Planschen, bummeln und genießen

Die Obere Altstadt bekommt ein neues Gesicht

Jetzt geht´s auch im Westen der Innenstadt mit der Neugestaltung los: Im März 2017 werden in der Oberen Hauptstraße – als Vorbereitung für die barrierefreie Pflasterung und Moosachöffnung – die Arbeiten für die Erneuerung und Umlegung von Versorgungsleitungen aufgenommen. Ein Jahr später startet dann der bis Mitte 2019 andauernde Ausbau der Oberen Altstadt inklusive Freilegung der Stadtmoosach. Der zuständige Ausschuss des Freisinger Stadtrats hat am Mittwoch, 18. Januar, die Entwurfsplanung für den zweiten Bauabschnitt des Innenstadtumbaus freigegeben. Damit ist nicht nur das Gestaltungskonzept für diesen Bereich endgültig festgezurrt: Auch eine Terminplanung und ein Kostenüberblick wurden in der Sitzung präsentiert. 

Der Weg zur Moosachöffnung

Lageplan Obere Hauptstraße mit Moosach/Bahnhofstraße (Entwurf) - zum Öffnen als PDF-Datei auf das Bild klicken. (Plan: ST rauma.)
Lageplan Obere Hauptstraße mit Moosach/Bahnhofstraße (Entwurf) - zum Öffnen als PDF-Datei auf das Bild klicken. (Plan: ST rauma.)

Im Detail war die Planung bereits im November dem Planungsausschuss vorgestellt worden (siehe Bericht „Auf dem Weg zum Anziehungspunkt“). Die jetzt beschlossene Fassung wurde nur in wenigen Bereichen korrigiert. So wurde die Zahl der Fahrradständer rund um den Aufgang zum Domberg (und Dom-Gymnasium!) optimiert. Allerdings seien nicht mehr als 45 Fahrradbügel für 90 Fahrräder in diesem Bereich unterzubringen, sagte Oliver Alten vom Planungsbüro ST raum a. Weiterhin ist es Wunsch von Planern und Stadtrat, die Gesamthöhe des Geländers zur  Moosach auf 1,10 Meter zu begrenzen (Norm: 1,30 Meter), damit es nicht wie eine Barriere und zu wuchtig wirkt. Das Geländer soll auch nicht übersteigsicher, sondern durch leicht geneigte Streben nur „übersteighemmend“ ausgeführt werden. Im Planfeststellungsverfahren will die Stadt für die abweichende Gestaltung der Balustrade eine Genehmigung einholen. Wie mehrfach berichtet, ist ein Planfeststellungsverfahren für die Moosachöffnung erforderlich. Die Unterlagen dafür werden noch im Februar 2017 beim Landratsamt eingereicht, im Herbst 2017 kann hoffentlich der offizielle Projektbeschluss gefasst und im März 2018 die Freilegung der Stadtmoosach starten.

Verlegen und Erneuern im Untergrund

Bis der Bach offen plätschert und die eigentliche Neugestaltung der Oberen Hauptstraße mit einem niveaugleichen Pflaster beginnen kann, muss auch in diesem Abschnitt der Innenstadt zunächst alles im Untergrund auf Vordermann gebracht werden. Im März 2017 rücken die Baufirmen auf der Südseite der Oberen Hauptstraße an. „Erst kommen die Arbeiten an den Telekommunikationsleitungen, dann die Hausanschlüsse für das Mischwasser und zum Schluss die Stadtwerke mit Gas, Wasser und Strom – das wird voraussichtlich bis August 2017 dauern“, berichtete Steffen Arnecke von der Ingenieurgesellschaft Steinbacher Consult. Anschließend wechselten die Bautrupps auf die Nordseite der Straße und setzten dort die Spartenarbeiten (Kanal, Gas, Wasser und Strom sowie Telekommunikationsleitungen) bis zum Winter fort. Die Verlegung des Mischwasserkanals auf der Südseite wird in Zusammenhang mit der Moosachöffnung ab 2018 erledigt. Übrigens: Die anfallenden Kosten für die Erneuerung und Umlegung der Sparten übernehmen die jeweiligen Leitungsbetreiber.

In 13 Schritten zur Neugestaltung der Oberen Altstadt

Lageplan mit den Bauabschnitten in der Oberen Hauptstraße und Bahnhofstraße.
Lageplan mit den Bauabschnitten in der Oberen Hauptstraße und Bahnhofstraße.

Im nächsten Schritt erfolgt dann ab März 2018 die Moosachöffnung: Sechs Abschnitte sind für das neue, etwa 220 Meter lange Gerinne eingeplant. Planer und Ingenieure haben an einer optimalen Bauabwicklung lange getüftelt. Insgesamt wird der Neubau der Verkehrs- und Freianlagen auf 13 Bauabschnitte aufgeteilt. Damit werde eine einspurige Befahrbarkeit der Oberen Hauptstraße sichergestellt, betonte Steffen Arnecke: „Die befahrbare Fläche hat eine Breite von mindestens fünf Metern, der begehbare Korridor vom mindestens zwei Metern und auch Feuerwehr und Rettungskräfte haben jederzeit Zugang.“ Dennoch sei im Bereich der Sackgasse und Bahnhofstraße eine temporäre Vollsperrung unvermeidlich. 

Entwurf des Stadteingangs an der Karlwirtskreuzung (Veitstor) bei Nacht und am Tag. Plangrundlage: ST raum a., Illustration: Render-Manufaktur GbR
Entwurf des Stadteingangs an der Karlwirtskreuzung (Veitstor) bei Nacht und am Tag. Plangrundlage: ST raum a., Illustration: Render-Manufaktur GbR

Die Gestaltung des barrierefreien Straßenraums ist gegenüber der Präsentation im November 2016 unverändert: Es wird ein Belag aus gestrahltem Naturstein verlegt; Sitzelemente, Rundbänke, Pflanzkübel, Bäume und Fahrradständer sorgen für „Einengungen“, die auch das Tempo des motorisierten Verkehrs auf die dann geltende Schrittgeschwindigkeit reduzieren werden;  den Innenstadtzugang an der Karlwirtkreuzung werden vier einseitig aufgestellte Leuchtstelen markieren und im Boden wird das ehemalige Veitstor auch durch einen Schriftzug im Belag visualisiert; das Kriegerdenkmal wird etwas weiter nördlich als heute einen neuen Standort bekommen, damit es mehr in die Sichtachse der Oberen Hauptstraße rückt, und mit einer Einfassung sowie einem Sockel optisch aufgewertet; im Norden und Süden der Oberen Hauptstraße wird es mit einer leicht veränderten Lage wieder Bushaltestellen geben; es sind insgesamt zwölf neue Baumpflanzungen vorgesehen, dazu werden Kübelpflanzen für mehr Grün in der Stadt sorgen.

Nahwärmenetz

Die Stadt Freising bemüht sich weiterhin, die Voraussetzungen für ein Nahwärmenetz zu schaffen. Auf der Südseite der Oberen Hauptstraße scheint es allerdings aus Platzgründen nicht möglich, eine weitere Leitung unterzubringen. Nun wird geprüft, ob es wirtschaftlich ist, nur auf der Nordseite einen Nahwärmeanschluss bereitzustellen. Gleichzeitig wirbt die Stadt bei den Anliegerinnen und Anliegern für ökologisch erzeugte Wärme.  

Kostenüberblick

Die auf Grundlage des aktuellen Entwurfs ermittelten Kosten belaufen sich auf 14,2 Millionen Euro inklusive Nebenkosten. Davon entfallen 5,52 Millionen Euro auf das Ingenieurbauwerk für die Moosachöffnung, das nicht bei der Berechnung der Straßenausbaubeiträge herangezogen wird. Auch Ausgaben wie die besondere Gestaltung des Stadteingangs werden abgezogen. Die Aufteilung der Kosten erfolgt wie in der Heiliggeistgasse: Der Eigenanteil der Stadt liegt bei Verkehrsflächen und Ausstattungsgegenständen (Sitzbänke, Fahrradständer etc.) bei 55 Prozent, für Straßenentwässerung und Straßenbeleuchtung bei 45 Prozent. Sehr grob geschätzt, geht Stadtbaudirektor Gerhard Koch von „sechs bis sieben Millionen Euro“ aus, die auf die anliegenden Immobilienbesitzer umgelegt würden, wie er am Mittwoch sagte. 

Informationsversammlungen

Michael Schulze, in der Stadt zuständig für die Koordination des Innenstadt-Umbaus, kündigte mehrere Informationsveranstaltungen im März 2017 an: Es werde Versammlungen für die direkt betroffenen Anlieger/-innen und für Geschäftsleute ebenso wie für die interessierte Öffentlichkeit rund das Thema Neugestaltung der City geben.  

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