10.01.2018

Ein Abschied auch mit einem Hauch Wehmut

Stadt übergibt Schulträgerschaft des Dom-Gymnasiums an den Landkreis

Symbolische Schlüsselübergabe (v.l.): Landrat Josef Hauner, Oberstudiendirektor Manfred Röder und Bürgermeisterin Eva Bönig.
Symbolische Schlüsselübergabe (v.l.): Landrat Josef Hauner, Oberstudiendirektor Manfred Röder und Bürgermeisterin Eva Bönig. (Foto: Landratsamt Freising)

Oberstudiendirektor Manfred Röder, Leiter des Dom-Gymnasiums, sprach von einer „Zäsur“ in der Geschichte des humanistischen Gymnasiums, bei Bürgermeisterin Eva Bönig kam durchaus „Wehmut“ auf, Landrat Josef Hauner versicherte einen problemlosen Übergang:  Am Montag, 08. Januar 2018, wurde die Trägerschaft des Dom-Gymnasiums bei einer Veranstaltung für die Mitglieder der Schulfamilie und die Vertreter/-innen der Freisinger Medien offiziell von der Stadt an den Landkreis Freising übergeben. Bereits vor einem Jahr war die Trägerschaft der Karl-Meichelbeck-Realschule ebenfalls von der Stadt an den Landkreis gewechselt,  in einem letzten Schritt wird zu einem späteren Zeitpunkt auch das Josef-Hofmiller-Gymnasium in die Obhut des Landkreises übergehen.

„Danke – da wurde ganz hervorragend zusammengearbeitet!“

Hintergrund: Die Stadt Freising muss sich von ihren weiterführenden Schulen trennen, weil rechtlich der Landkreis für den Unterhalt zuständig ist. Mit Blick auf die steigenden Herausforderungen und damit auch wachsenden Kosten im generellen, großen Programm der städtischen Daseinsvorsorge, das natürlich auch und gerade den Bildungs- und Schulbereich umfasst,  müsse sich die Stadt Freising auf ihre Pflichtaufgaben beschränken, erklärte Bürgermeisterin Bönig die Übergabe der Schulträgerschaft.  Weiterführende Schulen zu unterhalten, für die gesetzlich der Landkreis zuständig ist, könne die Stadt mit ihren großen „Baustellen“ als zusätzliche freiwillige Leistung schlichtweg nicht mehr stemmen. Der Stadtrat habe deshalb Ende 2015 beschlossen, erst die Karl-Meichelbeck-Realschule, zum 01. Januar 2018 jetzt das Dom-Gymnasium und in Zukunft dann auch das Josef-Hofmiller-Gymnasium an den Landkreis Freising zu übergeben – „in einem ausgesprochen guten, vertrauensvollen Miteinander zwischen Stadt- und Landkreisspitze, aber auch der Kolleginnen und Kollegen der jeweiligen Verwaltungen, die diesen reibungslosen Übergang auch mit der Schule sehr engagiert und zuverlässig vorbereitet und ermöglicht haben“, wie Bönig betonte: „Einige von Ihnen sind heute Vormittag hier, allen Beteiligten darf ich im Namen von Oberbürgermeister Eschenbacher, dem Stadtrat, ganz besonders aber auch persönlich aufrichtig Dank sagen für alles, was sie für diese reibungslose Übergabe und Übernahme geleistet haben – ich denke, da wurde um dieser Schule Willen wirklich ganz hervorragend gearbeitet!“   Die vormalige Zuständigkeit der Stadt für diese drei Schulen geht noch zurück auf jene  Zeit, als Freising kreisfrei war. Als kreisangehörige Kommune hatte die Stadt die Trägerschaft dann quasi freiwillig fortgesetzt.

Keine spürbaren Auswirkungen auf den Schulbetrieb

Ganz wichtig für die Stadt wie die Schule: Die Übergabe werde keine spürbaren Auswirkungen auf den Betrieb des Dom-Gymnasiums haben – der Landkreis ist ein erfahrender, verlässlicher Aufwandsträger bei vielen Schulen. „Eigentlich sollte man den Übergang im alltäglichen Unterrichtsbetrieb gar nicht merken“, sagte Landrat Josef Hauner zu den vielen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften in der Aula. Dennoch wolle er mit der kleinen Feierstunde am Montag darauf hinweisen, wer ab sofort für die Ausstattung der Schule verantwortlich zeichnet – „damit Sie“, wie er anmerkte, „auch wissen, an wen Sie sich mit Ihren Wünschen wenden müssen“. Der Landrat  versicherte, „dass sich der Landkreis Freising genauso wie die Stadt um die Schule kümmern wird“. Freising sei schließlich ein Bildungs-Landkreis, 14 Schulen betreue das Landratsamt mittlerweile. Der Kreis werde in Kürze offiziell „Bildungsregion in Bayern“ – die entsprechende Urkunde werde Kultusminister Ludwig Spaenle im Februar überreichen.

Reibungslosen Übergang gemeinsam bestmöglich vorbereitet und umgesetzt

Bürgermeisterin Bönig, die dem Gymnasium nicht zuletzt  während ihrer 18-jährigen Tätigkeit als Schulreferentin eng verbunden war, verabschiedete sich bei der Übergabe der Schulträgerschaft mit durchaus bewegten Worten: „Wenn wir, Stadtpolitik und Stadtverwaltung, heute zum Abschied also leise  Servus sagen, dann tun wir dies zum einen in wirklich herzlicher Dankbarkeit für das immer gute, konstruktive Miteinander mit Ihrer Schule, lieber Herr Röder, wie mit dem Landkreis, sehr geehrter Herr Landrat, aber auch in dem Bewusstsein, dass wir den reibungslosen Übergang gemeinsam wirklich bestmöglich vorbereitet und  umgesetzt haben,  nicht zuletzt mit auch finanziell durchaus gewichtigen Modernisierungsarbeiten: Der Landkreis als neuer Träger übernimmt eine in jeder Beziehung gute Schule!“ 

 

 

 

<- Zurück zu: Neuigkeiten chronologisch