Ein starkes Zeichen für Dialog, Demokratie und ein geeintes Europa: Am 16. September wurde im Freisinger Asamsaal erstmals der Freisinger Dialogpreis verliehen. Die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung erhielt die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr herausragendes Engagement für demokratische Bildung, internationale Verständigung und die Versöhnung zwischen Ost- und Westeuropa.
Der Freisinger Dialogpreis wurde von Renovabis, dem Erzbistum München und Freising und der Stadt Freising gemeinsam ins Leben gerufen. Mit der erstmaligen Verleihung setzt auch die Stadt Freising ein Zeichen dafür, wie wichtig Begegnung, Austausch und Verständigung für das Zusammenleben in Europa sind.
Im Vorfeld der Preisverleihung fand ein kleiner Empfang zu Ehren der Preisträger im Freisinger Rathaus statt. Vertreter der Stiftung Kreisau und Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, trugen sich im Beisein von Oberbürgermeisterin Monika Schwind und Pfarrer Prof. Dr. Thomas Schwartz, Hauptgeschäftsführer von Renovabis, dabei in das Goldene Buch der Stadt Freising ein.
Bei einem persönlichen Gespräch tauschten sich die Projektpartner über die Bedeutung des Dialogs, die Arbeit des Projektträgers, die europäische Verständigung und die Rolle von Freising als Ort der Begegnung aus. Der Besuch bot dabei auch Gelegenheit, die gemeinsame Verbundenheit von Stadt, Erzbistum und Renovabis zu unterstreichen. Die Stiftung Kreisau zeigte sich dabei beeindruckt vom Engagement der Projektpartner und drückte die tiefe Dankbarkeit aus, den Preis erhalten zu haben.
Dass der neue Preis in Freising verliehen wird, ist dabei kein Zufall. Als internationale und weltoffene Stadt ist Freising seit vielen Jahren Ort der Begegnung und des Austauschs. Mit dem Dialogpreis möchte die Stadt gemeinsam mit ihren Partnern Menschen und Initiativen sichtbar machen, die Brücken bauen und sich für ein friedliches und demokratisches Europa einsetzen.
Oberbürgermeisterin Monika Schwind würdigte die Stiftung Kreisau bei der Preisverleihung und stellte dabei den Gedanken des Verbindenden in den Mittelpunkt: „Der Freisinger Dialogpreis zeichnet Menschen und Initiativen aus, die nicht fragen: Was trennt uns? Sondern: Was verbindet uns? Genau dafür steht die Stiftung Kreisau.“
Die Stiftung Kreisau zeige, wie aus Begegnung Verständnis und aus Verständnis Zusammenarbeit entstehen könne. Gerade junge Menschen zusammenzubringen und ihnen Raum für Austausch zu geben, sei eine wichtige Investition in die Zukunft Europas.
Die Preisverleihung im Asamsaal war zugleich Auftakt zu mehreren Tagen des internationalen Austauschs in Freising. Am 17. und 18. September fand hier der 30. Internationale Kongress von Renovabis statt. Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 26 Nationen diskutieren unter dem Titel „Jenseits der Polarisierung. Perspektiven für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Ost und West“ über Wege zu mehr Verständigung.
Damit wird Freising für mehrere Tage zum Treffpunkt für Menschen aus zahlreichen europäischen Ländern und darüber hinaus - und unterstreicht seine Rolle als Ort des internationalen Dialogs. Für die Stadt Freising ist die Verbindung von Dialogpreis und Kongress ein besonderer Anlass. „Wir freuen uns, dass Freising Gastgeber für Menschen aus so vielen Ländern sein darf. Internationale Begegnung gehört zu einer lebendigen Stadtgesellschaft. Sie schafft Verständnis füreinander und zeigt, dass wir trotz unterschiedlicher Erfahrungen und Perspektiven vieles gemeinsam haben“, so Oberbürgermeisterin Monika Schwind.
Die 1990 gegründete Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung gehört zu den wichtigen europäischen Zentren für Begegnung und Austausch. Eine besondere Bedeutung hat ihre Arbeit für die deutsch-polnische Verständigung und die europäische Versöhnung.
Mit internationalen Jugendbegegnungen, Bildungsangeboten und Dialogformaten bringt die Stiftung Menschen aus unterschiedlichen Ländern und gesellschaftlichen Gruppen zusammen. Allein im Jahr 2025 fanden 93 internationale Jugendbegegnungen mit rund 16.000 Teilnehmenden statt.
Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Music for Future“, bei dem junge Menschen aus Polen, Deutschland, der Ukraine und Griechenland gemeinsam musizierten, probten und zwei Konzerte auf die Beine stellten.
Bei der Preisverleihung berichtete Dr. Robert Żurek von der Stiftung Kreisau über die Arbeit und das historische Erbe des Kreisauer Kreises um Freya und Helmuth James von Moltke. Die Auszeichnung sei ein wichtiges Zeichen der Anerkennung: „Jedes Zeichen der Anerkennung ist wertvoll, das beflügelt uns“, sagte Żurek.
Neben dem Preisgeld erhielt die Stiftung ein eigens geschaffenes Kunstwerk des georgischen Künstlers Nika Bakhia. Die Skulptur zeigt zwei einander zugewandte Elemente, die gemeinsam einen offenen Bogen bilden – ein Sinnbild für Dialog, Begegnung und die Bereitschaft, einander zuzuhören.
Auch Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, würdigte in seiner Laudatio die Arbeit der Stiftung. Initiativen wie die Stiftung Kreisau seien von großer Bedeutung für die Zukunft Europas und einer verantwortungsvollen Demokratie.
Mit dem ersten Freisinger Dialogpreis ist damit nicht nur eine herausragende europäische Initiative ausgezeichnet worden. Freising hat zugleich gezeigt, welchen Raum eine Stadt für Dialog, Begegnung und Verständigung schaffen kann. Die Stadt möchte diesen Weg gemeinsam mit ihren Partnern weitergehen.
„Freising setzt Zeichen für Dialog und Verständigung“
Erster Freisinger Dialogpreis geht an die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung
von links: Nika Bakhia (Georgischer Künstler), Anna Kudarewska (Geschäftsführende Vorständin Stiftung Kreisau), OB Monika Schwind, Kardinal Reinhard Marx, Pfarrer Prof. Dr. Thomas Schwartz, Hauptgeschäftsführer von Renovabis, Dr. habil. Robert Żurek (Geschäftsführender Vorstand Stiftung Kreisau) , Aleksandra Królak-Wąsowicz (Geschäftsführende Vorständin Stiftung Kreisau). (Foto: Dirk Daniel Mann)
