Aktuelle Veranstaltungshinweise

Agenda-Projektgruppen Faires Forum und Biostadt Freising zeigen den Dokumentarfilm "Die grüne Lüge"

Aus dem Film Die Grüne Lüge. Foto: Filmladen Filmverleih

(Dokumentarfilm 97 Min)

17.11.18 um 19:00 im Katholischen Bildungswerk Freising (KBW)

mit anschließendem Filmgespräch mit Regisseur Werner Boote

Im Jahre 2015 brannten große Teile des indonesischen Regenwaldes nieder. An den direkten Folgen starben mehr als 100.000 Menschen, mehr als 500.000 leiden an Langzeitfolgen. Dass die Brände bewusst gelegt bzw. beschleunigt wurden, ist ein offenes Geheimnis. Ziel war es neue Anbauflächen für die Gewinnung von Palmöl zu schaffen. Das billigste und meistverwendete Fett der Welt... und ein enorm profitträchtiger Rohstoff.

Auf den Spuren dieses Skandals beginnt der Dokumentarfilmer Werner Boote ("Plastic Planet") gemeinsam mit der Expertin für Greenwashing, Kathrin Hartmann, seine Reise um die Welt, auf der Suche nach der Wahrheit hinter dem allgegenwärtigen Schlagwort "Nachhaltigkeit". Sie besuchen Orte, die von der Zerstörungsgewalt hinter dem Greenwashing zeugen. Sie sprechen mit Menschen, die sich gegen die Lügen und ihre Folgen wehren und solche, die behaupten, nie gelogen zu haben.

Ihr Weg führt sie in die USA zu den Nachwirkungen des Ölplattformunglücks. Mit einem "umweltfreundlichen" Tesla fahren sie ins rheinische Braunkohlerevier. In Brasilien treffen sie auf indigene Bevölkerung, die für den Anbau von Soja etc. von ihrem Land vertrieben wird.

Sie fragen sich: Sind wir wirklich alle Konsum-Superheld_innen, die es in der Hand haben, die Welt zu retten, wenn wir uns dafür entscheiden, die richtigen Produkte zu kaufen? (aus: Presseheft thegreenlie.at)

Werner Boote: "Heute dürfen wir, ja müssen wir von einem demokratischen Weltwirtschaftssystem träumen, wenn wir das schützen möchten, was wir am meisten brauchen: das Recht der Menschen und die Rechte der Natur."

Kathrin Hartmann: "Die Industrie nennt uns nicht mehr Bürger, sie nennt uns nur noch Konsumenten. Ich verstehe mich aber nicht als Konsument, ich verstehe mich als Mensch, und als Bürger."

Veranstaltungsort: Katholisches Bildungswerk Freising (KBW), Kammergasse 16, 2. Stock

Unkostenbeitrag: 5,- Euro

Kartenvorverkauf: Weltladen Freising, KBW Freising, Tagwerk Freising

Veranstalter_innen sind die beiden Agenda21-Gruppen "Faires Forum" und "Biostadt" in Kooperation mit Tagwerk e.V., dem Katholischen Bildungswerk Freising, dem Weltladen Freising und dem Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. Die Veranstaltung wird gefördert aus Mitteln der Bayerischen Staatskanzlei und der Stadt Freising.


Kampagne Faire Bälle: "Fair Play - Fair Pay": Freising bringt den Ball ins Rollen!"

Die Besucher der Veranstaltung betrachten die fairen Bälle.
OB Tobias Eschenbacher (rechts), Bürgermeister Hans Hölzl (2. von links) und zahlreiche Vereinsvertreter sowie Lehrer und Schulleiterinnen prüften die Bälle genau. Foto: Heide Hoffmann

Am Montag, 09. Juli 2018, 19:00 Uhr, lud das Faire Forum Freising unter dem Motto "Freising bringt den Ball ins Rollen!" zu einer Infoveranstaltung mit Möglichkeit zum Praxistest in die Sporthalle des Josef-Hofmiller Gymnasiums ein. Rund 20 Lehrer_innen, Vereinsvertreter_innen, politische Vertreter_innen sowie andere Interessierte nutzten die Gelegenheit, um sich über Herstellungsbedingungen von Bällen zu informieren und fair produzierte Bälle zu testen. Eingeladen waren insbesondere diejenigen, die in Schulen und Vereinen für die Ballbeschaffung zuständig sind, denn: Menschen aus dem "globalen Norden" können mit ihrem Konsum-/Kaufverhalten zu besseren Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen im "globalen Süden" beitragen. Dem Fairen Forum Freising ist es ein Anliegen, langfristig in der Beschaffung von Sportbällen in Freisinger Schulen und Vereinen auf fair produzierte und gehandelte Bälle umzusteigen. Tobias Eschenbacher, Oberbürgermeister der Stadt Freising, unterstrich zu Beginn der Veranstaltung, dass es als Fairtrade-Stadt nicht nur darum ginge, fair gehandelten Tee oder Kaffee auszuschenken, sondern auch in anderen Lebensbereichen genauer hinzuschauen. Auch Robert Scholz, Stellvertreter des Landrates, betonte in seinem Grußwort, dass "wir" Bürgerinnen und Bürger es in unserer Konsumgesellschaft in vielerlei Hinsicht gut und auch leicht hätten. Mit überlegten Einkaufsentscheidungen könne Verantwortung für die Arbeits- und Lebensbedingungen von Menschen in anderen Gegenden der Welt übernommen werden. Robert Weber von der "Bad Boyz Ballfabrik" stellte Hintergründe der Ballproduktion vor. Außerdem hatte er viele fair produzierte Fuß-, Hand- und Volleybälle zum Testen im Gepäck und beantwortete zahlreiche Fragen zu den Ballqualitäten. Im lockeren Gespräch wurden Ideen entwickelt, wie fair produzierte Bälle Stück für Stück Einzug in Schul- und Vereinsalltag halten können und wie ein individuell für Freising gestalteter Ball aussehen könnte. Das Projekt wird gefördert durch die Stadt Freising, durch Engagement Global (mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) sowie durch Mission Eine Welt (aus Mitteln der Evang.-Luth. Kirche in Bayern).  


Was ist das Faire Forum (FF)?

Hier können Sie eine Präsentation über unsere Arbeit ansehen.

Das Faire Forum ist eine Projektgruppe, die sich für die lokale Umsetzung der Agenda21 in Freising engagiert. Das Faire Forum setzt sich seit seiner Gründung am 4. März 2015 für die nachhaltige Entwicklung der Fairen Stadt Freising ein und konzentriert sich hier besonders auf die Stärkung des Fairen Handels in der Region. Dabei orientieren wir uns inhaltlich an dem Konzeptpapier, das uns als Leitfaden für die Umsetzung unserer verschiedenen Projekte, Veranstaltungen und Aktionen dient. Doch was heißt das ganz konkret?  

Was macht das Faire Forum?

Das Faire Forum hat sich zum Ziel gesetzt, den Fairen Handel im Denken der Freisinger Bevölkerung zu verwurzeln. Und wie soll das funktionieren? In erster Linie durch Information, Aufklärung und Bildungsarbeit. So versuchen wir durch Projekte und Aktionen wie beispielsweise Ausstellungen, Vorträge, die Erstellung eines Einkaufskompasses, die Faire Stadtschokolade für jeden und jede die ethischen Folgen unseres Konsumverhaltens begreifbar und anschaulich zu machen. Wir versuchen, die unterschiedlichsten Fragen zu stellen und zu beantworten: Was ist eigentlich Globalisierung und was ist daran unfair? Was bedeutet ‘unfair’ und ‘fair’ im Hinblick auf globale Handelsbeziehungen? Was hat das mit mir zu tun? Wem nützt fairer Handel? Was habe ich davon, fair einzukaufen und was der Kleinbauer in Kenia? Wodurch zeichnet sich fairer Handel im Gegensatz zu ‘unfairen’, konventionellen Handelbeziehungen aus? Im offenen Dialog und kritischen Austausch wollen wir so den Freisinger Bürgerinnen und Bürgern näherbringen, was faire Handelsbeziehungen eigentlich ausmacht. Das Verständnis für faire und partnerschaftliche Handelsbeziehungen in der Domstadt zu stärken, ist also das wichtigste Anliegen des Fairen Forums. Dabei legen wir gemäß des Agenda21-Gedankens ‘Global denken - lokal handeln’ viel Wert darauf, die Kriterien ‘bio’,‘regional’ und ‘fair’ zusammen zu denken. Ein ganz konkretes Ziel des Fairen Forums ist beispielsweise die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kriterien bei der öffentlichen Beschaffung der Stadt Freising.

Wer ist das Faire Forum?

Im Fairen Forum sind zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses vertreten: RepräsentantInnen aus Stadt und Politik, Handel und Gastronomie, Kirchengemeinden, Schulen und Erwachsenenbildung (Kardinal-Döpfner-Haus, VHS), der Verein Partnerschaft Eine Welt Freising e.V. sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger bringen ihre verschiedenen Perspektiven an den Diskussionstisch. Sprecherinnen des Fairen Forums sind Monika Hobmair und Heide Hoffmann.

Kann ich beim Fairen Forum mitmachen?

Unbedingt! Das Faire Forum will allen interessierten Freisingerinnen und Freisingern die Möglichkeit bieten, sich für den Fairen Handel zu engagieren. Wir sind eine offene Gruppe, die sich stets über neuen Input innovativer und kreativer Geister freut. Nur aus Perspektivenvielfalt und kritischem Austausch kann Wandel und Fortschritt im Sinne der Nachhaltigkeit entstehen. Gemäß der Idee des Fairen Handels – Partnerschaft auf Augenhöhe – wollen wir eine offene Gruppe sein, die neuen Mitgliedern beim Einstieg ins Faire Forum gern Starthilfe bietet. Die Auswirkungen der Globalisierung betreffen uns alle, als kritsche KonsumentInnen, als BürgerInnen Freisings, als WeltbewohnerInnen – das Faire Forum will für jeden und jede eine Plattform sein, sich mit diesem Thema kritisch auseinanderzusetzen und produktive Lösungen zu finden.

Bei Interesse wenden Sie sich gern an die Agenda21 Koordination. Die Sitzungstermine finden Sie in der Tagespresse oder auf der Webseite der Stadt Freising.

Das nächste Treffen findet am 18. Juni 2018 um 18.30 Uhr in der Amtsgerichtsgasse 6, Besprechungsraum im 1. Stock statt.


fairer freisinger - Kaffee aus Äthiopien, fair und bio

Fairer Freisinger, Kaffee
Fairer Kaffee für Freising! Foto: Weltladen

Die Arabica-Kaffee-Sorte Sidamo, benannt nach der ehemaligen Provinz Sidamo, gehört zum allerbesten, was weltweit an Kaffeebohnen wächst. Ein Highlight für Genießer/-innen. Diese Kaffeebohnen werden, wie rund 95 Prozent des äthiopischen Kaffees, von Kleinbauern produziert oder als wilder Kaffee im Wald geerntet. Sie wachsen in einer durchschnittlichen Höhe von 1.700 m. Nach Deutschland werden die Bohnen von OCFCU (Oromia Coffee Farmers Cooperative Union) exportiert. Die Kooperative unterstützt 100.000 Kleinbauernfamilien in Äthiopien. Der faire Handel garantiert diesen Familien mit gerechten Abnahmepreisen sowie Bio- und Sozialzuschlägen ein besseres Einkommen. Testen und fair genießen: Erhältlich ist der Kaffee jetzt unter der marke "fairer freisinger".  

Mit dem Stadt-Kaffee will der Verein Partnerschaft Eine Welt e.V. ein sichtbares Zeichen für den fairen Handel setzen. Mit dem Freising-spezifisch-gestalteten Etikett (die Ziegelgasse mit Blick auf die Georgskirche) kann er die Identifikation erhöhen und als Mitbringsel oder Geschenk aus Freising dienen. Der faire freisinger wird als Filterkaffee gemahlen im 250g Paket bzw. als Bohne im 500g Paket angeboten.


Gesund und fair würzen! lobOlmo macht es den Freisingern schmackhaft

Eine Frau auf Sri Lanka kocht.
Fairer Genuss. Feurig scharfe Currys in Sri Lanka. Foto: lobOlmo
verschiedenste Gewürze
Gewürze exotisch und fair gehandelt! Foto: lobOlmo

Sri Lanka - beim Gedanken an diese Insel im Indischen Ozean tauchen vor dem geistigen Auge beinahe automatisch Bilder auf von üppiger Natur, herrlichen Landschaften und tropischem Regenwald. Die Besucher konnten sich jedenfalls gut einfühlen in das Klima des ehemaligen Ceylon an diesem heißen April- Sonntag, als das Faire Forum Freising und die vhs die Referenten Jutta Ulmer und Michael Wolfsteiner von der Organisation "Lobolmo" zu ihrem Vortrag "Gesund und fair würzen" in die Räume der Volkshochschule in der Kammergasse eingeladen hatten. "LobOlmo" ist ein Fantasiename, zusammengesetzt aus den spanischen Wörtern lobo (Wolf) und olmo (Ulme). Dahinter stecken die beiden Fotografen und Journalisten Ulmer und Wolfsteiner. Sie sind assoziierte Mitglieder der World Fair Trade Organization (WFTO) - und sie entführten an diesem Nachmittag mit beeindruckenden Bildern in die Welt der Gewürzbauern auf der tropischen Insel Sri Lanka. Spannend und unterhaltsam erklärten sie die Produktionsweise von Gewürzen wie Muskatnüssen und -blüten, Nelken, Kurkuma, Pfeffer und Zimt, ihre Verwendungsmöglichkeiten und Heilkräfte. Die Kleinbauern müssen, so die beiden Fachleute, einen enormen Aufwand betreiben, kein Wunder also, dass die Gewürze nicht "billig" sein können und dürfen, wenn der Faire Handel gewährleistet werden soll. Ulmer und Wolfsteiner erläuterten die Vorteile, die der Faire Handel den Kleinbauern bringt und gingen auf die Unterschiede zwischen den beiden Gütezeichen für fairen Handel, das "Fairtrade-Siegel" und "WFTO-Label" ein. Nach so vielen imposanten Bildern von Gewürzen durfte aber auch der Gaumen nicht zu kurz kommen, die sinnlichen Geschmacksgeber konnten in Form von köstlichen Brotaufstrichen und Zimtschnecken probiert werden - und der Weltladen hatte für Kaufinteressenten die passenden Gewürze gleich mitgebracht.


Einkaufskompass

Freisinger Einkaufskompass
Freisinger Einkaufskompass - zum Download auf das Bild klicken.

Eine Arbeitsgruppe des Fairen Forums hat einen nachhaltigen Einkaufsführer entwickelt: Das 28-seitige Verzeichnis listet Geschäfte, Firmen und Produzenten auf, die regionale und/oder ökologische und/oder fair gehandelte Waren anbieten. Der Einkaufskompass „Nachhaltig leben in Freising: regional – ökologisch – fair“ wurde am Donnerstag, 22. September 2016, im Großen Rathaussaal vorgestellt. Viel Applaus gab es für diese vorbildliche Initiative, die dazu beiträgt, das Bewusstsein für den nachhaltigen Handel zu stärken.  Was das Verzeichnis bietet und wo es erhältlich ist, präsentiert der Beitrag "Einkaufskompass gibt Orientierung"

Der Einkaufsführer ist leider vergriffen.


Fairtrade an Freisings Schulen

Die Besucher bewunderten die fantasievollen Motive der Faire T-Shirts, entworfen von Camerloher Schülern.
Die Besucher bewunderten die Motive der Fairen T-Shirts, entworfen von Camerloher Schülern. Foto: Stadt

Wie können wir unseren Schüler/-innen den Fairtrade-Gedanken nahe bringen? Diese Frage stellen sich gerade in Freising zahlreiche Lehrer/-innen und Schulleiter/-innen – Freising ist nicht nur Schul- und Universitätsstadt, sondern seit 2011 Fairtrade-Stadt. Regen Zuspruch fand am 29. Februar 2016 eine Informationsveranstaltung des Fairen Forums, zu der OB Tobias Eschenbacher und Ricarda Schindler, Referentin für Schulen des Freisinger Stadtrates, ins Asamfoyer eingeladen hatten.

Carina Bischke, engagiert für Fairtrade-Schools bei TransFair, dem Trägerverein von Fairtrade Deutschland, erläuterte, welche Schritte zur Anerkennung als Fairtrade School führen. Von der Gründung eines Schulteams, das den „Kompass“ erarbeitet, über die Beschäftigung mit dem Thema im Unterricht bis zu konkreten Aktionen – es sind einige, aber machbare Schritte zu absolvieren.

Viele positive Beispiele waren nicht nur in der begleitenden Ausstellung zu sehen. Das Camerloher-Gymnasium, seit 2013 Fairtrade-Schule, hat mit großem Engagement gezeigt, dass das Ziel zu erreichen ist. Bei der Veranstaltung im Asamfoyer, zu der auch Bürgermeisterin Eva Bönig die interessierten  Schulvertreter/-innen begrüßt hatte, waren neben einem vom Camerloher-Gymnasium gestalteten Pausenverkaufstisch auch von Schülerinnen und Schülern erarbeitete Ausstellungen und im Kunstunterricht gefertigte T-Shirts zu sehen, die käuflich erworben werden können. Interessierte Schulen können sich also erprobte Anregungen gleich „vor der Haustür“ in Freising holen. Darüberhinaus gibt es unter https://blog.fairtrade-schools.de/ aber sogar einen eigenen Schools-Blog von Fairtrade Deutschland, der viele Ideen liefert.

Kornelia Schredl, Vorsitzende des Weltladen-Trägervereins „Partnerschaft Eine Welt Freising“ e.V., stellte das Angebot des Freisinger Weltladens als außerschulischem Lernort vor. Maria Knöpfle vom Fair-Handelshaus Bayern eG in Amperpettenbach erklärte, welche Angebote sie den Schulen machen können.

Nach den Vorträgen unterhielten sich die Gäste angeregt bei fairen Getränken und einem kleinen Imbiss und nahmen viele Informationen mit nach Hause.