Unter dem Leitgedanken „Was verbindet uns? Was trennt uns?“ lud der Migrationsrat am Montagabend, 23. Februar, zur Dialogveranstaltung im Jugendzentrum Vis-a-Vis ein. Im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl in Freising standen Fragen von Migration, Teilhabe und gesellschaftlichem Zusammenhalt im Mittelpunkt.
Freising ist eine vielfältige Stadt: Rund ein Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner haben eine Migrationsgeschichte. Sie prägen das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben seit vielen Jahren. Dennoch werden Migrantinnen und Migranten in politischen Debatten – insbesondere im Kontext von Wahlen – häufig nicht als selbstverständlicher Teil der Wählerschaft wahrgenommen. Dabei bietet gerade die anstehende Kommunalwahl in Bayern vielen Menschen, insbesondere EU-Bürgerinnen und -Bürgern, die Möglichkeit, die Zukunft ihrer Stadt aktiv mitzugestalten.
Vor diesem Hintergrund brachte der Migrationsrat Bürgerinnen und Bürger mit den Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, zentrale Themen wie gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Wohnen und Arbeit, politische Mitbestimmung sowie gesellschaftliche Anerkennung stärker in den Fokus des Wahlkampfs zu rücken.
Statt einer klassischen Podiumsdiskussion setzte das Format bewusst auf direkten Austausch. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde in der die OB-Kandidatinnen und -Kandidaten sich gegenseitig vorstellten, diskutierten die Teilnehmenden in Kleingruppen mit den OB-Kandidierenden über gemeinsame Werte für die Stadtpolitik und Ansätze für mehr Teilhabe. Die in den Gruppen erarbeiteten Werte wurden auf Holzklötzen festgehalten. Nach der Diskussion in Kleingruppen gab es zunächst die Möglichkeit, sich beim Buffet das die Islamische Gemeinde Freising vorbereitet hatte, etwas zu stärken. Im Anschluss wurde aus den Klötzen gemeinschaftlich ein Stapelturm gebaut. Im Plenum konnten die Teilnehmenden dann einen Stapelstein ziehen und eine Frage an die OB-Kandidatinnen und -Kandidaten stellen. Dabei wurde deutlich, dass viele Herausforderungen – von bezahlbarem Wohnraum über Bildungszugang bis hin zu Fragen der Sichtbarkeit und Anerkennung – breite Teile der Stadtgesellschaft betreffen.
Die Stapelturmaktion soll im Rahmen einer Beteiligungsaktion bei der „Langen Nacht der Demokratie“ am 2. Oktober 2026 öffentlich präsentiert werden und so ein sichtbares Zeichen für gelebte demokratische Mitwirkung setzen.
Mit der Veranstaltung machte der Migrationsrat deutlich: Demokratische Beteiligung endet nicht bei formalen Wahlrechten. Sie beginnt dort, wo Menschen ernst genommen, gehört und aktiv in politische Prozesse einbezogen werden. Die rege Teilnahme und die engagierten Diskussionen zeigten, dass das Bedürfnis nach Austausch groß ist – und dass Vielfalt in Freising nicht nur Realität, sondern auch Chance für die gemeinsame Zukunft der Stadt ist.