Auf dem Weg zur Moosachöffnung

Die Öffnung der Stadtmoosach in der Oberen Hauptstraße ist für viele „das Herz“ der Innenstadtkonzeption. Die sehr aufwändigen Vorbereitungen und die Entwurfsplanung sind jetzt so weit gediehen, dass Anfang 2017 das Planfeststellungsverfahren eröffnet werden kann.

Die Spartenerneuerungen in der Oberen Hauptstraße werden voraussichtlich im März 2017 beginnen, ein Jahr später könnte somit mit dem Straßenbau und der Moosach-Öffnung losgelegt werden. Mitte des Jahres 2019 würde sich dann die Obere Altstadt in neuem Gewand und dem offen fließenden Bachlauf präsentieren. Im Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt gab am Mittwoch, 09. November 2016,  Architekt Oliver Alten vom Büro ST raum a. einen Zwischenbericht der Planung, wobei er betonte: „Am grundsätzlichen Konzept hat sich nichts geändert.“ Der Bauabschnitt wurde allerdings erweitert: Der Umgriff reichte bislang von der Karlwirtkreuzung bis zur Bahnhofstraße – nun kommt das nördliche Ende der Bahnhofstraße (einschließlich der Gasse am Hotel zur Gred) hinzu. Grund dafür sind die Spartenarbeiten, die sich so besser koordinieren lassen.

Fußabdruck des Veitstors

Das Gestaltungsprinzip für die Innenstadteingänge wird auch an der Karlwirtkreuzung umgesetzt: Es wird Leuchtstelen geben (Südseite) und im Pflaster das ehemalige Veitstor abgebildet. Im relativ schmalen Abschnitt bis zur Sackgasse soll eine räumliche Aufweitung und platzartige Gestaltung mit Kübelpflanzen einen „Durchschuss“ unterbinden. Im Bereich vor der Q-Bar, wo die Moosach bekanntlich weiterhin unterirdisch verlaufen wird, wird der bestehende Baum mit einem weiteren ergänzt und der Bachlauf mit einer Spur um Belag markiert.

Pause am Wasser

Für die Öffnung der Moosach sind sechs Bauabschnitte vorgesehen, beginnend im Westen bis zur Bahnhofstraße. Sitzstufen mit einem Holzbelag werden auf der Südseite, Richtung Hausfronten, zum offen fließenden Gewässer führen. Zwischen den Gebäuden und den Stufen verbleibt ein Abstand von 3,80 bis 3,65 Meter – an der engsten Stelle auf Höhe Hausnummer 25 sind es drei Meter. Abgesichert wird die Moosach Richtung Straßenraum durch ein mit waagrechten Streben versehenes Geländer mit Holzumlauf, das nach bisherigen Planungen 1,30 Meter hoch werden soll. Grund dafür sind die gesetzlichen Vorgaben.

Aufwertung des Kriegerdenkmals

Das Kriegerdenkmal soll gegenüber bisheriger Überlegungen nach Norden verschoben werden. Auch eine optische Aufwertung mit einer Einfassung sowie einem Sockel aus Naturstein ist vorgesehen, der einen Podest ähnlich wie dem Mariensäule bildet. Aufenthaltsqualität soll der Bereich rund um den Roider-Jackl-Brunnen erhalten: Durch eine entsprechend Pflasterung mit großen Platten sowie einem „Baumdach“ solle ein „Platzeindruck“ geschaffen werde, so Architekt Alten. Noch keine überzeugende Lösung haben die Planer für die am Dombergaufgang massenhaft abgestellten Fahrräder.  Möglicherweise könne man zusätzliche Fahrradbügel an der Oberen Domberggasse zur Verfügung stellen, überlegte Alten. Die Fahrradständer würden immer mit Bodenhülsen montiert, sodass diese mobil und bei Veranstaltungen oder für die Wartung leicht zu entnehmen seien.

Nur zweitweise Vollsperrungen

Die technische Umsetzung des Umbauprojekts erläuterte in der Sitzung Steffen Arnecke von der Ingenieurgesellschaft Steinbacher Consult. So würden insgesamt 13 Bauabschnitte gebildet, um während der 16-monatigen Bauzeit eine Sperrung der Oberen Hauptstraße weitgehend zu vermeiden. An einigen Stellen werde man jedoch um eine „zeitweise Vollsperrung“ nicht herumkommen, sagte Arnecke. Die im März 2017 beginnenden Spartenarbeiten würden im Süden der Oberen Hauptstraße aufgenommen (etwa bis August 2017) und dann im Norden fortgesetzt. Lediglich der Mischwasserkanal südlich der Moosach werde im Zuge der Moosach-Öffnung verlegt. Für die Sanierung und Öffnung des Gewässers soll im Frühjahr 2018 der Startschuss fallen – abschnittsweise von West nach Ost in sechs Etappen, für die jeweils etwa zwei Monate Bauzeit kalkuliert sind. Zwischen den abgesteckten Baustellenflächen und den südlich anliegenden Gebäuden werde während der Bauarbeiten ein mindestens zwei Meter breiter Korridor freigehalten, versicherte Arnecke, im Norden betrage der Korridor für eine Fahrspur und einen Gehweg fünf Meter.

Intensive Öffentlichkeitsarbeit

Innenstadtkoordinator Michael Schulze kündigte in der Sitzung eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit an. Auch Bauzäune könnten für die Bürgerinformation genutzt werden,

Über die Kosten des Bauabschnitts konnten die Planer noch keine Aussagen machen, da die Entwurfsplanung noch nicht abgeschlossen ist. Für den Haushalt sind laut Michael Schulze „als Hausnummer“ etwa 13,6 Millionen Euro angemeldet.


Das Projekt "Innenstadt Neugestaltung Freising" wird im Städtebauförderungsprogramm "Lebendige Zentren" mit Mitteln des Bundes und des Freistaats Bayern gefördert. 

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