Startschuss für Bau der Nordostumfahrung

Durchgangsverkehr wird an Freising vorbeigeleitet

Übersichtsplan Planfeststellung für die B 301 - zum Öffnen der PDF-Datei auf das Bild klicken.
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Die Entlastung vom Durchgangsverkehr auf der Nord-Südachse von Freising ist für die lärmgeplagten Anwohner/-innen in greifbare Nähe gerückt: Mit einem symbolischen ersten Spatenstich wurden am Dienstag, 4. Oktober 2016, die Arbeiten für die neue Nordostumfahrung von Freising aufgenommen. Die 4,2 Kilometer lange neue Trasse der Bundesstraße 301 soll Ende 2020 fertiggestellt sein. Rollen heute noch bis zu 26.400 Fahrzeuge täglich über die Mainburger Straße, werden künftig knapp 8000 weniger das Freisinger Straßennetz belasten. „Das Projekt ist für uns sehr wichtig“, unterstich Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher bei dem Festakt. Veranschlagt sind für die Baumaßnahme knapp 29 Millionen Euro.

"Win-win-Situation für die gesamte Region"

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt begrüßte die Mitglieder der Stadtkapelle Freising mit Handschlag (alle Fotos: Stadt Freising)
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt begrüßte die Mitglieder der Stadtkapelle Freising mit Handschlag (alle Fotos: Stadt Freising)

An der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Altenhausen und Jaibling fand der symbolische Spatenstich mit musikalischer Begleitung durch die Stadtkapelle Freising statt  – Probleme hatten die Ehrengäste mit dem Schaufeln übrigens nicht: Die Bauarbeiten haben dort bereits begonnen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sprach auch mit Blick auf die lange Vorgeschichte – 1990 begannen die Voruntersuchungen und seit 1992 war die Trasse im Bundesfernstraßenplan als vordringlicher Bedarf eingestuft – von einem „wirklich bedeutenden Tag für Freising“. In dem Umfahrungsprojekt sieht Dobrindt eine „Win-win-Situation für die gesamte Region“: Der Verkehrsfluss werde verbessert bei gleichzeitig weniger Lärm und Abgasen für die Freisinger Innenstadt. Ein Drittel weniger Fahrzeuge in der Ortsmitte bedeute „mehr Lebensqualität“, sagte der Bundesminister. Als zentraler Zubringer zum Flughafen und als Anbindung Freisings an das Chemiedreieck bei Ingolstadt  habe die B 301 außerdem eine überregionale Bedeutung.

„Wir bauen für die Menschen.“

Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann stellte die finanzielle Unterstützung des Freistaats für den Straßenbau heraus - auch für die Westtangente Freising, die 2020/2021 in Betrieb gehen soll.
Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann stellte die finanzielle Unterstützung des Freistaats für den Straßenbau heraus - auch für die Westtangente Freising, die 2020/2021 in Betrieb gehen soll.

Die enorme Entlastungswirkung stellte auch Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann heraus. Beim Bau der Umgehungsstraße gehe es um „nichts anderes als Wort halten“, sagte er, denn Ministerpräsident Horst Seehofer habe versprochen,  die Infrastruktur des Flughafens zu verbessern, wozu auch die finanzielle Förderung der Westtangente Freising gehöre. Das dafür vom Bund für die B 301 investierte Geld sei „gut angelegt“, befand Herrmann. Die Umfahrung werde angesichts der ständigen Verkehrszunahme „dringend“ gebaucht, auch damit Pendler auf dem Weg in die Arbeit nicht ihre Freizeit im Stau verbringen müssten. „Wir bauen für die Menschen“, resümierte der Minister.

Vollständige Umfahrungsmöglichkeit des Freisinger Stadtgebiets

Erste Reihe der Festgäste: (v.l.) MdL Benno Zierer, Landrat Josef Hauner, Stefan Meier (Staatliches Bauamt), OB Tobias Eschenbacher und MdB Erich Irlstorfer.
Erste Reihe: (v.l.) MdL Benno Zierer, Landrat Josef Hauner, Stefan Meier (Staatliches Bauamt), OB Tobias Eschenbacher und MdB Erich Irlstorfer.

Auf den „steten Bevölkerungszustorm“ in den Landkreis und steigende Zulassungszahlen bei Kraftfahrzeugen wies Landrat Josef Hauner in seinem Grußwort hin. Den nun erfolgten Startschuss für die Nordostumfahrung bezeichnete er als „freudiges Ereignis“. Wenn Ende dieses Jahrzehnts auch noch die bereits im Bau befindliche Westtangente in Betrieb gehe, existiere erstmals eine „vollständige Umfahrungsmöglichkeit des Freisinger Stadtgebiets“.  Einschränkend fügte Hauner an: Für Anlieger und Grundstückseigentümer sei  der heutige Spatenstich „nicht unbedingt ein Tag der Freude“, diese hätten aber das „übergeordnete Interesse“ an der Umgehung erkannt und auf Klagen verzichtet.

Nein zu mehr Verkehr, Nein zur dritten Startbahn

Symbolischer Spatenstich für die neue B 301-Nordostumfahrung Freisings.
Symbolischer Spatenstich für die neue B 301-Nordostumfahrung Freisings.

Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher wies ausdrücklich darauf hin, dass die Stadt die Planung stets positiv begleitet habe: „Aber wir bedauern, dass der Ort Erlau auch künftig durchfahren wird.“ Daher baue man stark auf besondere Lärmschutzmaßnahmen wie einen lärmmindernden Asphalt sowie den Ausbau der Geh- und Radwege, um die Belastungen für die Anwohnerinnen und Anwohner etwas abzumildern. Zwischenapplaus erntete OB Eschenbacher für sein – vor allem an Innenminister Herrmann gerichtetes – Statement zur dritten Startbahn. Die Nordostumfahrung bringe für Freising eine „sehr große Entlastung“, jedoch würde ein weiterer Flughafenausbau mehr Verkehr, eine Verschärfung der schon angespannten Wohnraumsituation und Einschnitte in Freisings Entwicklung bedeuten, mahnte OB Eschenbacher: „Wir hoffen deshalb, dass die Staatsregierung auf den Bau der dritten Startbahn verzichtet und eine positive Abwägung getroffen wird.“

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