Planungsausschuss beschäftigt sich mit der Zukunft des Innenstadt

Bis 2023 zum barrierefreien, attraktiven Zentrum

In der Sitzung des Planungsausschusses am Mittwoch, 11. Oktober 2017, hat der städtische Koordinator des Innenstadtumbaus, Michael Schulze, einen aktuellen Rahmenterminplan für die Innenstadt-Neugestaltung vorgestellt. Zuletzt waren die Bauzeiten für die Leitungserneuerungen sowie die barrierefreie Pflasterung im April 2015 vom Stadtrat genehmigt worden. Weil sich der Beginn der Oberflächengestaltung in der Unteren Altstadt bekanntlich um mehrere Monate verzögert hat, wurde der Rahmenterminplan jetzt angepasst. Weitere Themen in der Sitzung: Baustelleninformation auf Litfaßsäulen, das Innenstadt-Wärmenetz, Begrünungsmöglichkeiten in der Altstadt sowie das Starkregenereignis vom August.

Neuer Terminplan für den weiteren Innenstadt-Umbau

Aktueller Rahmenterminplan für die Innenstadt-Neugestaltung, Stand Oktober 2017.
Aktueller Rahmenterminplan für die Innenstadt-Neugestaltung, Stand Oktober 2017. Zum Öffnen als PDF-Datei auf das Bild klicken.

Für die Fortschreibung der Bauzeiten gibt es neben dem späteren Baubeginn in der Unteren Altstadt weitere Gründe, die Michael Schulze im Planungsausschuss erläuterte. So könne leider mit den Arbeiten für die Neupflasterung samt Moosachöffnung in der Oberen Hauptstraße nicht, wie vorgesehen, Anfang März 2018 begonnen werden: Das Landratsamt Freising habe signalisiert, dass mit der Planfeststellung für die Öffnung der Mossach nicht vor Frühjahr 2018 zu rechnen sei. Weil erst nach Vorlage dieses Beschlusses die detaillierte Ausführungsplanung, Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten in Gang gesetzt werden kann, wird es nun erst im Frühjahr 2019 in der Oberen Hauptstraße losgehen.

„Positiv nehmen“, lautete der Kommentar des Innenstadtkoordinators zu diesem Aufschub: So öffne sich das erforderliche Zeitfenster für die Verlegung von Leitungen für das geplante Wärmenetz in der Innenstadt und insbesondere im nördlichen Teil der Oberen Hauptstraße (Informationen dazu weiter unten). Korrigiert wurden auch in weiteren Bauabschnitten die Termine, die mit der Generalsanierung des Asamgebäudes und dessen Anschluss an das Wärmenetz abgestimmt wurden. Bis zum Jahr 2023 solle die Neugestaltung in der Hauptstraße und den großen Nebengassen komplett sein, resümierte Michael Schulze

Wichtig war es ihm zu betonen, dass bei der Aufstellung des Rahmenterminplans „möglichst alle Dinge“, so auch die Bauaktivitäten der Diözese am Domberg, berücksichtigt worden seien. Dabei sei ein zentrales Ziel, die Obere Hauptstraße inklusive Moosachöffnung so schnell wie möglich zu realisieren, um die Belastungen der Anlieger/-innen zeitlich zu begrenzen.

Die Informationen kommen in die Stadt

So sehen die bestellten Litfaßsäulen ausm die an drei verschiedenen Stellen in der Altstadt als Informationsplattform für den Innenstadtumbau dienen.
So sehen die bestellten Litfaßsäulen ausm die an drei verschiedenen Stellen in der Altstadt als Informationsplattform für den Innenstadtumbau dienen.

Klar bezogt der Koordinator zu der hinterfragten Bauzeit in der Unteren Altstadt Position. Die Stadt sei sehr zufrieden damit,  wie und in welchem Tempo von der beauftragten Firma gearbeitet werde. „Das ist wie eine Operation am offenen Herzen“, weil sehr viele Menschen unterwegs seien und die Bauleute alles täten, um den Passanten während der laufenden Maßnahme das Durchkommen zu ermöglichen. Zudem sei die Oberflächengestaltung „keine Standardbauweise“, erinnerte Schulze und sagte zusammenfassend: „Sicherheit und Qualität kommen vor Geschwindigkeit.“

Über die Baumaßnahme in diesem Bereich können sich Passanten bald schon an Ort und Stelle informieren: Zwei von drei Litfaßsäulen, die als Baustelleninformation dienen sollen, werden im Bereich Weizengasse und Untere Hauptstraße situiert. Eine dritte kommt in der Oberen Hauptstraße (Kriegerdenkmal) zum Einsatz und präsentiert die Spartenverlegung und die Wärmenetz-Planung. Die Litfaßsäulen seien bereits bestellt und würden noch im Oktober aufgestellt, gab Schulze bekannt.

Infrastruktur für ein Wärmenetz

Umgriffsplan für das geplante Wärmenetz.
Umgriffsplan für das geplante Wärmenetz.

Erfolgreich verlaufen sind die Aktivitäten für ein Wärmenetz in der Innenstadt. Der entwickelte Informations- und Werbeflyer sei zusammen mit einem Fragebogen an 110 Hauseigentümer/-innen verteilt worden, berichtete Andreas Voigt, Geschäftsführer der Freisinger Stadtwerke. Den Rücklauf von 40 Fragebögen bezeichnete er als „recht gut“. Nun werde die Planung vorangetrieben, um im nächsten Schritt persönliche Gespräche mit Hauseigentümern führen zu können. Geschaffen werden soll eine Infrastruktur in der gesamten Innenstadt: Dabei wird die Leitung über die Amtsgerichtsgasse zur Hauptstraße geführt, die auf der gesamten Länge verlegt wird mit Abzweigungen in die Bahnhofstraße und zum Marienplatz. Die gesamte Innenstadt-Trasse werde einen großen Querschnitt erhalten, der ausreichend Kapazitäten bietet für spätere Anschlüsse im Bereich Karlwirtkreuzug oder Untere Altstadt (bekanntlich sind Heiliggeistgasse, General-von-Nagel-Straße und Weizengasse nicht mit Fernwäme-Leitungen erschlossen).

In der Oberen Hauptstraße kann, wie schon berichtet, nur auf der Nordseite das Wärmenetz zur Verfügung gestellt werden, weil der Platz südlich der Moosach mit verschiedenen Sparten voll belegt ist. Interessenten in diesem Bereich könnten möglicherweise über den Bereich Roider-Jackl-Brunnen/Wörth an das Wärmenetz angeschlossen werden, berichtete der Werkleiter. Untersucht würde außerdem, wie groß der Aufwand für den Anschluss aller städtischer Liegenschaften in der Innenstadt sei bzw. ab welchem Zeitpunkt bei neueren Heizanlagen ein Umstieg sinnvoll sei.

Begrünte Fassaden und mobiles Grün

Bereits im August hat die Stadt in der Heiliggeistgasse sieben mobile Bäume präsentiert und damit die erfolgreiche Aktion „StadtRaumBaum“ von 2012 aufgegriffen. Diese Wanderbäume werden auch in den weiteren Bauabschnitten aufgestellt. Einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen aufgreifend sollen begrünte Fassaden in das gestalterische Gesamtkonzept des Innenstadtumbaus integriert werden. Dafür entwickeln Landschaftsarchitekten auf Basis einer Ortsbegehung einen Vorschlag, der dann mit den jeweiligen Gebäudeeigentümer/-innen besprochen wird. „Sollte keine Fassadenbegrünung gewünscht sein, wollen wir möglichst Vorkehrungen treffen, dass nachträgliches Pflanzen möglich ist“, erläuterte Michael Schulze.

Gutachten zum Starkregenereignis vom August

Michael Schulze, im Stadtplanungsamt zuständig für die Koordination des Innenstadtumbaus. (Foto: Stadt Freising)
Michael Schulze, im Stadtplanungsamt zuständig für die Koordination des Innenstadtumbaus. (Foto: Stadt Freising)

Die Überflutung im Bereich Untere Altstadt durch den Starkregen am 18. August 2017  wird genau unter die Lupe genommen. Wie Innenstadtkoordinator Schulze informierte, sei ein Fachbüro beauftragt worden, das ein Gutachten mit verschiedenen Fallbetrachtungen erstelle. Noch in diesem Herbst sei mit Ergebnissen zu rechnen. „Wir spielen verschiedene Szenarien durch – aber wir werden nicht das Prinzip St. Florian anwenden.“ Zugleich merkte Schulze an, dass Überstauungen bei Starkregen ein „altbekanntes Problem“ in der Unteren Altstadt seien und durch die Topografie verursacht würden. Die Probleme könnten durch den Innenstadtumbau und die vorgenommenen Spartenanpassungen nicht grundsätzlich gelöst werden, „aber wir drehen an den Stellschrauben“. Laut der Haus-für-Haus-Betrachtung habe sich die Situation seit dem Umbau in der Heiliggeistgasse durchgehend verbessert. Allerdings habe es an jenem Augusttag in 20 Minuten so viel geregnet, dass von einem „Zehn-Jahre-Regenereignis“ gesprochen werden könne. 

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