Wissenschaftspreis Weihenstephan der Stadt Freising

Foto: Bibliothek der TU München

Die Reputation Freising als Wirtschafts- und Wissenschafts-
standort festigen und die Attraktivität des Wissenschafts-
betriebes steigern - mit diesen Zielen lobt die Stadt Freising im festgelegten Turnus den mit 20.000 EUR dotierten Wissenschaftspreis aus.

Da sehr viele traditionelle Preise entweder an den Wissenschaftsnachwuchs oder an bereits sehr renommierte Forscher vergeben werden, ist der Wissenschaftspreis der Stadt Freising gerade dazwischen angesiedelt, in dem er an jüngere, aber bereits etablierte Wissenschaftler vergeben werden soll.

Der persönliche Preis soll wissenschaftliche Leistungen auszeichnen, die in Kooperation mit in- und ausländischen Einrichtungen entstanden sind, so dass ein Preis i.d.R. an zwei Preisträger/innen vergeben wird, wobei ein/e Preisträger/in am Wissenschaftszentrum Weihenstephan, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf oder den Freisinger Forschungsinstitutionen tätig oder mit diesen wesentlich verbunden sein muss. Diese Ausrichtung gewährleistet einerseits, dass die Leistungen geehrt werden, die am Standort erbracht wurden und andererseits der Preis eine entsprechende überregionale Bedeutung erlangt und damit Freising als Wissenschaftsstandort weiter an Bedeutung gewinnt.

Vorschlagsberechtigt sind alle Professoren des Wissenschaftszentrums Weihenstephan, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und die jeweiligen Leiter der in Freising ansässigen Forschungseinrichtungen, wobei der Vorschlag mit je zwei wissenschaftlichen Gutachten belegt sein muss.

Preisverleihung 2015

Zum vierten Mal ist am Mittwochabend, 01. Juli 2015, der mit insgesamt 20.000 Euro dotierte „Wissenschaftspreis Weihenstephan der Stadt Freising“ verliehen worden.

Preisträger 2015 mit OB (v.l.): Dr. Nicolas Gisch, Forschungszentrum Borstel, Dr. Stefanie Ranf, WZW der TU München und Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher. (Foto: Stadt Freising)
OB Tobias Eschenbacher (rechts) beglückwünscht die Preisträger Dr. Stefanie Ranf und Nicoas Gisch. (Foto: Stadt Freising)

Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher beglückwünschte zwei junge Wissenschaftler für ihre „besonders herausragende Forschungsarbeit“ auf dem Gebiet der Pflanzenimmunologie. Die erst 36-jährige Biochemikerin Dr. Stefanie Ranf vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU und Dr. Nicolas Gisch (35), Chemiker am Forschungszentrum Borstel in Schleswig-Holstein, bekamen die Auszeichnung gemeinsam zuerkannt. Oberbürgermeister Eschenbacher würdigte die Team-Arbeit der Preisträger als „großartiges Beispiel wissenschaftlicher Leistung und Vernetzung – made in Freising“. Auch der festliche Abend im Großen Sitzungssaal des Freisinger Rathauses stand ganz im Zeichen enger Verbundenheit von Stadt und Campus.

Wie wehren sich Pflanzen gegen Krankheitserreger? Die Grundzüge waren bekannt: Sie besitzen wie Mensch und Tier ein Immunsystem, um sich gegen Erreger zu wehren. Ausgelöst wird die Immunantwort von Lipopolysacchariden (LPS). Die Biochemikerin Stefanie Ranf hat nun den LPS-Rezeptor identifiziert, „der seit 20 Jahren weltweit gesucht worden war“, wie Professor Dr. Ralph Hückelhoven vom Lehrstuhl für Phytopathologie in seiner Laudatio hervorhob. Die junge Wissenschaftlerin zeigt in einer bahnbrechenden Arbeit auf, dass der pflanzliche Immunsensor für LPS eine ganz eigene Struktur hat. Damit ist eine eklatante Wissenslücke in der pflanzlichen Immunbiologie geschlossen. Ermöglicht wurden die in Fachwelt und Medien viel beachteten Ergebnisse der Weihenstephaner Wissenschaftlerin durch die Kooperation mit Nicolas Gisch: Er und sein Team übernahmen Isolierung, Reinigung, chemische Modifikation und Analyse der LPS. „Erst die Komplementärarbeit hat das Auffinden des Rezeptors ermöglicht“, sagte Professor Hückelhoven und würdigte weiterhin die praktische Bedeutung der Forschungsarbeit für die Entwicklung krankheitsresistenter Kulturpflanzen, für die Biochemie „und als Vision für Lebensmittelhygiene und Medizin“.

Applaus für die spektakuläre Forschungsarbeit spendeten Angelika Schnieke, Dekanin am WZW, und Hermann Heiler, Präsident der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Beide rückten in ihren Grußworten das ausgezeichnete Miteinander von Stadt Freising und Campus in den Mittelpunkt. Von „Kollaboration“ sprach Dekanin Schnieke gut gelaunt und versicherte: „Das ist etwas Besonderes, so eine enge Verbindung gibt es nicht überall.“ Präsident Heiler sieht Freising und Weihenstephan als „Eines“. Der mit 20 000 Euro ausgestattete Wissenschaftspreis sei „gewichtig, alle Achtung, das ist wirklich was“, versicherte Heiler mit Blick auf deutschlandweite Ausschreibungen mit deutlich geringerer finanzieller Ausstattung.

Nach 2008, 2011 und 2013 hat die Stadt Freising diese Auszeichnung für junge Wissenschaftler/-innen zum vierten Mal verliehen. Mit dem Preis werde „unsere aufrichtige Verbundenheit mit dem Lehr- und Forschungszentrum Freising-Weihenstephan“ zum Ausdruck gebracht, sagte Oberbürgermeister Eschenbacher, zugleich sollten „Rang und Ruf dieses Wissenschaftsstandortes Freising“ nachhaltig gestärkt werden.

Über die Verleihung des Wissenschaftspreises Weihenstephan 2015 berichtete auch die Technische Universität München.

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Wissenschaftspreis Weihenstephan 2013

Am 16. Juli 2013 wurde der Wissenschaftspreis Weihenstephan der Stadt Freising zum dritten Mal verliehen.

Mit Preis wurden zwei Kooperationen zwischen Wissenschaftlerinnen der TUM mit ihren Forschungspartnern aus Frankreich und Italien ausgezeichnet.

Frau Dr. Erika Isono (TUM WZW) und Herr Dr. Pascal Genschik (CNRS IBMP, Strasbourg)

An die Forschungsgemeinschaft zwischen Frau Dr. Erika Isono, TUM WZW und Herrn Dr. Pascal Genschik, IBMP Strasbourg wurde der Preis 2013 für ihre Verdienste um die Erforschung des Ubiquitin-Systems bei Pflanzen mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro verliehen.

Das Ubiquitin-System ist ein Protein-basiertes regulatorisches System der Zellen bei Pflanzen wie auch beim Menschen. Es ermöglicht beispielsweise den gezielten Abbau spezifischer Proteine. Durch den gezielten Proteinabbau können z. B. essentielle Wachstums- und Entwicklungsprozesse reguliert werden. Hier ist der Abbau von Proteinen der Gegenspieler zur Herstellung dieser Proteine durch die Proteinbiosynthese.

Defekte im Proteinabbau sind beim Menschen mit wichtigen Erkrankungen wie Krebs und Parkinson assoziiert, bei Pflanzen werden eine Vielzahl von auch in der Landwirtschaft wichtigen Wachstumsprozessen wie die Samenkeimung, die Wurzelentwicklung oder die Blüte über Proteinabbau reguliert.

Frau Dr. habil. Nilima Prakash (TUM WZW) und Herr Prof. Dr. Antonio Simeone (CNR IGB, Neapel)

Für ihre Forschung zur Rolle der Proteine für die Dopamin-produzierenden Nervenzellen wurden Frau Dr. Nilima Prakash, TUM WZW und Herr Prof. Antonio Simeone, CNR Neapel ausgezeichnet und erhielten gmeinsam ein Preisgeld von 10.000 Euro zur persönlichen Verwendung.

Die deutsch-italienische Forschungskooperation untersucht die auch als "Schüttellähmung" bekannte, bisher unheilbare Krankheit Parkinson auf molekularer Ebene. Die Ursache der typischen motorischen Symptome liegt in dem Mangel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn von Parkinson-Erkrankten. Die beiden Forscher konnten durch Ihre Arbeiten im Labor zeigen, dass zwei Proteine namens Otx2 und Wnt1 wichtig für das Überleben der Dopamin-produzierenden Nervenzellen im Gehirn sind. Im Laborversuch konnten die Wissenschaftler zeigen, dass durch eine erhöhte Freisetzung der genannten beiden Proteine das vorzeitige Absterben der Dopamin-produzierenden Nervenzellen verhindert werden kann. Diese besondere Eigenschaft von Otx2 und Wnt1 könnte so das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit verhindern oder zumindest abmildern - und eröffnet somit eine neue therapeutische Perspektive für die Behandlung dieser Erkrankung.

Über den Wissenschaftspreis Weihenstephan 2013 berichtete auch die Technische Universität München.

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Wissenschaftspreis Weihenstephan 2008 und 2011

Seit 2008 wurden vier Kooperationen zwischen jungen Wissenschaftlern, den in Freising ansässigen Forschungsinstitutionen, mit ihren nationalen und internationalen Forschungspartnern ausgezeichnet.

Die Vergabe des ersten Wissenschaftspreises Weihenstephan der Stadt Freising erfolgte im Jahr 2008 für die Forschung mit genomischen Methoden an der Fusarium-Problematik von Weizen an

Dr. Michael Schmolke, Wissenschaftszentrum Weihenstephan
Dr. Lorenz Hartl, Landesanstalt für Landwirtschaft und
Dr. Daryl Somers, Agriculture and AgriFood Canada

sowie für die Entwicklung von Software für die Analyse von Daten aus enzymatischen Untersuchungen mittels Massenspektroskopie an

Dipl.-Ing. (FH) Michael Krappmann, Fachhochschule Weihenstephan und
Dr. Thomas Letzel, Technische Universität München

Zur Berichterstattung der TUM im Jahr 2008 gelangen Sie hier.

2011 wurde der Preis zum zweiten Mal verliehen. Er wurde an die beiden Forschungsgemeinschaften

Prof. Heiko Briesen, TUM/WZW und
Prof. Marek Behr, RWTH Aachen

für ihre Arbeit zur Computersimulation kolloidaler Teilchen sowie an

Dipl. Forstwirt Michael Schmidt, TUM/WZW und
Dr.-Ing. Matthias Frese, KIT

für ihre Arbeit zur Zulassung von Brettschichtholz aus Buche als Baustoff vergeben.

Zur Berichterstattung 2011 der TUM gelangen Sie hier.

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