Neue wissenschaftliche Schriftenreihe des Stadtarchivs

Buch über Freising als „Bierstadt“

Das Buch "Freising als ´Stadt des Bieres´- Kulturgeschichtliche Aspekte" bildet zugleich den Auftakt für die neue wissenschaftliche Schriftenreihe des Stadtarchivs. (alle Fotos: Stadt Freising)
Das Buch "Freising als ´Stadt des Bieres´- Kulturgeschichtliche Aspekte" bildet zugleich den Auftakt für die neue wissenschaftliche Schriftenreihe des Stadtarchivs. (alle Fotos: Stadt Freising)

Die Stadt Freising krönt ihren Veranstaltungsreigen zum 500. Jubiläum des Bayerischen Reinheitsgebots mit der Herausgabe eines fabelhaften Buchs, das „Freising als `Stadt des Bieres´“ unter kulturhistorischen Aspekten präsentiert und zugleich das Fundament für eine eigene wissenschaftliche Schrifteinreihe des Stadtarchivs Freising bildet. Sechs Autoren geben in dem auch optisch ansprechenden Werk Einblicke in die Geschichte der „Bierstadt“ Freising. Vorgestellt wurde der fast 320 Seiten umfassende Band am Freitagabend, 09. Dezember 2016, in den Sporrerkellern, einem herausragenden Zeugnis Freisinger Bierkultur: „Die Räumlichkeiten sind ein kulturgeschichtliches Ereignis“, sagte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher begeistert. (Hier geht es zu einigen Impressionen der imposanten Ziegelgewölbe.)

Sporrerkeller wieder zugänglich

Im quasi "ersten" Gewölbe nach dem Eingang an der Weihenstephaner Straße wurden die Gäste zur Buchvorstellung empfangen.
Im quasi "ersten" Gewölbe nach dem Eingang an der Weihenstephaner Straße wurden die Gäste zur Buchvorstellung empfangen.

Biertische waren aufgestellt, es stand eine kleine Brotzeit für die zahlreich erschienen Gäste bereit sowie ein Fass Weihenstephaner, das OB Eschenbacher gekonnt anzapfte.  Für die Instandsetzung der weitläufigen Kellergewölbe, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Brauern zur kühlen Lagerung des Sommerbiers in den Weihenstephaner Berg getrieben worden waren und während des Zweiten Weltkriegs als Luftschutzkeller dienten, wurden vom Stadtrat 75.000 Euro bereitgestellt. Dabei handelte es sich um eine umfassende Entrümpelung über statische Maßnahmen bis hin zur Erneuerung der Elektrik und Einrichtung von Fluchtwegen, im nächsten Jahr wird noch der Eingangsbereich samt Vorplatz neu gestaltet.  Damit sind die historischen Sporrerkeller künftig für Führungen und Ausstellungen öffentlich erlebbar. „Ich bin fasziniert, wie gut die Renovierung gelungen ist“, freute sich Tobias Eschenbacher.

Breit gefächertes Forschungsfeld

Stadtrachivar Florian Notter spricht über das überraschend großte Themenfeld von Freising als Bierstadt.
Stadtrachivar Florian Notter spricht über das überraschend großte Themenfeld von Freising als Bierstadt.

Florian Notter, Leiter des Stadtarchivs, informierte als Herausgeber der beachtlichen Publikation über deren Entstehung und die inhaltlichen Schwerpunkte. „Eine Kommune ist keine wissenschaftliche Einrichtung“, sagte er und bedankte sich beim Stadtrat mit OB Eschenbacher und Kulturreferent Hubert Hierl sowie bei den Verwaltungsspitzen für die unkomplizierte Bereitstellung der Mittel. Das Festjahr „500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot“ biete freilich auch einen schönen Anlass, sich mit der besonderen Geschichte Freisings als Bierstadt in das Jubiläumsprogramm einzureihen. Aus seiner Sicht als Historiker habe er zunächst einen „Schock“ erlebt, bekannte Notter, denn „Bier“ sei nicht das erwartete „nette“ kulturgeschichtliche Thema, sondern wirke derart in die Breite, dass unmöglich alle Aspekte aufgegriffen worden konnten: „Man steht vor einem Berg und kann nur Schlaglichter werfen.“ Das fast 320 Seiten starke Ergebnis charakterisierte er als „bescheidenen Beitrag“ zur stadtgeschichtlichen Erforschung des Themas „Bier“, dass noch weiter untersucht werden sollte.

Unterschiedliche Zeiten und Institutionen

Die Autoren der Publikation (v.l.) Ludwig Narziß, Matthias Lebegern (Stadtarchiv/Redaktion), Hermann Bienen, hinten Klaus Kratsch und OB Tobias Eschenbacher, Fabian Fellersmann und Florian Notter.
Die Autoren der Publikation (v.l.) Ludwig Narziß, Matthias Lebegern (Stadtarchiv/Redaktion), Hermann Bienen, hinten Klaus Kratsch und OB Tobias Eschenbacher, Fabian Fellersmann und Florian Notter.

Den Autoren ist es jedenfalls hervorragend gelungen, alle wesentlichen historischen Phasen und Institutionen in aufschlussreichen wie fesselnden Aufsätzen zusammenzutragen : Mittelalterhistoriker Fabian Fellersmann hat Quellen zum Hopfenbau beziehungsweise zum Brauwesen im mittelalterlichen Freising untersucht;  Stadthistoriker Florian Notter nimmt in der Frühen Neuzeit das Freisinger Hofbräuhaus in seiner Eigenschaft als moderner, landesherrlicher Wirtschaftsbetrieb in den Blick;  Klaus Kratzsch, Kunsthistoriker und ehemals Hauptkonservator am Landesamt für Denkmalpflege, hat seinen Beitrag „Freising eine Bierstadt?“ mit Fragezeichen versehen und zeigt in seinem imaginären Gang durch die Altstadt zu den Brauereigebäuden des 19. Jahrhunderts auf, dass keine der bürgerlichen Braugaststätten überlebt hat; Bauhistorikerin Eva Fritz gibt einen Einblick in die Geschichte der Steinzeugfabrik Hauber & Reuther, die in den Jahren vor 1900 im Stadtteil Wörth Bierkrüge im zeittypischen Geschmack des Historismus produziert hatte; Ludwig Narziß, ehemals Inhaber des Lehrstuhls für Technologie der Brauerei I der TU München, würdigt das 150-jährige Bestehen der Studienfakultät für Brauwesen und Freising-Weihenstephan als traditionsreichen Standort der Brauwissenschaft.

Den Hauptteil des Buchs hat Diplom-Braumeister Hermann Bienen verfasst: Er nimmt sich der Geschichte von 28 nachweisbaren Brauereien an, berichtet über ihre Familien-, Besitz- und Baugeschichte. „Es ist unglaublich, welche Fülle an Brauereien wir in der Bürgerstadt, entlang der Hauptstraße hatten, und zwar nicht nacheinander, sondern zeitlich nebeneinander“, resümierte Notter. Diese spannenden Beiträge illustrieren zahlreiche historische Aufnahmen.

Erhältlich im Freisinger Buchhandel

Das Bild zeigt zwei Personen, die sich über das Buch beugen und darin blättern.
Ideales Weihnachtsgeschenk für an der Geschichte Interessierte.

Mit diesem Buch startet das Stadtarchiv Freising eine eigene wissenschaftliche Schriftenreihe, die in Zukunft sicherlich weitere interessante Themen aufarbeiten und für die Öffentlichkeit aufgebreiten wird. Erhältlich ist die Publikation zum Preis von 34,90 Euro im Freisinger Buchhandel. Wer sich für Freisings Geschichte als Stadt der Bier- und Braukultur interessiert, hat mit dem Band das perfekte Geschenk für Weihnachten!

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