Angerstraße: Attraktives Wohngebiet für 850 kleine und große Menschen

Die Entwicklung eines attraktiven Wohnquartiers für das Gelände zwischen Angerstraße und Gartenstraße macht große Fortschritte:  Der städtebauliche Ideen- und Realisierungswettbewerb ist in diesem Tagen mit ausgezeichneten Ergebnissen abgeschlossen worden – jetzt können die Vorbereitungen für die Aufstellung eines Bebauungsplans beginnen. Aus dem Gewerbestandort mit dem aufgelassenen Baywa-Gelände, der anstehenden Aufgabe des Recycling-Betriebs sowie dem beabsichtigten Umzug eines Discounters wird in einigen Jahren ein neues Wohngebiet für etwa 850 Personen. Auch ein Kindergarten ist dort vorgesehen. (Hier geht es zum Download des Siegerentwurfs mit den ausgestellten Plänen, Dateigröße 24 MB.)

Luftbild Angestraße heute
Luftbild Angerstraße: So sieht das Gelände mit dem zum Teil schon aufgelassenen Gewerbe heute aus.

Privater Investor verfügt über 4,9 Hektar

Das Areal ist seit geraumer Zeit in Hand eines Investors: Die Unternehmensgruppe Büschl hat 4,9 Hektar Grund erworben und für die Verwirklichung einer Neubausiedlung die Gesellschaft „Park Immobilien Projekt Freising GmbH & Co. KG.“ gegründet. Für diesen Realisierungsteil des privat ausgelobten und in Kooperation mit der Stadt Freising durchgeführten Wettbewerbs geht es ganz konkret um die Umsetzung der Pläne. Der Ideenteil des Wettbewerbs umfasst, westlich angrenzend, ein 2,7 Hektar großes Fremdgrundstück mit einem bestehenden Einkaufsmarkt. Die Architekten sollten für diesen weiteren Bereich das Potenzial für Wohnen und den bestehenden Markt (mit neuer Situierung) ausloten.

Öffentliche Präsentation der Entwürfe und Modelle des städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerbs "Angerstraße" im Rathaus. (Foto: Stadt Freising)
Öffentliche Präsentation der Entwürfe und Modelle des städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerbs "Angerstraße" im Rathaus. (Foto: Stadt Freising)

Erster Platz für die 03 Architekten aus München

Zehn Büros waren zur Teilnahme an dem Wettbewerb eingeladen. Am Freitag, 11. März 2015 befasste sich das Preisgericht mit den Entwürfen. Der Jury gehörten unter anderem Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, Stadtbaumeisterin Barbara Schelle, Mitglieder des Freisinger Gestaltungsbeirats, Vertreter/-innen des Stadtrats und auch Ralph Büschl, Geschäftsführer der gleichnamigen Münchner Unternehmensgruppe, an. Das Preisgericht kam erfreulicher Weise zu einem einstimmigen Ergebnis: Als Sieger wurde der Entwurf der 03 Architekten GmbH aus München mit ver.de Landschaftsarchitektur Freising gekürt, Platz zwei ging an Architekt Florian Krieger aus Darmstadt und auf Rang drei kam die Ammann Albers GmbH aus Zürich.

Empfang der siegreichen Architekten-Teams im Freisinger Rathaus mit (v. l.) OB Tobias Eschenbacher, Stadtbaumeisterin Barbara Schelle, Michael Wimmer (03 Architekten), Investor Ralph Büschl, Stadtdirektor Gerhard Koch. (Foto: Stadt Freising)
Empfang der siegreichen Architekten-Teams im Freisinger Rathaus mit (v. l.) OB Tobias Eschenbacher, Stadtbaumeisterin Barbara Schelle, Michael Wimmer (03 Architekten), Investor Ralph Büschl, Stadtdirektor Gerhard Koch. (Foto: Stadt Freising)
Modell des Siegerentwurfs (Realisierungsteil - Supermarkt dargestellt im Bestand).
Modell des Siegerentwurfs (Realisierungsteil - Supermarkt dargestellt im Bestand).

Siegerentwurf soll auch realisiert werden

Am Montag, 14. März 2016, lud Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher zur Ehrung der prämierten Büros ins Rathaus und empfing gemeinsam mit Investor Ralph Büschl die ersten und zweiten Preisträger. Dabei attestierte der OB allen zehn teilnehmenden Architekturbüros „sehr gute Entwürfe“. Gleichwohl sei die 16-köpfige Jury „am Ende zu diesem einstimmigen Ergebnis gekommen“, berichtete Eschenbacher und gratulierte dem Sieger-Team sehr herzlich. An Ralf Büschl richtete der OB seinen Dank, dass er für die Entwicklung des Areals an der Angerstraße einen Wettbewerb gestartet und auch die Stadt mit ins Boot geholt habe. Dieser bedankte sich seinerseits bei der Stadt dafür, „dass sie uns überzeugt hat, hier einen Wettbewerb auszuloben“. Von den Ergebnissen zeigte er sich sehr angetan, alle Vorschläge hätten Qualitäten. Der mit dem ersten Preis ausgezeichnete Entwurf der 03 Architekten berge „so viel Potenzial“, dass seine Gesellschaft diesen nun umsetzen wolle: „Wir können uns ein tolles Projekt vorstellen“, versicherte Büschl. Auch der zweite Preisträger, das Büro von Florian Krieger, heimste für sein Konzept das Lob des Investors ein: „Es war sehr knapp.“

Der Siegerentwurf ist nun Grundlage für eine konkrete Planung und die anschließende Durchführung des Bebauungsplanverfahrens durch die Stadt Freising. Geht es nach Ralf Büschl, sollen die rechtlichen Schritte noch im Jahr 2017 abgewickelt sein. Dann könnte es 2018 losgehen mit der Realisierung des Wohngebiets.

Planung der 03 Architekten für das Wohnquartier Angerstraße einschließlich Erweiterung im Westen.
Planung der 03 Architekten für das Wohnquartier Angerstraße einschließlich Erweiterung im Westen.

Grundzüge der Planung (Realisierungswettbewerb)

Die 03 Architekten haben ihren Entwurf „Prismatischer Raum“  genannt – in Anspielung auf die Vieleckigkeit und Vielgestaltigkeit der Gebäude. Hier entsteht kein monotones Stadtquartier. Gleichzeitig bekommt der Entwurf das Thema Lärm (Nähe zu Bahngleisen, stark befahrene Angerstraße) wirksam in den Griff. Die Architekten verlegen die Angerstraße etwas näher zur Bahn und bilden auf dem südlichen Teil des Geländes drei U-förmige Gebäude, die entlang der Angerstraße jeweils fünfstöckig sind. Nach Norden hin nimmt die Geschosshöhe ab.

Familienfreundliches Zuhause

Besonders überzeugt hat die Jury das Freiraumkonzept: Es gibt privates Grün in den Innenhöfen und, davon klar abgegrenzt, ein großzügiges öffentliches Grünband mit Fuß- und Radwegen. Diese Grünflächen stellen auch einen Puffer zu den vorhandenen Einfamilienhäusern dar und bieten viel Platz zum Erholen und Spielen. Integriert ist in der Wohnsiedlung auch eine Kindertagesstätte. Für den Kfz-Verkehr erschlossen wird das Wohnquartier von der Angerstraße, an der sich die Zufahrten zu den Tiefgaragen befinden. Das Wohngebiet selbst ist somit autofrei. Zu den Schlüterhallen wird eine Fuß- und Radwegverbindung als Unterführung geschaffen.

Parketagen statt ebenerdiger Stellflächen (Ideenteil)

Der Ideenteil umfasst das heutige Areal eines Verbrauchermarktes. Dieser Nahversorger soll selbstverständlich erhalten bleiben. Die Planer schlagen vor, das Gebäude abzubrechen und direkt an der Angerstraße neu zu errichten. Die notwendigen Parkplätze können über oder unter dem Gewerbe entstehen. Platz wird so für eine Fortsetzung der variantenreichen Wohnbebauung nördlich des Einzelhandels gewonnen. 

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