Wir Menschen sind nicht allein – wir sind von einer Vielzahl von Bakterien und anderen Kleinstlebewesen besiedelt. Das gilt besonders für unseren Darm. Doch was machen diese Mikroben, unsere „unsichtbaren Mitbewohner“, dort eigentlich? Welchen Nutzen haben wir von ihnen? Sollten wir sie nicht besser loswerden? Auf diese Fragen geht Prof. Bärbel Stecher bei TUM@Freising am 19. März 2026, 19 Uhr im Lindenkeller Freising ein.
Alle Oberflächen unseres Körpers sind von Mikroorganismen bevölkert, die höchste Dichte findet sich im Darm. Dieses enge Zusammenleben ist das Ergebnis von Millionen Jahren gemeinsamer Evolution. Die Organismen unseres Mikrobioms werden häufig als Kommensalen bezeichnet – vom Lateinischen commensalis, „am selben Tisch essend“: Mikroorganismen, die in unserem Darm leben, teilen mit uns Frühstück, Mittag- und Abendessen. Das klingt zunächst wenig attraktiv. Doch jahrzehntelange Forschung zeigt: Im Gegenzug für den warmen, nährstoffreichen Lebensraum stellen uns diese Mikroorganismen eine Vielzahl essenzieller Dienstleistungen zur Verfügung.
Sie spielen eine zentrale Rolle im Stoffwechsel, tragen zur Reifung und Regulation des Immunsystems bei und schützen uns äußerst effektiv vor Infektionen durch Krankheitserreger. Diese Schutzfunktion wird als Kolonisierungsresistenz bezeichnet und findet sich in allen Lebensformen – vom einfachen Nesseltier bis zum Menschen.
Wie diese Prozesse genau funktionieren, erforscht Prof. Stecher am Lehrstuhl für Intestinales Mikrobiom an der Technischen Universität München (TUM). Bei TUM@Freising wird sie Einblicke in die Welt der Mikroben und deren Ringen um die Vorherrschaft im Darm geben.