Solarstrom aus eigener Produktion

Eine weitere Möglichkeit, die Energiewende aktiv mitzugestalten: Bei einem Pressetermin vor dem Energielokal der Stadt Freising haben die Agenda-21-Projektgruppe Energie und Klimaschutz, Klimaschutzmanagerin Marie Hüneke sowie Tobias Grießl von den Stadtwerken Freising eine Plug-in-Photovoltaik-Anlage präsentiert, die sich mit wenigen Handgriffen auf dem heimischen Grundstück oder sogar dem Balkon einer Mietwohnung installieren lässt. Bürokratie und Installationsaufwand halten sich dabei in Grenzen.

Vor dem städtischen Energielokal hatten die Vertreter der Projektgruppe, Sepp Beck und Rainer Teschner, zu Demonstrationszwecken eine steckbare Solaranlage aufgebaut, die über die so genannte Wieland-Steckdose Strom für den heimischen Eigenbedarf liefert oder – sofern er nicht selbst verbraucht wird  – ins öffentliche Netz eingespeist werden kann, wofür es allerdings keine Vergütung gibt. Die Installation am Energielokal erfolgte auf Initiative der beiden ehrenamtlichen Projektgruppenmitglieder und mit freundlicher Unterstützung der Kirchenverwaltung St. Korbinian.

Steckbare Solargeräte mit einer Wechselrichterleistung bis 600 Watt bestehen aus einem oder mehreren Photovoltaik-Modulen, einem integrierten Wechselrichter und einem Anschlusskabel. Die Anlage wird daheim von einem/r Elektriker*in mit einer passenden Wielandsteckdose angeschlossen und ist praktisch sofort betriebsbereit. „Solaranlagen wie diese bieten auch Mieterinnen und Mietern die einfache Chance, ihre eigene Energiewende mitzugestalten“, sagte Klimaschutzmanagerin Hüneke.

Enormes Zuwachspotenzial bei Photovoltaik-Anlagen

Unter den Erneuerbaren Energien hat die Photovoltaik im Stadtgebiet das größte Zuwachspotenzial. Ziel des Integrierten Klimaschutzkonzepts der Stadt Freising ist es, bis zum Jahr 2035 jährlich rund 85.000 Megawattstunden Sonnenenergie ins Netz einzuspeisen. Derzeit liegt die Einspeisemenge von PV-Strom bei jährlich etwa 10.000 Megawattstunden. Der zielstrebige Ausbau der Solarenergienutzung wurde mit dem Beschluss der Freisinger Klimaresolution bei der vielbeachteten Stadtratssitzung am 23. Januar 2020 wiederholt bekräftigt.

Bildergalerie Vorstellung der Mikro-Photovoltaik-Anlage

Ein Antragsformular reicht aus

Jede Maßnahme zum Ausbau der Solarenergie ist daher willkommen – und steckbare Solaranlagen können hier einen wichtigen Beitrag leisten. Deren Installation ist mittlerweile was Infrastruktur und Bürokratie angeht deutlich einfacher geworden, wie Tobias Grießl von den Stadtwerken beim Vor-Ort-Termin schilderte: „Man kann die Anlage ganz einfach über ein Online-Formular anmelden. Vorher sollte man allerdings seinen Netzbetreiber zurate ziehen, ob man über den richtigen Stromzähler verfügt.“ So müssen Zähler ohne Rücklaufsperre nachgerüstet werden.

Ein heimisches Photovoltaikmodul samt Wechselrichter kostet nicht mehr als ein Smartphone aus dem mittleren Preissegment. Eine Familie kann mit zwei Modulen jährlich bei guter Ausrichtung nach Süden bis zu 600 kWh erzeugen, was einer Stromersparnis von bis zu 150 Euro pro Jahr bedeutet. Nach 5-6 Jahren hat sich die Anschaffung meist amortisiert. Die Module haben eine Lebensdauer von über 20 Jahren.

Regelmäßiger Beratungsservice vor dem Energielokal

Interessenten, die noch weitere Fragen zu Funktionen, Kosten oder Anmeldung der Solaranlage haben, können sich künftig von April bis Oktober (jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat – je nach Nachfrage) kostenlos vor dem Energielokal beraten lassen. Die nächsten Termine sind am 01. und 15. Oktober 2020 (jeweils zwischen 14 und 17.30 Uhr). Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Bei sehr schlechtem Wetter entfällt der Termin.

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