Feinuntersuchung "Grüne Hänge"

Modellvorhaben: Feinuntersuchung Grüne Hänge Freising - die Zukunft der Landschaft im Verdichtungsraum (Illustration: Städtebaubüro LEUNINGER & MICHLER)
Modellvorhaben: Feinuntersuchung Grüne Hänge Freising - die Zukunft der Landschaft im Verdichtungsraum (Illustration: Städtebaubüro LEUNINGER & MICHLER)

Freisings Stadtbild und Stadtstruktur sind geprägt von einer äußerst markanten naturräumlichen Schnittstelle der Münchner Schotterebene mit dem Tertiärhügelland – den „Grünen Hängen“. Diese durchziehen die gesamte Stadt von Südwest nach Nordost. Sie sind nicht nur das wesentliche stadtgeographische Phänomen von Freising, sondern auch die treibende Kraft für Freisings Entstehung und historische Entwicklung.

Doch wie geht man zukünftig mit diesen innerstädtischen Grünräumen um, gerade aufgrund der intensiven Verdichtung und des Zuzugs in der Region München?

Freisings einzigartiges Gesicht bewahren

Die grünen Hänge haben aus Sicht der Stadtplanung einige wichtige Funktionen: „Sie sind Frischluftproduzent in der Innenstadt, Standort für alten Baumbestand und den Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere sowie Erholungsraum für die Menschen in unserer Stadt“, skizziert Heiko Huppenberger vom Stadtplanungsamt einige der Rahmenbedingungen.

Die grünen Hänge in Freising sind nicht erst seit der Erstellung des Stadtentwicklungsplans STEP 2030 ein intensiv diskutiertes Thema - nicht zuletzt aufgrund des sehr starken Siedlungsdrucks in der gesamten Region. Die vom zuständigen Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt am 22. Februar 2017 beauftragte Feinuntersuchung nimmt die Merkmale und Zusammenhänge unter die Lupe, die Freisings Hänge für Bürger/-innen und Besucher/-innen anziehend und unverwechselbar machen.

Mit der Analyse und Bewertung der Strukturen wurden das Städtebaubüro LEUNINGER & MICHLER, Kaufbeuren, und das Landschaftsarchitekturbüro WGF-Landschaft, Nürnberg, beauftragt. Das Projekt wird im Rahmen der Zuschüsse des Landes für städtebauliche Planungen und Forschungen von der Obersten Baubehörde gefördert. Unten auf dieser Seite können Sie den im Oktober 2017 vorgestellten Zwischenbericht herunterladen.

Aktionstag und Bürgerbeteiligung

Im April 2017 haben die beauftragten Büros und das Stadtplanungsamt verschiedene Angebote organisiert, um die Bürgerinnen und Bürger bei dieser wichtigen Fragestellung einzubeziehen. Neben einem Aktionstag mit mehreren Spaziergängen durch die Grünen Hänge wurde auch eine internetgestützte Befragung durchgeführt. Über 140 Bürgerinnen und Bürger haben sich an dieser umfangreichen Befragung beteiligt und zahlreiche Anregungen und Vorschläge formuliert. Eine erste Auswertung der Antworten liegt nun vor.

Wichtiges Element der Identität Freisings

Für über 90 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger sind die Grünflächen grundsätzlich ein wichtiges Element der Stadtentwicklung in Freising, insbesondere für die Naherholung und die Freizeitgestaltung. Die Grünen Hänge stellen dabei einen wichtigen Baustein des innerstädtischen Naturraums dar. Über 77 Prozent gaben an, dass die Grünen Hänge einen sehr wertvollen Naturraum darstellen. Und dieser Naturraum wird von den Bürgerinnen und Bürgern auch aktiv genutzt: Mehr als 50 Prozent der Befragten bescuhen die Grünen Hänge mindestens einmal pro Woche. Im Mittelpunkt stehen die Funktionen „Spazierengehen“ und „Entspannen/Ausruhen“. Die Grünen Hänge sind jedoch nicht nur ein wichtiger Naturraum, sondern stellen aus Sicht der Befragten auch ein identitätsstiftendes, markantes Markenzeichen der Stadt dar.

Verbesserungsvorschläge

Erfreulicherweise wurden auch zahlreiche Anregungen und Verbesserungsvorschläge für die unterschiedlichen Teilbereiche der Grünen Hänge formuliert. Für einige Bürger/-innen könnte das Erscheinungsbild der Grünen Hänge verbessert werden, für andere sind die Zugangsmöglichkeiten und die Beleuchtung zu optimieren.

Dokumentation des Beteiligungsprozesses

Die Angebote, sich online, bei den Passantenbefragungen oder den Stadtwanderungen einzubringen, haben viele Bürger/-innen genutzt. Über diesen Partizipationsprozess und die Ergebnisse wurde eine Dokumentation gefertigt, die hier abgerufen werden kann (6 MB, längere Ladezeit möglich). 

Zwischenbericht im Planungsausschuss vorgestellt

Blick auf Weihenstephan vom Domberg aus. (Foto: Stadt Freising)
Blick auf Weihenstephan vom Domberg aus. (Foto: Stadt Freising)

In einem Zwischenbericht wurden dem Planungsausschuss des Stadtrats in einer Sitzung am 11. Oktober 2017 die Ergebnisse der Bestandsaufnahme und eine erste Bewertung vorgestellt. Das Untersuchungsgebiet umfasste dabei acht Teilbereiche: Mitterfeld, Schafhof, Biernerberg, Weihenstephaner Berg, Lankesberg, Domberg, Holzer Berg und Tuchinger Berg. Für die Bestandsaufnahme wurden diese Gebiete zu unterschiedlichen Jahreszeiten - Bäume mit und ohne Laub - kartiert, um wichtige Sichtbeziehungen zu ermitteln, die im Sommer nicht erkennbar sind. Zudem wurden historische Pläne aufgearbeitet und vorhandene Planungsgrundlagen ausgewertet.

Für die stadtplanerische Analyse wurden die Schutzgüter "Stadtbild" sowie "Kultur- und Sachgüter" betrachtet. Bei der landschaftsplanerischen Analyse der Hänge ging es beispielsweise darum, wie Wasser durch Erosion die Hügel formte, welche Wirkung die Hänge auf das Stadtklima haben und welche Rad- und Wanderwege, öffentliche Grünflächen, Spielplätze, Einrichtungen für Freizeit, Kultur und Bildung existieren. Eine wichtige Rolle für die Feinuntersuchung spielt die Öffentlichkeitsarbeit (siehe oben). Dabei soll nicht nur die Bedeutung der grünen Hänge ins öffentliche Bewusstsein gebracht, sondern auch bei Privatpersonen Verständnis für  notwendige Pflegemaßnahmen geweckt werden.

Die Präsentation des Zwischenberichts kann hier heruntergeladen werden (ca. 13 MB, bitte längere Ladezeit berücksichtigen).

So geht es weiter

In Phase zwei der Untersuchung werden die beauftragten Büros Leitbilder entwickeln und Ziele formulieren. Dabei werden die Planungsinstrumente zur rechtlichen Absicherung untersucht, die klimatischen Auswirkungen nochmals näher betrachtet und die Öffentlichkeitsarbeit fortgesetzt. In der dritten Phase werden die beauftragten Büros dann konkrete Handlungsempfehlungen vorlegen.




Weitere STEP-Projekte

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