Papst Benedikt und Freising

Am 19. April 2005 wurde Joseph Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt. Sein Lebensweg ist mit Freising eng verbunden. Als Student und Priesteramtskandidat wurde er durch die Domstadt geprägt. Als Professor und später als Erzbischof hat er in vielfältiger Weise in und für Freising gewirkt. Am 14. September 2006 besuchte er Freising als Papst. Am 28. Februar 2013 schied er auf eigenen Wunsch aus dem Amt. Papst Benedikt ist Ehrenbürger der Stadt Freising.

Bei der Fronleichnamsprozession 1956

Im Herbst 1945 tritt Joseph Ratzinger 18jährig ins Priesterseminar seines Heimatbistums auf dem Freisinger Domberg ein. Bis Sommer 1947 studiert er an der dortigen Philosophisch-theologischen Hochschule Philosophie. Nach dem Theologiestudium in München verbringt er die letzten Monate der Vorbereitung auf die Priesterweihe wiederum in Freising. Am 29. Juni 1951 wird er mit seinem Bruder Georg und weiteren 42 Weihekandidaten durch Michael Kardinal Faulhaber im Freisinger Dom zum Priester geweiht, nach seinen eigenen Worten „ein strahlender Sommertag, der als Höhepunkt des Lebens unvergesslich bleibt.“

Er wirkt für einige Zeit als Seelsorger in München, ist aber ab Oktober 1952 wiederum in Freising, als Dozent am Priesterseminar, tätig. Parallel entsteht seine Doktorarbeit für die Promotion an der Universität München. Ab Wintersemester 1954/55 vertritt er den Lehrstuhl für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Hochschule in Freising.

Auch fügt es sich, dass eine Professorenwohnung im Lerchenfeldhof auf dem Domberg frei wird, die er nun bezieht und die ihm, wie er schreibt, zudem die Möglichkeit bietet, „Vater und Mutter nach Freising zu holen“. Diese Zeit dient zugleich der Vorbereitung seiner Habilitation an der Münchner Universität.

Am 1. Januar 1958 wird er zum Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Hochschule in Freising ernannt, erhält aber schon ein gutes Jahr später einen Ruf an die Universität Bonn. Es folgen Jahre als Hochschullehrer an den Universitäten in Münster, Tübingen und Regensburg.

 

Am 25. März 1977 wird Joseph Ratzinger von Papst Paul VI. zum Erzbischof von München und Freising ernannt und tritt damit in eine neue enge Beziehung zur alten Bischofsstadt an der Isar. Am 24. Juni 1977 bereiten ihm die Freisinger auf dem überfüllten Marienplatz einen herzlichen Empfang. Am 29. Juni 1977 erfolgt die Ernennung zum Kardinal.

Viele Amtsgeschäfte und gottesdienstliche Handlungen führen den Erzbischof regelmäßig nach Freising, insbesondere die Erteilung der Priesterweihe im Juni sowie die Feier des Korbiniansfestes im November. Auch der Vorsitz bei der Bayerischen Bischofskonferenz, die regelmäßig in Freising tagt, ist mit Aufenthalten in der Domstadt verbunden.

Hinzu kommen Besuche privater Natur. So nehmen Kardinal Ratzinger und sein Bruder 1980 am Requiem und am Begräbnis ihrer Tante, der Armen Schulschwester M. Theogona Ratzinger, auf dem Klosterfriedhof von St. Klara teil. Am 25. November 1981 wird Joseph Kardinal Ratzinger zum Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre ernannt und nimmt im Februar 1982 Abschied von seinem Erzbistum. Die Stadt Freising verleiht ihm die goldene Bürgermedaille. 1983 erfolgt die Erhebung des Freisinger Doms zur Konkathedrale, die Joseph Kardinal Ratzinger noch als Erzbischof in Rom beantragt hat.

Seinen letzten privaten Besuch stattet der Kardinal Freising am 1. Januar 2004 ab, verbunden mit der Feier eines Festgottesdienstes in der ehemaligen Prämonstratenserklosterkirche St. Peter und Paul in Freising-Neustift.

Vom 9. bis 14. September 2006 besucht Papst Benedikt XVI. seine altbayerische Heimat. Stationen der Reise sind vor allem seine früheren Wirkungsstätten.

Den Abschluss bildet am 14. September 2006 der Besuch der alten Bischofsstadt Freising – Ort seiner Priesterweihe und seines Wirkens als Professor und als Erzbischof.

Nach seiner Ankunft in Freising fährt Papst Benedikt durch die festlich geschmückte Innenstadt, von Tausenden von Menschen herzlich begrüßt.

Im Domhof trägt er sich ins Goldene Buch der Stadt Freising sowie des Landkreises ein und empfängt Geschenke des Oberbürgermeisters und des Landrates.

Die Feier im Dom steht unter dem besonderen Zeichen der Begegnung mit dem Klerus der Erzdiözese. Der Papst betet am Schrein des Bistumspatrons Korbinian und richtet sodann seine Ansprache an die im Dom versammelten Gäste. Das Korbinianslied beschließt die festliche Stunde.

Für Freising bleibt der Besuch Papst Benedikts XVI. ein historisches Ereignis, das den Rang der Stadt als Ort großer geschichtlicher und kirchlicher Tradition bedeutungsvoll unterstreicht.

 

Am 16. Januar 2010 überbringt eine Freisinger Delegation bei einer Audienz im Apostolischen Palast in Rom dem Heiligen Vater die Ehrenbürgerurkunde der Stadt Freising. 

 

Beim Korbiniansfest am 20. November 2010 wird im Torbogen zum Domhof ein Bronzerelief enthüllt, das an die Verleihung der Ehrenbürgerwürde erinnert. 

 

 

Das päpstliche Wappen

Dauerausstellung auf dem Domberg: "Joseph Ratzinger und das Erzbistum München und Freising"

 

 

Literatur: 

- Sigmund Benker, Papst Benedikt XVI. und Freising, in: 39. Sammelblatt des Historischen Vereins Freising, hg. v. Ulrike Götz, Freising 2006, 11-25, ISBN 3-00-018224-1  Bestellung

- Papst Benedikt XVI. in Freising, hg. v. Joachim Hamberger, Freising 2007, ISBN 978-3-00-021226-0

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