Empfang der Stadt Freising für Kulturschaffende

Unterhaltung auf höchstem Niveau

Die Stadtkapelle Freising sorgt in kleiner Besetzung für den schwungvollen Auftakt. (alle Fotos: Stadt Freising)
Die Stadtkapelle Freising sorgt in kleiner Besetzung für den schwungvollen Auftakt. (Fotos: Stadt Freising)

Der alljährliche Kulturempfang der Stadt Freising führte die Gäste am Freitag, 7. Juli 2017, in den Garten des Pallotti-Hauses. Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher sprach den Kulturschaffenden bei dieser Gelegenheit ein Kompliment aus für ihre bereichernden Aktivitäten. Pater Rolf Fuchs, Rektor des Pallotti-Hauses, begrüßte die Besucherinnen und Besucher charmant auf dem Wehrberg als „höchsten Punkt“ Freisings und folgerte: „Sie stehen hier auf hohem Niveau und das hat die Kultur verdient.“ Ein Lob, das die gefeierten Beiträge von Poetry Slammer Philipp Potthast (siehe auch Video-Clip unten), der Stadtkapelle (an diesem Tag in kleiner Besetzung) und der Nachwuchsmusiker des Cello-Trios Amicelli zweifellos einschloss.

Beitrag der Stadt für das Kulturleben

OB Tobias Eschenbacher bedankt sich für die Bereicherung des Freisinger Kulturlebens.
OB Tobias Eschenbacher bedankt sich für die Bereicherung des Freisinger Kulturlebens.
Für Kulturreferent Hubert Hierl ist der alljährliche Empfang der schönste Termin.
Für Kulturreferent Hubert Hierl ist der alljährliche Empfang der schönste Termin.

Der parkähnliche Garten an der Vimystraße bot eine wunderbare Kulisse für die traditionelle Veranstaltung und die herzlichen Dankesworte des OB. Der Kulturkalender habe im vergangenen Jahr auch „mit neuen Ideen und Highlights“ aufwarten können, sagte Eschenbacher und nannte unter anderem die Reihe „Brau.Kultur.Freising“ zum Festjahr 500 Jahre Reinheitsgebot. In diesem Zusammenhang sei der historische Sporrerkeller im Weihenstephaner Berg wieder als „Ort der Kultur“ begehbar gemacht worden – eine eher kleine Investition im Vergleich mit der gerade angelaufenen Generalsanierung des Asamgebäudes. Dieses werde nach Abschluss der Arbeiten „zu unserem Kulturhaus schlechthin“, freute sich der OB. Für den Lindenkeller, der 20. Geburtstag feiern konnte, erwartet sich Eschenbacher durch die neuen Pächter auch „neuen Schwung“. Ausdrücklich bedankte sich Tobias Eschenbacher bei den Organisatoren der städtischen Kulturarbeit, dem Team um Referatsleiter Ingo Bartha und Kulturamtsleiter Adolf Gumberger: Sie sorgten dafür, dass unter „widrigen Bedingungen“ kein Qualitätseinbruch spürbar sei.

Für Kulturreferent Hubert Hierl ist der Kulturempfang „schönster Termin“, wie er versicherte. In seinem Grußwort thematisierte er auch die beiden neuen Figuren auf der Alten Isarbrücke. Man könne über Kunst durchaus streiten, sagte Hierl, was aber bei Facebook-Kommentaren an Begrifflichkeiten verwendet worden sei, „habe ich als verstörend empfunden“. Er hoffe, dass man in 20 Jahren sagen werde: „Die haben sich damals was getraut.“

Junge Poesie mit Sprachwitz und Tiefgang

Das Cello-Trio Amicelli.
Das Cello-Trio Amicelli.

Auch beim Kulturempfang schlägt die Stadt immer wieder „neue Pfade“ ein und präsentiert unterschiedliche Kunstformen. Nach einer Skatebord-Performance (Alex Dworsky 2015) und jungem, innovativem Theater (KreativesSchauspielEnsemble 2016) stand heuer mit Philipp Potthast ein Vertreter des Genres Slam-Poetry am Mikrophon. Der gebürtige Münchner, der in Freising aufgewachsen ist und für ein Jura-Studium 2014 wieder in die Landeshauptstadt zog,  begeisterte die versammelten Gäste restlos mit seiner sprachgewaltigen Lyrik in Rap-Manier. 

Mit drei Kostproben seines Könnens begeistert Philipp Potthast.
Mit drei Kostproben seines Könnens begeistert Philipp Potthast.

Eine der drei Kostproben seines Könnens widmete er Petrus, der 2000 Jahre lang als „Wetteran“ für die „Himmelsschleusenwartung“ zuständig gewesen sei. Weil das Volk ständig gegen das Wetter wetterte, habe man Petrus per Volksentscheid ab- und einen Consulting-Agent von McKinsey eingesetzt, der Wetterkapriolen liquidierte. Bei gleichbleibend grauem Himmel sei jedoch auch das Smalltalk-Thema schlechthin verschwunden und man sei gezwungen gewesen, sich ehrlich zu unterhalten. „Das wäre vermutlich das Ende der ganzen Menschheit gewesen“, ätzte Potthast, wäre nicht Petrus mit den „Naturgewalten als Tatwaffe“ eingeschritten. Am Ende seines Beitrags plädierte junge Poet in einem phänomenal vorgetragenen gregorianischen Choral – „Wenn Deinem faden Gespräch der Gesprächsfaden zu reißen droht“ – vehement dafür, über das Wetter zu reden: bei jeder Gelegenheit, an jedem Ort, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Ode auf Freising

Nicht sein Geburts- und nicht sein Wohnhort: In Freising ist der Poetry Slammer Philipp Potthast aber "zuhause".
Nicht sein Geburts- und nicht sein Wohnhort: In Freising ist der Poetry Slammer Philipp Potthast aber "zuhause".

Eigens für den Kulturempfang hatte der mit mehreren Preisen ausgezeichnete Poetry Slammer eine Ode an seine Heimatstadt getextet, genauer: Einen amüsanten Brief an Freising, das er ausgerechnet für München, den „Emporkömmling von flussaufwärts“, verlassen habe, „in dem man Kinder Maria und Korbinian tauft und niemand so wirklich die dritte Startbahn braucht“. Die sieben Hügel von Rom seien nichts gegen Lehrberg, Nährberg und Lehrberg, befand Potthast, allerdings stellten sich ihm auch einige Fragen. Eine davon: „Was ist eigentlich aufwendiger: Weltfrieden oder Abseits-Rettung?“

Für Gesprächsstoff abseits des Wetter-Themas war nach dieser ganz besonderen Liebeserklärung an Freising gesorgt.

Mehr Fotos in der Bildergalerie

Gute Stimmung und viele Gespräche: Nach dem "offiziellen Teil" knüpfen die Gäste Kontakte.
Gute Stimmung und viele Gespräche: Nach dem "offiziellen Teil" knüpfen die Gäste Kontakte.

Vom Kulturempfang können Sie sich auch in der Bildergalerie einen Eindruck machen - hier geht es zu den Impressionen des Abends.

Weiterhin sind die Galerien des Kulturempfangs 2016 und des Empfangs 2017 abrufbar.

Video-Clip der Ode auf Freising von Philipp Potthast

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