Wirtschaftsempfang 2015 im Zeichen des Eissports

Ob Tobias Eschenbacher (li.) und Peter Thometzki (re.) begrüßen den Ehrengast des Wirtschaftsempfangs: Eishockey-Legende Erich Kühnhackl. (Fotos: Stadt Freising)

Was verbindet Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft mit dem Eishockeysport? Eine ganze Menge, wie sich beim Wirtschaftsempfang der Stadt Freising am Donnerstag, 1. Oktober 2015, erwies. Schließlich hatte die Stadt als prominenten Gast die Eishockey-Legende Erich Kühnhackl eingeladen – passend zur bevorstehenden, feierlichen Einweihung der Freisinger Eishalle am 10. Oktober 2015. Eine „gedankliche Preview“ nannte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher den Vortrag des einstigen Spitzensportlers, olympischen Bronzemedaillengewinners und früheren Nationaltrainers. Die etwa 100 Zuhörerinnen und Zuhörer im Isar-Saal der Freisinger Bank verließen den Empfang jedenfalls mit ausgesprochen interessanten Einblicken: in das Leben des Sportlers und Menschen Erich Kühnhackl, sein Selbstverständnis als Förderer der Jugend - und in einen Sport, bei dem mit harten Bandagen gefightet wird.

Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher freute sich, zahlreiche Repräsentantinnen und Repräsentanten des Freisinger Wirtschaftslebens und darüber hinaus begrüßen zu können: „Ihr Interesse unterstreicht, wie gut und wichtig diese Gelegenheit zum Kontakteknüpfen, zum  Austausch oder auch zum Kennenlernen ist.“ Hausherr Peter Thometzki unterstrich in seinem Grußwort die Verbundenheit seiner Bank und ausdrücklich auch von Sparkasse und Bankhaus Sperrer zu den ansässigen Unternehmen. Wirtschaftsförderung in und für die Region zeichne die Freisinger Bank aus, versicherte der Vorstandsvorsitzende.

Regionalbanken kämpfen mit und für die örtlichen Klein- und mittelständischen Betriebe

Das Bild zeigt Peter Thometzki, Vorstandsvorsitzender der Freisinger Bank, am Rednerpult.
Peter Thometzki (Freisinger Bank)

In Anleihe an das Thema des Empfangs sagte Thometzki: „Wir stehen vor eisigen Zeiten. “ Der Bankdirektor meinte dies durchaus ernst und gab mehrere Beispiele dafür, dass Bestrebungen der EU-Kommission große Nachteile für die Mittelstandsfinanzierung bedeuten würden. Statt dem praktizierten „Vorsichtsprinzip der unabhängigen Kaufmannes“ solle den Regionalbanken eine internationale Bilanzierung aufgedrückt werden. Weiterhin sei die grundsätzlich begrüßenswerte Öffnung des Kapitalmarktes für Klein- und mittelständische Betriebe angesichts der hohen Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen nicht umsetzbar, so Thometzki und versprach: „Wir setzen uns dafür ein, dass wir Ihnen weiter Kredite geben können.“ Kritik übte der Bankdirektor auch an der Liquiditätskennziffer, die möglicherweise Regionalbanken zwinge, nur mehr kurzfristige Kredite auszureichen.  An die Zuhörerinnen und Zuhörer richtete er abschließend den dringen Appell: „Arbeiten Sie mit uns gemeinsam daran, dass wir nicht aufs Glatteis geführt werden.“

  • Das Bild zeigt Erich Kühnhackl und die Gäste des Wirtschaftsempfangs, während der Referent aus seinem Leben berichtet.
  • Erich Kühnhackl und Publikum blicken auf die Leinwand.
Das Foto zeigt Erich Kühnhackl von der Seite.

 

Alter: 64 Jahre. Größe:  195 cm. Gewicht: 98,5 Kilo. Und auch ohne Kufen eine beeindruckende Persönlichkeit

Zumindest auf der Leinwand ging´s genau dahin, denn Erich Kühnhackl hatte einen kleinen Film mitgebracht – spektakuläre Spiel- und Torszenen aus der nordamerikanischen Profiliga „National Hockey League“ (NHL) und nicht weniger spektakuläre Body-Checks, die Kühnhackl trocken mit den Worten kommentierte: „Eishockey ist ein Männersport, bei dem man sich halt wehren muss.“ Kein einziger dieser – aus Sicht der Laienpublikums – groben Fouls war übrigens eines,  verriet der „Kleiderschrank auf Kufen“, so der noch heute passende Spitzname von Kühnhackl: „Die Checks waren alle fair.“

Der gebürtige Tschechoslowake erzählte von seiner Karriere, die begonnen habe mit der Auswanderung nach Deutschland als 17-jähriger und dem „Glück“, beim EV Landshut gelandet zu sein. Erzählend blickte er auf seine äußerst erfolgreichen Spieler- und Trainerstationen, um dann sein Herzensthema in den Mittelpunkt zu stellen: die Förderung der Eishockeyjugend.  Um ausbildende Vereine und finanziell weniger betuchte Talente unterstützen zu können, hat Erich Kühnhackl 2001 eine eigene Stiftung gegründet. „Am Materiellen soll eine Karriere nicht scheitern“, sagte er. Tatsächlich ist Eishockey ein teurer Sport: Etwa 3000 Euro müsse für eine Torwart- und etwa 1000 Euro für eine Spielerausrüstung gerechnet werden, schilderte Kühnhackl. Er nutzt seine Prominenz und seine Kontakte, um Geld für die Nachwuchsförderung zu akquirieren. Seine Stiftung setzt jedes Jahr zwischen 300.000 und 100.000 Euro um.

Einladung nach Freising zum Training

In der Fragerunde wollte ein Zuhörer wissen, wann er als Gasttrainer nach Freising komme. Kühnhackl sagte sogleich zu: „Wenn ich angerufen werde, komme ich gerne.“ Das gehöre zur Philosophie seiner Stiftung, auszubildende Vereine zu besuchen und mit den Teams ein Training zu absolvieren, „das sie so noch nicht erlebt haben.“ Immerhin: Weit hat es die in Landshut lebende Sportlegende nach Freising nicht.

Mit einem kleinen Eishockey-Quiz (zu gewinnen gab´s u.a. ein Nationaltrikot, das Kühnhackl signierte, natürlich mit seiner legendären Rückennummer 14) beendete Erich Kühnhackl seine abwechslungsreiche Präsentation, beim anschließenden Stehempfang bzw. dem „Get-Together“, wie es auch genannt wird, war er natürlich ein gefragter Gesprächspartner.

Weitere Fotos in der Bildergalerie des Wirtschaftsempfangs.

  • Eishockeytrikot der Nationalmannschaft mit Originalunterschrift von Erich Kühnhackl.
  • Bild von einer Gesprächsrunde nach dem Referat im Foyer der Freisinger Bank.
  • Das Foto zeigt, wie das Publikum applaudiert.
  • Erich Kühnhackl überreicht einen Gewinn an einen Zuhörer, der beim Quiz richtig getippt hat.

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