Fotowettbewerb Lieblingsort Freising

Inspirierende Motive: Zum 50. Geburtstag der HSWT

Thema des Monats: März 2022

Sie gehört als Bildungsstätte schon seit der Säkularisation 1803 zu Freising und hat seither den Ruf der Stadt als „grünes Zentrum“ entscheidend mitgeprägt. Im Jahr 1971 dann als „Fachhochschule Weihenstephan“ gegründet, zählt die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) heute zu den profiliertesten Lehr- und Forschungseinrichtungen im europäischen Raum. Zu ihrem 50-jährigen Bestehen haben die Stadt und die HSWT im vergangenen Jahr gemeinsam einen Fotowettbewerb ausgelobt.

Unter dem Motto „Mein Lieblingsort in Freising“ waren Hochschulangehörige eingeladen, die schönsten Ecken im Stadtgebiet zu zeigen. Die mittlerweile abgeschlossene Challenge präsentiert ausgesprochen sehens- und besuchenswerte Motive. Zudem offenbaren die Erläuterungen der Teilnehmenden, dass sie sich Freising verbunden fühlen und die Stadt als Studien- oder Wohnort sehr schätzen.

Keimzelle des Grünen Zentrums

Blenden wir zunächst in die eigentliche Gründerzeit der Hochschule zurück. Das Ende des Benediktinerklosters Weihenstephan 1803 markierte gleichzeitig die Entstehung einer agrarischen Bildungsstätte in ebendiesen Gemäuern. So wurde die staatliche Forstschule von München nach Weihenstephan verlegt und eine Musterlandwirtschaftsschule eingerichtet. Im früheren Gartenhaus der Äbte, dem Salettl, kam 1804 die zuvor in Landshut situierte Obstbaumschule unter. Wenngleich die weitere Entwicklung Weihenstephans während des 19. und 20. Jahrhunderts kompliziert und mit Unterbrechungen verlief, so liegen die Keimzellen für das heutige internationale Lehr- und Forschungszentrum "grüner Wissenschaften" in der ehemaligen Klosteranlage.

Das 50. Jubiläum der HSWT bezieht sich dagegen auf die Errichtung der Fachhochschulen in Bayern am 1. August 1971 – Startschuss für die neue „Fachhochschule Weihenstephan“. Sie entstand aus der Staatlichen Ingenieurschule für Gartenbau in Weihenstephan und den Ingenieurschulen für Landbau in Schönbrunn bei Landshut und Triesdorf bei Ansbach. Im allerersten Semester waren 638 Studierende für die Studiengänge Gartenbau und Landespflege eingeschrieben – heute sind es in Weihenstephan und Triesdorf etwa 6125. Dieser Zulauf spiegelt die Entwicklung des Fächerspektrums wieder, das Lehre und Forschung mit starkem Praxisbezug in den Themenbereichen Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau und Landschaftsarchitektur, Lebensmittel, Ernährung und Ökotrophologie, Erneuerbare Energien und Klimaschutz, Umwelt und Wasser sowie in den Bioingenieurwissenschaften umfasst. Oder, wie es auf der Webpräsenz der HSWT auf den Punkt gebracht wird: „Wir sind eine der national und international führenden Hochschulen für angewandte Lebens- und Grüne Ingenieurwissenschaften.“

Gegenseitige Verbundenheit

Die Idee, zum HSWT-Jubiläum „50 Jahre Applied Sciences for Lifes“ einen Fotowettbewerb zu organisieren, brachte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher Anfang 2021 bei einem Treffen mit der Hochschule ein. Schließlich gibt es eine tiefe Verbundenheit der Stadt Freising mit der HSWT: So berät die Hochschule die Große Kreisstadt in fachlichen Belangen; die Stadt wiederum unterstützt Forschungsprojekte, zum Beispiel im Zuge von Renaturierungsmaßnahmen im Freisinger Moos. Und mit ihren Gebäuden – den historischen Bauwerken wie mit moderner Architektur – sowie den herrlichen Gärten prägt die HSWT das Stadtbild und ist Anziehungspunkt für Gäste aus nah und fern.

So griffen die jeweiligen Social-Media-Abteilungen die Anregung gerne auf und bereiteten eine Foto-Challenge mit dem Titel „Mein Lieblingsort in Freising“ vor. Studierende und Hochschulangehörige sollten ihre schönsten Ecken im Stadtgebiet zeigen, um diese anschließend auf den Instagram- und Facebook-Accounts von Stadt und Hochschule mit dem Hashtag #lieblingsortfreising zu präsentieren. „Ich bin schon gespannt, welche Lieblingsorte ich wiedererkenne – und welche ich selbst neu entdecken kann!“, freute sich HSWT-Präsident Dr. Eric Veulliet auf die Umsetzung des Projekts.

Liebeserklärung – in Worten

Der Start musste Pandemie-bedingt verschoben werden – und ebenso wurde der Abgabetermin zwei Mal verlängert, da an den Hochschulen über Monate hinweg kein Präsenzbetrieb stattfand und dann die Prüfungszeit anlief. Trotz dieser Einschränkungen war der Wettbewerb ein voller Erfolg.

Schon bei der Einreichung der Beiträge zeigte sich, dass Freising – auch von den Neuankömmlingen – hochgeschätzt ist. Denn zu den Fotos waren eine Bilderläuterung erwünscht sowie allgemeine Informationen über die Bildautor*innen und ihre Lieblingsorte. „Zwar kenne ich Freising noch nicht so lange, aber die Altstadt hat mir gleich besonders gut gefallen“, schreibt Johanna, Landschaftsarchitekturstudentin im ersten Semester.  Barbara berichtet: „Ich bin an der HSWT seit diesem Semester Studentin und schon immer von dem Ort begeistert.“ Und Lisa bekennt: „Ich wohne in der Nähe von Freising, jedoch habe ich die Stadt und ihre vielen schönen Orte erst durch mein Studium an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf näher kennengelernt.“ Caroline schließlich versichert: „Seit mittlerweile sieben Semestern lerne ich die Stadt Freising und den Campus immer besser kennen und dadurch zu schätzen. Bald werde ich mit meinem Studium fertig sein; dennoch weiß ich, dass es mich auch nach meiner Zeit als Studentin immer wieder nach Freising verschlagen wird.“

Wenn das keine wundervolle Liebeserklärung an Freising ist!

Einladende Motive

Entsprechend begeistern die Fotobeiträge – 27 Aufnahmen wurden im Rahmen des Wettbewerbs gezeigt – mit einer Vielzahl sehenswerter Plätze und Winkel, die zum Besuchen, Verweilen oder Neu-Entdecken einladen. Alle Jahreszeiten und unterschiedlichste Orte im Stadtgebiet sind vertreten. Die Platzierung ergab sich aus der Zahl der von der Community vergebenen „Likes“. Leicht fiel dabei die Wahl angesichts der gelungenen Inszenierung der Lieblingsorte offenbar nicht: Da entzückt der Staudensichtungsgarten im Winterkleid ebenso wie ein Blick über die verschneiten Dächer auf den Domberg; der parkähnliche Hofgarten ist schneebedeckt genauso ein echter Anziehungspunkt wie im Frühlingserwachen, mit blütenreichem Sommerflor oder herbstlich in Morgennebel getaucht; bezaubernde Naturaufnahmen illustrieren den Campus, Moosach und Isar oder den Badesee Stoibermühle; das Spektrum runden gelungene Stadtansichten mit Pfarrkirche St. Georg, Domtürmen und idyllischen Altstadt-Gassen ab.

„Damit unterstreichen die teilnehmenden Hochschulangehörigen auch, dass Freising ihnen ein hervorragendes Umfeld zum Lernen und Leben bietet“, kommentiert HSWT-Kanzlerin Dr. Karla Sichelschmidt den inspirierenden Bilderreigen. Aus Sicht von OB Eschenbacher hat der Wettbewerb bestätigt, „dass sich Studierende und Hochschulangehörige mit Freising innerhalb kürzester Zeit identifizieren und als Studienort ausgesprochen schätzen. Der Wettbewerb bietet außerdem Anregungen, die Lieblingsorte und weitere schöne Ecken in Freising zu entdecken.“

Postkarten zum Mitnehmen

Beim Voting hatte Jonas Leiting (Motiv: Leuchtende Laterne an der Furtnerbräu-Fassade in der Oberen Hauptstraße) die Nase vorn. Platz zwei ging an Huang Qi (Gebäude-Silhouetten am Marienplatz im feurigen Abendrot) und Rang drei an Lisa Ziegltrum (Gasse „Am Wörth“ mit Spiegelungen in der Moosach). Diese sowie drei weitere Fotos wurden als Postkarten gedruckt. Sofern noch nicht vergriffen, können sie kostenlos an folgenden Orten mitgenommen werden: Touristinformation Freising (Rindermarkt 20), Stadtbibliothek (Weizengasse 3), Hochschulgemeinde (Hohenbachernstraße 9) und Zentralbibliothek Weihenstephan (Am Hofgarten 2). Alle Teilnehmenden haben außerdem attraktive Preise erhalten.

Die Fotos sind weiterhin auf den öffentlichen Instagram-Kanälen @hswt.de und @stadt_freising.de zu sehen.

Fotos weiterer Platzierungen und von Postkartenmotiven

Arboretum zum 50. Geburtstag

Die Pandemie hat ein großes Jubiläumsfest der HSWT leider unmöglich gemacht. Ein sehr gelungenes und nachhaltiges Projekt konnte allerdings ins Leben gerufen werden:  Es wurde ein spezielles Arboretum, ein kleiner Lehrwald, am Weihenstephaner Berg mit Hilfe von Baumpat*innen angelegt. 50 besondere Baumarten sind auf der Wiese unterhalb des Oberdieckgartens anlässlich des Jubiläums gepflanzt worden, als Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel. Denn die Anlage dient nicht nur der Verschönerung des Nordhangs, sondern auch zu Lehr- und Forschungszwecken: Es wird getestet, welche Gehölze für das veränderte Stadtklima überhaupt geeignet sind.

Eine Patenschaft hat auch OB Tobias Eschenbacher übernommen. Der Freisinger „Stadtbaum“ ist eine Zerr-Eiche „Summer Veil“, die zehn Meter hoch und sechs bis acht Meter breit werden kann. Durch das Arboretum führt ein naturnaher Weg für Besucher*innen – bald könnten hier auch Motive für neue Freisinger Lieblingsorte entstehen.


Mehr Informationen zum Arboretum auf der Webseite der HSWT.  Zudem werden die Baumpat*innen vorgestellt - hier geht es zum Porträt von OB Eschenbacher für die Stadt Freising mit Infos zur Zerr-Eiche "Summer Veil". 

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