Innenstadt 3. Bauabschnitt fertig

„Schauen Sie sich um: Es hat sich gelohnt!“ Mit Blick auf den zum Teil beschwerlichen Weg für Bewohner*innen, Geschäftsleute und Besucher*innen hat Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher den dritten Bauabschnitt der barrierefrei umgebauten Innenstadt eröffnet. Pfarrerin Dorothee Löser und Monsignore Peter Lederer spendeten dem Projekt ihren kirchlichen Segen.

Das Ende der Einschränkungen einerseits und die Freude über die gelungene Neugestaltung andererseits feierten dort, wo vor dem Sparkassengebäude ein richtiger kleiner Stadtplatz entstanden ist, am Mittwoch, 19. Dezember 2019, mehr als 200 Gäste. Mit dem niveaugleich gepflasterten Bereich in der Unteren Hauptstraße zwischen Weizen- und Amtsgerichtsgasse ist nunmehr gut ein Drittel der Innenstadtsanierung fertiggestellt. Die reinen Baukosten für diesen Abschnitt wurden mit etwa 2,3 Millionen Euro eingehalten.

Beeindruckende Zahlen

Bierbänke und Stehtische waren aufgebaut, es gab Pizzaschnitten, heiße wie kalte Getränke – und der Kinderchor der benachbarten Grundschule St. Korbinian stimmte mit Weihnachtliedern auf den freudigen Anlass ein. Die von OB Eschenbacher vorgetragenen Zahlen für das vollendete Werk sind jedenfalls beeindruckend: Eine Fläche von mehr als 3000 Quadratmetern wurde behindertengerecht gestaltet, wofür 36.000 Steine mit einem Gewicht von 1.300 Tonnen verlegt wurden, was 480 Kubikmeter Granitmaterial entspricht. Oder wie es Wolfgang Melzer, Bauleiter der Pflasterfirma Josef Stanglmeier aus Abensberg, bildlich beschrieb: „Den Turmbau zu Babel hätten wir damit zwar nicht geschafft, aber einen 22 Meter hohen Turm mit einer Grundfläche von fünf mal fünf Metern hätte man bauen können.“

Lob für alle Beteiligten

Alle Beteiligten waren voll des Lobes über die Bauabwicklung trotz der schwierigen Bedingungen – schließlich musste die Erreichbarkeit aller Gebäude und Geschäfte während der Bauzeit, beginnend mit den Spartenarbeiten für Abwasser, Gas, Wasser und das Wärmenetz im März 2018 und ab Mai 2019 mit Herstellung der neuen Oberflächen, gewährleistet werden. Zusätzlich hatte die Firma Stanglmeier die Platzgestaltung Am Büchl in der General-von-Nagel-Straße übernommen. Das Projekt sei durchaus anspruchsvoll gewesen, schilderte Melzer, bei sommerlicher Hitze habe beispielsweise unter einem Sonnenschutzzelt gearbeitet werden müssen. „Es gab nie böse Worte und jedes Problem war innerhalb kürzester Zeit gelöst“, lobte Melzer die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Planungsbüros ST raum a. und Steinbacher Consult sowie mit dem Amt für Straßen- und Brückenbau, das selbst um 6.15 Uhr morgens zur Stelle gewesen sei.

Der Bauleiter dankte ebenso den Anlieger*innen für „Geduld und Durchhaltevermögen: Hut ab!“ Auch die eigene Firma lobte er, die nur wegen Problemen bei der Pflasterlieferung den Fertigstellungstermin knapp überschritten und die Bausumme von 2,3 Millionen Euro eingehalten habe. Dabei, so erzählte Melzer schmunzelnd, habe die Baustelle für das Unternehmen „mit einem Minus begonnen, bevor nur eine Schaufel angefasst wurde“: Vor Baubeginn sei er für Vorbesprechungen zweimal in Freising gewesen, „einmal im Rathaus, einmal im Bauamt und jedes Mal hatte ich einen Strafzettel am Auto wegen zu langer Parkzeit.“

Zum Vorteil für alle

Nun ist also eine weitere Etappe der Innenstadt-Neugestaltung erfolgreich gemeistert, die „sichtbare Erfolge“ zeigten, wie OB Eschenbacher auflistete: Gebäude und Fassaden würden „in den Vordergrund treten“, die Aufenthaltsqualität sei durch die Nutzung der gesamten Straßenbreite gesteigert, der neue Stadtplatz vor der Sparkasse könne wie bei der Eröffnungsfeier für Veranstaltungen genutzt werden, in dem verkehrsberuhigten Bereich seien alle gleichberechtigt und insbesondere Fußgänger*innen profitierten durch eine deutliche Geschwindigkeitsreduzierung. „Außerdem ziehen auch Privatleute nach und sanieren ihre Häuser und Fassaden“, freute sich das Stadtoberhaupt.

Angesichts der zahlreichen und etwas wild abgestellten Fahrräder rund um den neuen Stadtplatz wies der OB noch darauf hin, dass im nächsten Frühjahr noch die Möblierung mit Fahrradständern und Mülleimern installiert werde.

Apropos Frühjahr 2020: Dann geht´s mit den Umbauarbeiten in der Oberen Hauptstraße samt Moosachöffnung weiter. Und OB Eschenbacher hofft darauf, dass alle Beteiligten dann wieder an einem Strang ziehen.


Die Innenstadt-Neugestaltung wird im Städtebauförderungsprogramm "Aktive Zentren" mit Mitteln des Bundes und des Freistaats Bayern gefördert.


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