Die Öffnung der Stadtmoosach in der Oberen Hauptstraße ist für viele „das Herz“ der Innenstadtkonzeption. Die aufwändigen Vorbereitungen sind nun abgeschlossen – der Planfeststellungsbeschluss liegt ebenso vor wie die aktualisierte Entwurfsplanung. Am Mittwoch, 11. September 2019, hat der Planungsausschuss einstimmig die Umsetzung dieses „Bauabschnitts 2“ der Innenstadt-Neugestaltung empfohlen. Und der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 18. September den Projektbeschluss bestätigt. Die Ausschreibung soll noch im Herbst erfolgen, gebaut wird dann von März 2020 bis Ende 2021, möglicherweise werden sich einzelne Maßnahmen bis ins Jahr 2022 hineinziehen.

Die Entwurfspläne entsprechen dem bereits im Januar 2017 beschlossenen Konzept bis auf wenige Abweichungen, die Vorgaben des seit 3. Mai 2019 bestandskräftigen Planfeststellungsbeschlusses des Landratsamts aufgreifen. Der gesamte Straßenraum der Oberen Hauptstraße zwischen Karlwirtskreuzung und Bahnhofstraße sowie der nördliche Abschnitt der Bahnhofsstraße wird niveaugleich ausgebaut, wobei entlang der Fassaden große Natursteinplatten (ungebunden) und in der Straßenmitte kleinere Granitsteine (gebunden) verlegt werden. Ausgestattet wird auch dieser Abschnitt mit Sitzelementen und Fahrradständern, die in diesem verkehrsberuhigten Bereich zu einer angepassten Geschwindigkeit beitragen sollen. Das Kriegerdenkmal wird in die Sichtachse der Oberen Hauptstraße versetzt. Das Gestaltungsprinzip für die Innenstadteingänge gilt auch an der Karlwirtkreuzung: Es wird auf der Südseite vier Leuchtstelen geben und im Pflaster das ehemalige Veitstor als historische Spur abgebildet. Weiterhin ist eine Informationstafel über die Geschichte des Veitstors vorgesehen.

Bäume beleben das Stadtbild

Vor der Straßenverengung bis zur Sackgasse wird ein platzartiger Bereich mit drei Kübelpflanzen entstehen. Aufgrund der Leitungen im Untergrund sei hier leider keine Baumpflanzung möglich, informierte Innenstadtkoordinator Michael Schulze. Untersucht wurden alle Bäume in diesem Bauabschnitt 2 – leider kann nur die Baumhasel (vor Bahnhofstraße 3) erhalten werden. Bei den Neupflanzungen – insgesamt zwölf Einzelbäume – wird daher besonders auf ausreichend Platz für eine gute Entwicklung der Bäume geachtet. Wie in anderen Bauabschnitten werden die Voraussetzungen für eine Fassadenbegrünung geschaffen, die von den Anlieger*innen auch zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden kann.

Auszeit am offenen Gewässer

Unabhängig von der Öffnung der Moosach muss das Bauwerk auf seiner Gesamtlänge von 220 Metern dringend saniert werden. Um den Brandschutz zu gewährleisten, wird das Gewässer nach Süden verschoben. Sechs Bauabschnitte sind vorgesehen, beginnend im Westen bis zur Bahnhofstraße. Geöffnet wird die Stadtmoosach in vier Abschnitten, dazwischen führen Brücken zu den Häusern. Auf der Südseite der Moosach geht es über Treppen und Sitzstufen mit einem Holzbelag hinunter zum offen fließenden Gewässer.

Abgesichert wird die Moosach Richtung Straßenraum durch ein Geländer. Im Planfeststellungsbeschluss wird ein Sockel von 15 Zentimeter verlangt, auf dem das 115 Zentimeter hohe Stahlgeländer mit einem Holzumlauf aufgesetzt werden soll. Stadtbaumeisterin Barbara Schelle kündigte an, dass dieser Aspekt nochmals geprüft werden solle: „Das Geländer darf nicht so massiv wirken wie in der Heiliggeistgasse, wir wollen Transparenz.“

Pläne Gestaltung Obere Altstadt

Zwei Bushaltestellen

Gespräche werden auch mit den Freisinger Stadtwerken geführt, um eine Reduzierung der Länge des Hochbords für die Bushaltestelle auf der Nordseite der Oberen Hauptstraße zu erreichen. Dort erstreckt sich die Wartefläche auf 28 Meter, was dem Platz für zwei Langbusse entspricht. Mit Blick auf die „wenigen Kleinbusse“, die während der laufenden Baumaßnahmen die Innenstadt anbinden, hofft Stadtbaumeisterin Schelle auf eine Verkürzung des Hochbords: „Da baut man eine Schwelle für den barrierefreien Buseinstieg auf, während anderswo die Schwellen fallen“, sagte sie. Auf der Südseite wird eine weitere Bushaltestelle mit einem Wartehäuschen, hier hat das Hochbord nur acht Meter Länge.

Terminplan und Kosten

Bestätigt der Stadtrat den Projektbeschluss, kann im November mit der Ausschreibung der Arbeiten begonnen und im März 2020 die Umsetzung begonnen werden. Das Ingenieurbauwerk Moosachöffnung soll dann im April 2021 fertiggestellt sein, bis alle Oberflächen hergestellt sind, könnte es Mitte 2022 werden.

Die Gesamtkosten für diesen Bauabschnitt 2 der Innenstadt-Neugestaltung belaufen sich einschließlich aller Nebenkosten auf rund 19 Millionen Euro. Die reinen Baukosten betragen 14,5 Millionen Euro (davon Moosachöffnung inklusive der erforderlichen Sanierung 6,35 Millionen Euro).  Gegenüber dem Entwurf vom Januar 2017 sind die reinen Baukosten um rund 33 Prozent gestiegen. Diese „erhebliche Anpassung“ begründete Alois Spangler, Leiter des Amts für Straßen- und Brückenbau, zum einem mit Anforderungen aus dem Planfeststellungsbeschluss und zum anderen mit seither massiv gestiegenen Baupreisen. Neu in der Planung seien außerdem insgesamt neun Senkelektranten für Veranstaltungen (250.000 Euro).


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