Die Stadt Freising arbeitet derzeit gemeinsam mit mehreren Fachstellen an einer Lösung für die aktuellen Nistversuche von Weißstörchen an der Mariensäule. Beteiligt sind unter anderem die zuständigen Ämter für Stadtplanung, für Hochbau und für Bauordnung sowie die Denkmalbehörde. Aus fachlicher Sicht wird ein alternativer Standort als sinnvoll erachtet, entsprechende Vorabstimmungen – auch mit der Unteren Naturschutzbehörde – haben bereits stattgefunden.
Am derzeitigen Standort auf der Mariensäule wäre ein Nest zwar vorübergehend zu dulden, allerdings gelten die aktuellen Bauversuche der Störche als wenig erfolgversprechend. Grund ist unter anderem die geringe Auflagefläche. Zudem könnte ein fertiggestelltes Nest ein erhebliches Gewicht erreichen: Bereits neue Nester wiegen über 100 Kilogramm, ältere können sogar bis zu zwei Tonnen schwer werden – eine dauerhafte Belastung, die für das Denkmal problematisch wäre. Erste kleinere Schäden, etwa an der Krone der Mariensäule, wurden bereits festgestellt.
Parallel stimmt die Stadt das weitere Vorgehen mit der Höheren Naturschutzbehörde ab, die auch für eine mögliche Genehmigung zur Verlegung eines Nestes zuständig ist. Grundsätzlich gilt: Für die Umsiedlung oder Entfernung eines bereits gebauten Nestes ist eine entsprechende Erlaubnis erforderlich.
Als geeignete alternative Standorte kommen insbesondere höher gelegene Dächer in der Umgebung infrage, die mindestens sieben Meter hoch sind und eine sichere Befestigung sowie eine gute Erreichbarkeit für Wartungsarbeiten ermöglichen.
Aktuell konnte beobachtet werden, dass sich zeitweise zwei Storchenpaare um den Standort gestritten haben, zuletzt war nur ein Paar vor Ort. Insgesamt ist der Bestand der Weißstörche in Bayern in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Nach einem historischen Tiefstand in den 1980er Jahren wurde 2023 mit rund 1.180 Brutpaaren ein neuer Höchstwert erreicht. Gründe hierfür sind unter anderem erfolgreiche Schutzmaßnahmen sowie verbesserte Nahrungsbedingungen, die dazu führen, dass einige Tiere inzwischen auch über den Winter in der Region bleiben.
Die Stadt wird die Situation weiterhin eng begleiten und gemeinsam mit allen beteiligten Stellen eine tragfähige und denkmalverträgliche Lösung erarbeiten.