Allgemeine Informationen zur getrennten Abwassergebühr

Was ist die gesplittete Abwassergebühr ?

Bei der Berechnung nach dem Frischwassermaßstab wird die Abwassergebühr allein auf der Grundlage des Frischwasserbezugs errechnet. Dabei wird unterstellt, dass die Menge des Abwassers, die der Gebührenzahler der öffentlichen Abwasserbeseitigung zuführt, etwa der Menge entspricht, die er an Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung bezogen hat.

In den Abwasserkanälen fließt jedoch nicht nur Abwasser, das als Trinkwasser bezogen wurde, sondern auch Niederschlagswasser, das von Dächern und befestigten Flächen ins Kanalnetz gelangt. Da ein beträchtlicher Anteil dieser versiegelten Flächen an die Kanalisation angeschlossen sind, ist ein erheblicher Teil der bei der Abwasserentsorgung anfallenden Kosten auf die Niederschlagswasserableitung zurückzuführen. Diese Kosten werden beim Frischwassermaßstab ebenfalls nur nach der bezogenen Wassermenge aufgeteilt.

Die gesplittete Abwassergebühr sorgt dagegen für eine gerechtere Kostenverteilung. Die Kosten der Schmutzwasserentsorgung werden nach der Menge des bezogenen Frischwassers ermittelt, die Kosten der Niederschlagswasserbeseitigung dagegen nach den versiegelten Flächen, von denen Niederschlagswasser in die öffentliche Kanalisation gelangt.

Warum wurde die Niederschlagswassergebühr eingeführt ?

Auf Grund der Rechtssprechung (u.a. Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes vom 31.03.2003; Az.23B02.1937-W 2 K 01.997) ist die Erhebung der Abwassergebühr nach dem Frischwasserverbrauch nicht mehr zulässig, wenn die Kosten der Niederschlagswasserbeseitigung mehr als 12 % der Gesamtkosten der Abwasserentsorgung betragen.
Da die Kosten für die Niederschlagswasserbeseitigung im Gebiet der Stadt Freising diesen Wert überschreiten, ist die Aufteilung in eine Schmutzwasser- und eine Niederschlagswassergebühr erforderlich. Dies führt zudem zu einer höheren Gebührengerechtigkeit.

Ist die Niederschlagswassergebühr eine zusätzliche Gebühr ?

Nein!
Durch die Aufteilung in Schmutz- und Niederschlagswassergebühr werden insgesamt gesehen keine höheren Gebühren erhoben. Durch die Einführung der gesplitteten Abwassergebühr werden die Gebühren nach einem gerechteren verursacherbezogenen Maßstab ermittelt werden. Auch die Stadt muss ihren Beitrag leisten, indem sie für alle Straßenflächen, die an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sind, ebenfalls eine Niederschlagswassergebühr zu entrichten hat.

Wie werden die Flächen für die Niederschlagswassergebühr ermittelt ?

Die Flächen wurden im Selbstauskunftsverfahren im Juni 2006 mit einem Auskunftsbogen, der an die Grundstückseigentümer versandt wurde, festgestellt. Angeschrieben wurden alle Grundstückseigentümer in den Bereichen der Stadt Freising, in denen eine Ableitung von Niederschlagswasser in die öffentliche Kanalisation möglich ist.
Die Grundstückseigentümer sind verpflichtet, gebührenrelevante Flächenänderungen bei der Stadtentwässerung Freising anzuzeigen. Das entsprechende Formular finden Sie im Bereich Download.

Welche Flächen sind gebührenpflichtig ?

Für die Gebührenberechnung werden alle bebauten und künstlich befestigten Flächen herangezogen, die Niederschlagswasser in die öffentliche Kanalisation abführen. Ob die Einleitung unmittelbar auf dem Grundstück oder außerhalb des Grundstücks (z. B. über die Straßenentwässerung) erfolgt, ist hierbei ohne Bedeutung.

Nicht zur Berechnung der Niederschlagswassergebühr herangezogen werden bebaute und befestigte Flächen, von denen das anfallende Regenwasser vollständig versickert oder zulässigerweise in ein Gewässer eingeleitet wird.

Künstlich befestigte Flächen, von denen Niederschlagswasser abgeführt wird, werden entsprechend ihrer Wasserdurchlässigkeit in Ansatz gebracht. Eine Unterteilung für die Bemessung erfolgt nach Versiegelungsgrad der Oberflächen in

Beton- und Asphaltflächen, Pflaster mit Fugenverguss oder sonstige wasserundurchlässige Flächen

Pflaster und Platten - jeweils ohne Fugenverguss - oder sonstige teildurchlässige Flächen

Kies, Schotter, Rasengittersteine oder sonstige wasserdurchlässige Befestigungen.

Bei den bebauten Flächen werden die Grundrissflächen der Gebäude herangezogen.

Wie lässt sich bei der getrennten Abwassergebühr Geld sparen ?

Die Schmutzwassergebühr ermittelt sich über die bezogene Frischwassermenge. Sie lässt sich durch einen sparsamen Wasserverbrauch reduzieren.

Die Niederschlagswassergebühr bemisst sich dagegen nach der versiegelten und angeschlossenen Fläche. Sie lässt sich durch eine Entsiegelung von Flächen reduzieren oder aber auch durch die Abkopplung versiegelter Flächen von der Kanalisation. Dies kann beispielsweise erfolgen durch

eine Versickerung auf dem eigenen Grundstück
durch Nutzung von Zisternen
durch Einleitung von Niederschlagswasser in ein Gewässer.

Sämtliche Maßnahmen diesbezüglich müssen technisch machbar sein, dem Stand der Technik entsprechen und erfordern unter Umständen auch eine Genehmigung.

 

Schnellfinder

Newsletter

hier anmelden

Veranstaltungskalender

Fahrplanauskunft

Start:
Ziel:
um:
:Uhr
am:
..