das nördlich an das Rathaus anschließt, neue, größere Räume für das Stadtarchiv geschaffen.

Unter der Regie der beiden Stadtarchivare Norbert Bodenstedt und Wolfgang Grammel kam es zu einer umfangreicheren Übernahme, Ordnung und Verzeichnung von Archivgut der Stadt. Parallel dazu hatte man begonnen, auch nichtstädtisches Archivgut, also solches von Privatpersonen, Firmen oder Vereinen zu übernehmen. ab den 1950er Jahren wurden außerdem die archivischen Sammlungen aufgebaut.

Seit 2003 hat das Stadtarchiv Freising seinen (provisorischen) Standort in einem 1914 aufgeführten Seitenflügel der ehemaligen "Vimy-Kaserne". Es ist vorgesehen, in einigen Jahren in der Altstadt einen eigenen Archivbau zu errichten.

Nach oben