Blühsaum - Lindenkeller (Elisabeth Fisel)

Die biologische Vielfalt ist ein wichtiger Bestandteil unserer Umwelt und trägt wesentlich zu unserer Lebensqualität bei. Bäume, Sträucher, Wiesen und andere Biotopbausteine bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Doch durch den Rückgang vieler Arten ist die Biodiversität zunehmend gefährdet. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die biologische Vielfalt zu erhalten, ist gemeinsames Handeln gefragt. Daher wurde der „Handlungsleitfaden Biologische Vielfalt Freising“ erarbeitet, der den Schutz der Biodiversität fördern und in der kommunalen Arbeit verankern soll.

Der Handlungsleitfaden zeigt, wie die Stadt Freising die Biodiversität bei bestehenden Flächen, Gebäuden und zukünftigen Planungen berücksichtigen kann. Gleichzeitig erhalten Bürgerinnen und Bürgern praktische Tipps, wie sie die Artenvielfalt im eigenen Garten begünstigen können.


Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eine wichtige Aufgabe der Stadt Freising. Durch die angepasste Gestaltung und Pflege öffentlicher und privater Flächen können wertvolle Lebensräume geschaffen und der schwindendenden Tier- und Pflanzenvielfalt begegnet werden.

Den Anstoß für den Handlungsleitfaden gab der Antrag „Freising blüht auf“ der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Am 28. Oktober 2020 beschloss der Planungs- und Umweltausschuss daraufhin die Erstellung eines praxisnahen Biodiversitätskonzeptes. Ziel war es, bestehende Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt zu bündeln und durch einen Handlungsleitfaden weitere Schritte für die Stadt Freising aufzuzeigen. 

Am 7. Mai 2025 wurde dem erarbeiteten Aktionsplan für den „Handlungsleitfaden Biologische Vielfalt Freising“ grundsätzlich zugestimmt. Die Umsetzung des Handlungsleitfadens erfolgte schrittweise über ein Sofortprogramm und ein Fortführungsprogramm. Im Zuge des Aktionsplans wurden bereits Handlungsfelder definiert und kurz- und langfristige Maßnahmen gesammelt.

Biologische Vielfalt in Freising fördern

Im Zuge des Sofortprogramms wurden die kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt ausgearbeitet, die mit den städtischen Institutionen verwirklicht werden sollen. Hierzu gehören zum Beispiel Mindestanforderungen für Begrünungen an oder auf städtischen Gebäuden oder Vorgaben, wie städtische Grünflächen einfach und trotzdem ökologisch wirksam gepflegt werden können.

Anschließend wurde in gemeinsamen stadtinternen Terminen im Zuge des Fortführungsprogramms langfristige Maßnahmen ausgearbeitet. Es wurden Zuständigkeiten geprüft und in verschiedensten Fachbereichen Möglichkeiten erörtert, das Thema Biodiversität in die alltägliche Arbeit zu integrieren. 

Der Handlungsleitfaden besteht aus verschiedenen Bausteinen. Den Hauptteil bilden Handreichungen für städtische Ämter und technische Betriebe, darunter Hochbau, Tiefbau, Stadtplanung, Liegenschaften, Stadtgärtnerei und Bauhof. In den Handreichungen wurden die Maßnahmen des Sofortprogramms gebündelt. Die Handreichungen enthalten zusätzlich Checklisten mit praktischen Tipps und Informationen, wie die biologische Vielfalt im jeweiligen Fachbereich gefördert werden kann. Für die Verpachtung städtischer Flächen gibt es beispielsweise Hinweise zur Düngung, Mahd und zum Einsatz von Pestiziden. Weitere Themen sind unter anderem insektenfreundliche Beleuchtung, Neuanlage von Grünflächen und Vermeidung von versiegelten Flächen.

Ergänzend wurden Artenlisten mit Empfehlungen zu geeigneten Bäumen, Sträuchern und Stauden zur Förderung der biologische Vielfalt zusammengestellt. Zum Umgang mit invasiven Neophyten (gebietsfremde Pflanzenarten), die nicht gepflanzt werden dürfen, wurden zudem Empfehlungen zur Eindämmung ergänzt.

Biologische Vielfalt im eigenen Garten fördern

Neben der Stadtverwaltung, sollen auch Bürgerinnen und Bürger für den Schutz der biologischen Vielfalt sensibilisiert werden. Weshalb auch die Öffentlichkeitsarbeit einen Bestandteil des Handlungsleitfadens darstellt. Dafür wurden Informationsschilder entwickelt, die an verschiedenen naturnahen städtischen Flächen im Siedlungsraum platziert werden können. Sie informieren über die ökologische Bedeutung für bestimmte Arten und sollen Bürgerinnen und Bürger für den Schutz der biologischen Vielfalt sensibilisieren.

Zur Förderung der Biodiversität können neben städtischen Flächen auch private Gärten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt leisten. Hierzu wurde eine Sammlung verschiedener Biodiversitätsbausteine erarbeitet. Diese enthält praktische Anleitungen, mit denen Bürgerinnen und Bürger Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt im eigenen Garten umsetzen können. Zusätzlich können die Artenlisten den Bürgerinnen und Bürgern als Hilfestellung zur richtigen Pflanzauswahl dienen.

Gemeinsames Ziel ist es, Lebensräume zu erhalten, neue zu schaffen und die biologische Vielfalt in Freising zu stärken.


Ihr Kontakt

Stadt Freising
Amt für Stadtplanung, Umwelt und Klimaschutz
Amtsgerichtsgasse 1
85354 Freising
​​​​​​​​​​​​​​stadtplanung-umwelt@freising.de

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