Betriebsbesuch des Oberbürgermeisters bei der Glaserei Hiedl GmbH:

Freisinger Traditionsbetrieb geht mit der Zeit

Die Glaserei Hiedl gehört zu den ältesten Handwerksbetrieben Freisings. Im Jahre 1855 als Zinngießerei eröffnet, führen heute Hans Hiedl und seine Frau Sandra das Familienunternehmen in fünfter Generation. Von den erfolgreichen Aktivitäten, die Glaserei zu einem modernen Betrieb zu entwickeln, haben sich Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher und Mathilde Hagl, Leiterin des Referats für Wirtschaft, Finanzen und Liegenschaften, jetzt persönlich überzeugen können: „Ich bin von der Kreativität, den zeitgemäßen Werkstätten und der perfekten Organisation beeindruckt“, bilanzierte der OB nach einem ausführlichen Rundgang.

Interessanter Blick hinter die Kulissen

Früher gehörten Zinngießen und Glasen zusammen. Im „historischen Eck“ des Betriebs sind Gussformen ausgestellt, die Hans Hiedl und Mathilde Hagl gemeinsam begutachten. (alle Fotos: Stadt Freising)
Früher gehörten Zinngießen und Glasen zusammen. Im „historischen Eck“ des Betriebs sind Gussformen ausgestellt, die Hans Hiedl und Mathilde Hagl gemeinsam begutachten. (alle Fotos: Stadt Freising)

Die Stadt Freising sucht den direkten Kontakt zu ihren Firmen: Es ist spannend und aufschlussreich, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, Betriebsabläufe aus erster Hand kennenzulernen und persönlich mögliche Anforderungen der Unternehmen an die kommunale Wirtschaftsförderung zu erörtern. Das Traditionsunternehmen Hiedl zeigte sich bei dem Besuch als bestens aufgestellt für die Zukunft. Seit 1970 ist das Gelände an der Vimystraße 24a Sitz der Glaserei – und daran möchten Hans und Sandra Hiedl auch nichts ändern: „Umsiedeln kommt nicht in Frage, wir fühlen uns hier wohl, alles ist kompakt untergebracht“, versicherten sie auf Nachfrage. In den vergangenen Jahren wurden Büros, Bilderwerkstatt und Ausstellungsräume renoviert, die Betriebsstrukturen optimiert und erfolgreich ein Zeitmanagement eingeführt. Pünktlich zur Feier des 160-jährigen Bestehens im vergangenen Jahr hat der Betrieb außerdem sein optisches Erscheinungsbild erneuert und präsentiert sich in einem frischen, kräftigen Rot.

Bitte anfassen!

  • OB Tobias Eschenbacher (rechts) bewundert eine elektromagnetisch verschließbare Schiebetür.
  • Bitte Hand auflegen: Das Gerät zeigt, auch optisch, an, welches Isoliergas hohe oder geringere Wärmeverluste aufweist.
  • Handarbeit: In der Bilderwerkstatt werden Passepartouts gefertigt.

Die angebotene Produktpalette reicht von Glas im Innen- und Außenbereich über die Rahmung von Bildern bis zum Insektenschutz. „Unser Hauptgeschäft sind Duschen und Glastrennwände“, schilderte Hans Hiedl und führte verschiedene innovative Duschsysteme und Beschläge vor. In den Ausstellungsräumen darf und soll man alles ausprobieren. Der Aufforderung „Bitte anfassen!“ kamen OB Eschenbacher und Mathilde Hagl nicht nur einmal nach. Besonders faszinierte sie ein Gerät mit verschiedenen Fensterglastypen: Beim Auflegen der Hand fühlt man sofort, welches Isolierglas mehr oder weniger Wärme absorbiert – und sieht „rot“, wo der Energieverlust besonders hoch ist. Länger hielten sich die Gäste der Stadt Freising in der Bilderwerkstatt auf. Sandra Hiedl führte vor, wie Passepartouts gefertigt werden. Unterschiedliche Varianten der Bilderrahmung an einer Präsentationswand lieferten angeregten Gesprächsstoff. Weiter führte der Rundgang zu einem Miniaturhaus – gerade groß genug, dass Tobias Eschenbacher eintreten konnte: „Das habe ich für unsere Kunden gebaut, damit sie verschiedene Fliegengitter testen können“, erläuterte Hans Hiedl, während  der OB neugierig ein Fenster öffnete und die kreativen Ideen lobte: „Das ist hier fast wie im Deutschen Museum: Überall kann man hinschauen, hindrücken und sogar fühlen!“

Auch personell für die Zukunft bestens aufgestellt

  • Wie zuhause: Hans Hiedl (rechts) hat ein Miniaturhaus geschaffen, in dem man Fliegengitter testen kann. OB Tobias Eschenbacher ist begeistert.
  • Besichtigung der Glasschleifmaschine: Hans Hiedl (li.) erläutert Mathilde Hagl und OB Tobias Eschenbacher, wie das Gerät mit den beweglichen Kugeln funktioniert.

Sechs Mitarbeiter zählt die Glaserei neben den Geschäftsführern Hans und Sandra Hiedl sowie Thomas Jenuwein. Die Nachwuchssorgen vieler Branchenkollegen müssen sie nicht teilen. „Ich nehme gerne Praktikanten auf, die dann bei uns auch richtig etwas machen dürfen. Dabei zeigt sich für beide Seiten, ob es mit dem Beruf und einer Lehre bei uns passt“,  erzählte der Firmenchef. Derzeit ist ein Auszubildender bei ihm beschäftigt. Im September kommen zwei Lehrlinge (Glaser) und im Jahr darauf zwei weitere Azubis (Glaser und Bürokauffrau) hinzu. Die interessante Führung endete in der Reparaturwerkstatt. Wie ordentlich und strukturiert sich auch dieser Bereich präsentierte, überraschte OB Tobias Eschenbacher: „Das ist wirklich beeindruckend. Ich erlebe hier einen topmodern geführten Betrieb.“ Für die Gastgeber ein schönes Lob, doch sie bleiben ehrgeizig. „Ich denke, wir sind – auch technisch – sehr gut aufgestellt“, bestätigte Hans Hiedl, „aber wir haben noch einiges vor“. Sollte dabei die Unterstützung der Stadt gefragt sein, steht die Wirtschaftsförderung gerne beratend zur Seite.

Weitere Bilder vom Betriebsrundgang

  • Begutachtung von Beschlägen: OB Tobias Eschenbacher, Hans Hiedl und Mathilde Hagl (v.l.).
  • Besichtigung von Glastüren und Glastrennwänden.
  • In der Bilderwerkstatt kann man verschiedene Varianten der Bilderrahmung besichtigen.
  • Hans Hiedl und Referatsleiterin Mathilde Hagl blicken zurück: Eine Aufnahme zeigt die Altstadtgalerien, in denen die Glaserei Hiedl bis 1970 untergebracht war.
  • Interessanter Besuch (v.: Mathilde Hagl und OB Tobias Eschenbacher bedanken sich bei Sandra und Hans Hiedl für den spannenden Blick hinter die Kulissen.

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