Verstärkter Einsatz für das Wohlergehen des Storchenpaares

Neue Nisthilfe soll sicheren Bruterfolg ermöglichen und Denkmal schützen

Die Bemühungen der Stadt Freising, das prominente Storchenpaar von der Mariensäule zu einem besseren Nistplatz zu locken, werden intensiviert.

Die Störche sind ein Publikumsmagnet und ein wunderbarer Anblick auf dem Haupt der Marienstatue, der allerseits viel Begeisterung auslöst. Jedoch ist die übereinstimmende Expertenmeinung, dass die Brutversuche an dieser Stelle nicht erfolgsversprechend sind. Da die Störche aber neben dem Bären zu einem neuen Lieblingstier der Freisingerinnen und Freisinger geworden sind, hat sich die Stadt Freising entschlossen, die Störche bei ihrem Nistversuch zu unterstützen.

Von Anfang an wurde das faszinierende Treiben der Störche auf der Mariensäule von den Fachbehörden beobachtet und mit Experten der höheren Naturschutzbehörde diskutiert. Eine der ersten Sichtungen des Storchenpaares in der Krone Mutter Gottes war am 24. März. In den darauffolgenden Tagen haben die Störche relativ erfolglose Nistversuche in der Krone unternommen. Die Empfehlung der Naturschutzbehörde und vieler Experten war es abzuwarten, da die Störche früher oder später einen besseren Standort für ihren Nestbau suchen, wenn sie an dieser Stelle keinen Erfolg haben.

Kurzfristig schien sich das auch zu bewahrheiten, da die Störche ab den ersten April-Tagen nun mit Nistversuchen auf einem aufgemauerten Giebel des nahe gelegenen Marcushauses begonnen haben. Leider waren die Brutversuche der Jungstörche an dieser Stelle auch nicht von Erfolg gekrönt. Wind und Wetter, sowie die Tatsache, dass der Giebel mit einem recht glatten Kupferblech abgedeckt ist, haben die Bauversuche an dieser Stelle scheitern lassen.

Über die Osterfeiertage und nach dem Fehlschlag am Marcushaus verstärkten die Störche ihre Nestbaubemühungen am Marienplatz und zur Verwunderung einiger diesmal mit einem Teilerfolg. Die Störche bleiben also ihrem Vorhaben treu, im Bereich des Marienplatzes zu nisten. Daher wurde am 8. April durch die Stadt Freising die Entscheidung getroffen, für das beliebte Storchenpaar ein Ausweichquartier zu schaffen und den Störchen ein Quartier am Marienplatz anzubieten, das einen besseren Bruterfolg ermöglicht. Weiterhin soll dadurch eine weitere Schädigung des Denkmals vermieden werden. Auch können dadurch Bedenken ausgeräumt werden, dass Nestteile – oder gar Teile der Marienstatue – auf Passanten des oft stark Frequentierten Marienplatzes hinabstürzen könnten, wenn das Gewicht und das Volumen des Nestbauversuchs weiterhin zu nimmt.

Fachbetriebe wurden also noch am gleichen Tag beauftragt. Statiker, Schlosser, Weidenflechter und Dachdecker arbeiten in Abstimmung mit der Stadt Freising an der schnellen baulichen Umsetzung. Bereits am 9. April begannen die Arbeiten, und es wurden alle benötigten Genehmigungen hierfür eingeholt. In kürzester Zeit wurde die Nisthilfe fertiggestellt und nach den Vorarbeiten der beauftragten Fachfirmen bereits am 15. April durch die Feuerwehr Freising montiert.

Ebenfalls am 15. April wurde im Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt noch einmal diskutiert, wie man den Störchen das neue Quartier schmackhaft machen kann. Die Gremiumsmitglieder haben sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, den Empfehlungen der höheren Naturschutzbehörde zu folgen. Sollte das Storchenpaar die neue Nisthilfe nicht eigenständig annehmen, wird das Nistmaterial von der Mariensäule entfernt und in das neue Quartier auf dem Dach des Marcushauses eingebracht. Mit dem Ziel, den Störchen ein gutes Nistquartier zu bieten, wird am heutigen Freitag unter naturschutzfachlicher Begleitung das Nistmaterial aus der Marienkrone entfernt und in das neue Nistquartier entsprechend der artenschutzrechtlichen Genehmigung der Regierung von Oberbayern eingebracht.

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