TUM@Freising: Vortrag mit Professor Axel Göttlein

Am 16. Juli zum Thema "Wald und Waldbewirtschaftung im (unfreiwilligen) Wandel"

Die Umweltbedingungen wandeln sich dramatisch: Das verursacht sichtbare, aber auch schleichende Veränderungen in unseren Waldökosystemen. Die Forstwirtschaft muss hierauf reagieren – auch wenn sie sich selbst durch Technisierung in einem Wandel befindet, wie Prof. Axel Göttlein in seinem Vortrag bei TUM@Freising am Donnerstag, den 16. Juli 2026, um 19 Uhr im Lindenkeller Freising zeigt.

Der Klimawandel bringt deutliche Veränderungen der Temperatur und des Niederschlags mit sich. Die physikalische Umwelt wandelt sich schneller, als sich Waldökosysteme hieran anpassen könnten. Unsere heutigen Wirtschaftsbaumarten geraten dadurch unter Druck, was sich zum Beispiel im Frankenwald durch große Schadflächen zeigt.

Außerdem hat die Klimaerwärmung auch Folgen, die nahezu unsichtbar ablaufen, zum Beispiel der Humusschwund im Gebirge. Dieser wird auf längere Sicht deutlich negative Auswirkungen auf den Wasserrückhalt der Bergwälder haben.

Auch das Nährstoffangebot im Waldboden verändert sich.
Parallel zu diesem „physikalischen Klimawandel“ erfahren wir auch einen „chemischen Klimawandel“: Seit Ende der 1980er Jahre hat sich die Luftqualität massiv verbessert, besonders die Schwefeldioxid-Emissionen haben deutlich abgenommen – der saure Regen ist Vergangenheit. Allerdings sind die Stickstoff-Emissionen immer noch hoch, die wichtigsten Quellen sind Ammoniak aus der Landwirtschaft und Stickoxide aus Verbrennungsprozessen. Dadurch werden unsere Wälder anhaltend und einseitig mit Stickstoff gedüngt, was je nach Standort eine Unterversorgung mit anderen Nährstoffen bewirken kann.

Von geplünderten Wäldern zur nachhaltigen Bewirtschaftung – und wie weiter?
Der Wald und seine Nutzung haben eine wechselhafte Geschichte. Bis zum Beginn der Neuzeit waren unsere Wälder die wichtigste Quelle für Baumaterial und Brennstoffe, sie wurden dafür stark beansprucht. Außerdem waren sie landwirtschaftlich genutzt, vor allem durch Waldweide und Entnahme von Streu für den Stall. Dieser starke Nutzungsdruck führte zur Zerstörung ganzer Waldlandschaften. 

Der Einsatz von Kohle, Erdöl und Elektrizität sowie von Kunstdünger in der Landwirtschaft hat die Wälder stark entlastet, sie konnten nachhaltiger bewirtschaftet werden und sich langsam erholen. Die heutigen technischen Möglichkeiten erlauben allerdings wieder eine umfassendere Nutzung der Wälder – auch anfallende „Reste“ können verwertet werden, zum Beispiel als Brennstoff in Hackschnitzel-Heizungen. 

In unserem eigenen Interesse, vor allem aber für unsere Nachkommen, sollten wir unsere Waldökosysteme so gut wie möglich erhalten. Was den physikalischen Klimawandel betrifft, erfordert dieser einen Waldumbau hin zu klimaresilienteren Wäldern. Im Hinblick auf den chemischen Klimawandel und die Biomassenutzung ist eine nährstoffschonende Waldbewirtschaftung der einzig zukunftsfähige Weg. 

Vortragstermin:
Donnerstag, 16. Juli 2026, 19:00 Uhr 
Lindenkeller in Freising

Für diesen Vortrag wird keine Videoaufzeichnung angeboten … es heißt vor Ort zu sein!

Nach dem Vortrag sind alle Interessierten eingeladen, ihre Fragen an den Referenten zu stellen. Es moderiert Prof. Peter Annighöfer. 

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