Ausstellung der Studienarbeiten im Lindenkeller

Innovative Ideen für Freising

Planungsreferent Franz Bernack (2.v.re) begutachtet die Modelle für die Nachfolgenutzung des Schulgrundstücks Neustift. (Foto: Stadt Freising)
Planungsreferent Franz Bernack (2.v.re) begutachtet die Modelle für die Nachfolgenutzung des Schulgrundstücks Neustift. (Foto: Stadt Freising)

Was für inspirierende Ideen für die Entwicklung von Freising! Mehr als 150 Studentinnen und Studenten haben sich mit fünf Flächen im Stadtgebiet beschäftigt und ganz unterschiedliche Nutzungsvorschläge ausgearbeitet. Ein Teil dieser Entwürfe – Pläne, Modelle und Broschüren – ist seit 07. November in der Ausstellung „Hochschule trifft Stadt“ im Lindenkeller (Oberhaus) zu sehen. Die Begeisterung über die Kreativität war bei der Eröffnungsveranstaltung groß: „Es sind viele spannende Ideen und Arbeiten dabei – man bekommt richtig Lust, die Projekte anzupacken“, sagte Franz Bernack, Planungsreferent des Stadtrats. Am 15. November findet im Rahmen der Ausstellung ein interessanter Diskussionsabend statt.

Planen ohne Vorgaben und Zwänge

Im Vordergrund Modelle für ein Kino im Bereich der Hochtrasse. (Foto: Stadt Freising)
Im Vordergrund Modelle für ein Kino im Bereich der Hochtrasse. (Foto: Stadt Freising)
Stadtbaumeisterin Barbara Schelle ist von den mutigen Anregungen begeistert. (Foto: Stadt Freising)
Stadtbaumeisterin Barbara Schelle ist von den mutigen Anregungen begeistert. (Foto: Stadt Freising)

Wenn sich Stadtplaner und Architekten mit der Zukunft eines  Areals beschäftigen, sitzen sie „nie vor einem weißen Blatt“, schilderte Stadtbaumeisterin Barbara Schelle das unvermeidliche Dilemma, dass Richtlinien, Kostenaspekte oder auch Investorenwünsche zu berücksichtigen sind. Diesen Zwängen mussten sich die Studierenden der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und der Technischen Universität München (TUM) bei ihren Arbeiten nicht stellen: „Sie zeigen, was geht, mit der Freiheit, alles denken zu dürfen und nicht an alles denken zu müssen“, formulierte es Professorin Hannelore Deubzer. Das „Frische und diese Energie in den Gedanken“ mache auch für Profis diese Entwürfe so interessant und berge ein großes Potenzial, unterstrich die Architektin.

Franz Bernack freute sich mit den jungen Leuten, dass ihre Arbeiten nicht „für den Papierkorb“ seien: Die Ausstellung beweise, dass sie sogar „einen super Mehrwert herausholen“. Die Studierenden zeigten Handlungsfelder, Risiken und Chancen für die bearbeiteten Flächen auf, lobte der Referent. Den Dozenten dankte er, dass sie Freisinger Themen aufgreifen, und dem Stadtplanungsamt mit Barbara Schelle für die engagierte Begleitung der Arbeiten sowie die Ausstellungsorganisation.

Naturteich am Fuße des Dombergs

Interessante Idee: ein Naturbad unterhalb des Domberg-Südhangs. (Foto: Stadt Freising)
Interessante Idee: ein Naturbad unterhalb des Domberg-Südhangs. (Foto: Stadt Freising)
Die Fischergasse aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt: Gestaltung von Verweilplätzen und Zugang zur Moosach. (Foto: Stadt Freising)
Die Fischergasse aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt: Gestaltung von Verweilplätzen und Zugang zur Moosach. (Foto: Stadt Freising)

Die Dozenten Prof. Regine Keller (TUM-Wissenschaftszentrum Weihenstephan) , Prof. Christoph Jensen (HSWT) und Prof. Hannelore Deubzer (TUM) führten kurz in die ausgestellten Projekte ein. Mehrere Bachelorarbeiten haben sich der Aufgabe gestellt, Stadt und Domberg enger in Kontakt zu bringen. Die Vielfalt der Ideen ist begeisternd: Da wird eine Seilbahn geplant, die am Südfuß des Dombergs fließende Moosach wird in ein Naturbad verwandelt, Spiel- und Rasenflächen mit Bühnen sollen die Freisinger/-innen auf den Berg locken.

Eine Arbeit befasst sich mit der zwischen Domberg und Hauptstraße gelegenen Fischergasse: Diese könne sich gegen diese beiden Orte „nicht durchsetzen und ihre eine Aufenthaltsqualität generieren.“ Ändern könnte man das durch die Schaffung von Plätzen: Der Kaufhaus-Parkplatz und der ehemalige Parkplatz neben dem Alten Gefängnis werden in den Skizzen zu gemütlichen Verweilorten mit Bäumen und Zugängen zur Moosach. Zudem entsteht eine neue Rampe als direkter Weg für Fußgänger und Radfahrer zum Dom. 

Kommunikatives Wohnen in Neustift

Studierende im 4. Semester Architektur haben sich überlegt, wie das Areal der Neustifter Schule nach deren Umzug in den SteinPark genutzt werden konnte. Dass die Stadt dort eine Wohnbebauung angedacht hat, wurde zwar berücksichtigt: „Aber das Grundstück ist so fantastisch, dass es nicht exklusivem Wohnen vorbehalten werden darf“, befand Professor Jensen. Tatsächlich präsentieren die Entwürfe unter dem Motto „Kommunikatives Wohnen“ keinen typischen Einfamilienhausbau, sondern Wohnhäuser mit unterschiedlicher Dichte sowie Räume für Gemeinschaftsaktivitäten und auch für eine öffentliche Nutzung. Von den 28 Entwürfen sind vier Projektvorschläge im Lindenkeller zu sehen.

Jugendherberge und Vorstadtkino

Ein Vorstadtkino als "Circle Cinema" links und rechts der Hochtrasse, dazwischenein öffentlicher Raum. (Foto: Stadt Freising)
Ein Vorstadtkino als "Circle Cinema" links und rechts der Hochtrasse, dazwischenein öffentlicher Raum. (Foto: Stadt Freising)

Stadtplaner/-innen im 6. Semester haben sich dem Bahnhofareal gewidmet – und durften dabei nicht nur Freiflächen, sondern auch das Gebäude überplanen, in dem die Post untergebracht ist. Eine Idee lautet, in diesem Bereich eine Jugendherberge zu situieren. Innovative Vorschläge präsentieren die Arbeiten der TUM-Absolventen, die sich mit einem „Vorstadtkino“ im Bereich des Angerbaderareals befasst haben – Blickfang darunter ist das „Circle Cinema“, das links und rechts von der Hochtrasse zwei halbrunde Baukörper vorsieht und unter der Hochtrasse einen öffentlich nutzbaren Raum entstehen lässt. 

Diskussionsabend „Kaleidoskop Freising“

Großes Interesse bei der Eröffnung der Ausstellung "Hochschule trifft Stadt".  (Foto: Stadt Freising)
Großes Interesse bei der Eröffnung der Ausstellung "Hochschule trifft Stadt". (Foto: Stadt Freising)

Am Mittwoch, 15. November 2017, 19 Uhr, findet ein offener Diskussionsabend zum Thema „Kaleidoskop Freising“ statt. Freisinger Persönlichkeiten präsentieren mit sieben Bildern in sieben Minuten ihren Blick auf Freising. Mit dabei sind: Barbara Baumann (Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin, architektur aktuell), Sebastian Habermeyer (Architekt, Stadtrat), Felix Metzler (Landschaftsarchitekt), Florian Notter (Stadthistoriker) und Florian Rüger (Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und öffentlichen Raum, WZW).

Öffnungszeiten der Ausstellung

„Hochschule trifft Stadt“  ist noch bis einschließlich Montag, 20. November 2017, im Oberhaus des Lindenkellers zu sehen: jeweils  ist montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 15 Uhr und sonntags von 10 bis 13 Uhr.

Bilder der Ausstellungseröffnung

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