Rütteltest für geplante Moosach-Öffnung

Diese acht Meter langen Spundbohlen werden mit hoher Frequenz ins Erdreich gerammt.
Diese acht Meter langen Spundbohlen werden mit hoher Frequenz ins Erdreich gerammt. (Fotos Stadt Freising)
Das ist das Rüttelgerät. Mit dem Bagger wiegt es gut 50 Tonnen.
Rüttelgerät wiegt mit dem Bagger gut 50 Tonnen.

Es ist laut und die „Schwingungen“, die das Rüttelgerät erzeugt, sind in unmittelbarer Nähe durchaus spürbar. Dieser Test ist trotz unangenehmer Begleiterscheinungen als Vorsorgemaßnahme aber unverzichtbar: Ob und welche Auswirkungen es auf benachbarte Gebäude haben wird, wenn zur Öffnung der Stadtmoosach in der Oberen Altstadt mit einem mächtigen Rüttelgerät Spundbohlen in den Untergrund eingebracht werden, kann nur unter Realbedingungen getestet werden.

Am Mittwoch, 11. November 2015, glitt kurz vor 11 Uhr die erste Bohle ins Erdreich. Die Mitarbeiter des städtischen Straßen- und Brückenbauamts unter Leitung von Alois Spangler, Fachleute, Ingenieure und das Team der Baufirma beobachteten zufrieden den reibungslosen Verlauf.

Los ging der Rütteltest, bei dem jeweils drei Spundbohlen mit hoher Frequenz nebeneinander im Boden versenkt wurden, vor der Hausnummer 39. Hier waren schon am Morgen mit großen Erdbohrern Löcher vorbereitet worden. Die Riesenbohrer wurden nun getauscht gegen den Rüttler, ein rotfarbiges Gerät, das sicherlich das Herz von Technikfreunden höher schlagen lässt. Zusammen mit dem Bagger kommt es auf ein Gewicht von etwa 50 Tonnen, folglich war es mit einem Schwertransporter Dienstagnacht zum Einsatzort nach Freising befördert worden.

Links das Rüttelgerät, rechts vorne die Erdbohrer.
Links das Rüttelgerät, rechts vorne die Erdbohrer.
Die erste Spundbohle wird angehoben.
Die erste Spundbohle wird angehoben.

Ein Bauarbeiter legte die erste der jeweils acht Meter langen Spundbohlen ganz wörtlich an die Kette, indem er diese am Rüttelgerät befestigte. Nun hob der Bagger die Bohle an, ließ sie langsam in die Höhe und senkrecht über das geöffnete Erdloch schweben. Dort abgesetzt, wurde die Bohle einige Zentimeter in den Boden gerammt. Dann kurze Pause, damit mit der Bauarbeiter mit einer Wasserwaage prüfen konnte, ob die Bohle exakt senkrecht steht. Ja, es passte. Jetzt erst setzte das Hochfrequenzgerät ein und rüttelte die Bohle in den Untergrund. Das lärmte, aber nicht so sehr wie befürchtet: „Der Krach ist gar nicht so schlimm und dauert gar nicht so lange“, sagte eine Passantin erstaunt, denn der eigentliche „Rüttel-Akt“ war in knapp zwei Minuten überstanden.

Unter den interessierten Blicken einiger Schaulustiger wurde die zweite und anschließend die dritte Bohle bei der ersten Versuchsstelle versenkt. Entscheidend ist dabei nicht, wie „leicht“ die Bohle in die Tiefe gleitet, sondern welche Schwinggeschwindigkeit das Einrütteln auslöst. In den umliegenden Häusern hat die Stadt daher Messgeräte installiert, sowohl in den Erdgeschossen als auch unter den Dächern.

Solche Messgeräte sind in den umliegenden Häusern aufgestellt.
Solche Messgeräte sind in den umliegenden Häusern aufgestellt.
Auch die zweite Spundbohle ist im Erdreich versenkt.
Auch die zweite Spundbohle ist im Erdreich versenkt.

Am Mittwochmittag zogen die Baumaschinen vor das Haus Obere Hauptstraße 27, dort ging es am Nachmittag mit weiteren Rütteltests weiter. Die dritte Stelle, an welcher der Verbau von Spundwänden für die Öffnung der Moosach untersucht wird, befindet sich im Bereich der Hausnummern 53 – hier fand die Schwingungsmessung am Donnerstag, 12. November 2015, statt.

Ergebnis des Rüttelversuchs: Die zulässigen DIN-Normen wurden "gut oder sogar sehr gut eingehalten", so das Fazit des Gutachters. Somit seien Gebäudeschäden beim Einrütteln der Spundwände "nicht zu erwarten". Aufgrund dieses sehr positiven Ergebnisses konnte die Stadt Freising auf die vorgesehene Nach-Begehung der anliegenden Häuser durch einen Beweissicherer verzichten.

Fotos von dem Rütteltest befinden sich in unserer Bildergalerie. Unsere öffentliche Facebook-Seite bietet einen Video-Clip vom Einbau einer Spundbohle.

Immer aktuell informieren wir auf der eigenen Webpräsenz über die Innenstadt-Neugestaltung.

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