Vernissage "statt galerie freising"

Das derzeit eingerüstete Rathaus im Herzen der Altstadt schmückt seit Anfang August 2021 eine besondere Bildergalerie: Das Kulturamt möchte mit dem Projekt „statt galerie freising“ die Arbeit von Künstler*innen für alle sichtbar machen. „Viele Ausstellungen konnten seit Anfang 2020 nicht stattfinden oder mussten abgesagt werden“, erinnerte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher bei der Vernissage am Mittwoch, 04. August. Das lange Zeit „unsichtbare Schaffen“ erhalte mit dieser originellen Präsentationsform ein öffentliches Forum.

Fabelhafte Resonanz

Aufgerufen zur Teilnahme an dem Freiluftprojekt waren bildende Künstler*innen, die Mitglied in einem Freisinger Kunstverein sind oder bereits in der Domstadt ausgestellt hatten. Die Resonanz war riesig: Mehr als 50 digitale Einsendungen erreichten das Kulturamt innerhalb kürzester Zeit. Eine Fachjury hatte dann die schwierige Aufgabe, die nur mit dem Bildtitel gekennzeichneten Werke zu begutachten und 30 auszuwählen. Diese wurden dann auf Lkw-Planen gedruckt, auf Bauzäune gespannt und entlang der Oberen Hauptstraße am Rathaus montiert. Finanziell unterstützte die Sparkasse Freising die Umsetzung des Konzepts.

Werbung für Freisinger Künstler*innen

OB Eschenbacher begrüßte diese bewusst gewählte Form der Präsentation: „Die Ausstellung im öffentlichen Raum ist unabhängig vom Wetter und von Inzidenzen.“ Zudem ermöglicht es das gemeinsam mit Max-Josef Kirchmaier (Agentur MASELL) entwickelte Format, die Künstler*innen und ihr Werk vorzustellen: Jedes Bild ergänzen ein Lebenslauf, oft auch spannende Erläuterungen zur Entstehung und ein QR-Code, der auf die Webseiten der Kunstschaffenden verlinkt ist.

Öffentlicher Kunstraum

Kulturreferentin Susanne Günther gestand ein, sie sei anfangs skeptisch gewesen, ob auf Plastikplanen gedruckte Werke der Kunst gerecht würden. Andererseits habe sich beispielsweise durch das Internet der Blick auf Bilder gewandelt, zudem betrage die „Aufmerksamkeitsspanne für ein Bild“ oft nur wenige Sekunden. „Deshalb bin ich froh, dass sich das Kulturamt durchgesetzt hat.“ Sie begrüße es, den öffentlichen Raum als Kunstraum wahrzunehmen. Gemeinsam starteten die geladenen Gäste anschließend einen Rundgang und nahmen sich trotz Regen Zeit, die ganz unterschiedlichen Stile und thematisch vielseitigen Motive der Werke auf sich wirken zu lassen.

Im Innenhof des Rathauses kam dann noch „Vernissage-Feeling“ auf, wie OB Eschenbacher mit Blick auf die zahlreich erschienenen Künstler*innen sowie die Mitglieder der Jury erfreut bemerkte. Dort waren einige auf Meshgewebe gedruckte Bilder zur Dekoration aufgehängt und es wurde mit Sekt und Saft darauf angestoßen, dass Kunst – bald auch wieder in repräsentativen Ausstellungräumen – gezeigt werden kann. Die Freiluftgalerie läuft noch bis Ende September.

Eindrücke von der Eröffnungsveranstaltung

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