Fotoausstellung des Stadtarchivs im Alten Gefängnis

Faszinierende Bilder aus den Jahren 1900 bis 1920

Großes Interesse an der neuesten Ausstellung des Stadtarchivs im Alten Gefängnis: Im größten der Galerieräume fanden die Gäste kaum Platz. (Foto: Stadt Freising)
Großes Interesse an der neuesten Ausstellung des Stadtarchivs im Alten Gefängnis: Im größten der Galerieräume fanden die Gäste kaum Platz. (Foto: Stadt Freising)

„Aufbruch und Umbruch“ heißt die neueste Ausstellung des Freisinger Stadtarchivs, die im Alten Gefängnis  80 Fotografien aus den Jahren 1900 bis 1920 präsentiert. „Eine wirklich spannende Zeit haben sich Florian Notter und sein Team ausgesucht“, befand Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher bei der Eröffnung am Donnerstag, 29. Juni 2017. Der OB hatte sich da bereits ausführlich in den Galerieräumen umgesehen – und auch die zahlreich erschienen Gäste inspizierten mit sichtbarer Begeisterung die hervorragende Auswahl, für die Stadthistoriker Florian Notter verantwortlich zeichnet. Notter sagte, zweifellos zutreffend, weder die Ausstellung noch der begleitende Katalog präsentiere die Stadtgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. „Aber wenn man die Bilder gesehen hat, weiß man deutlich mehr“, versicherte er.

Freising im frühen 20. Jahrhundert

Aufnahmen der Unteren Hauptstraße aus den Jahren 1908 bzw. 1903. (Foto: Stadt Freising)
Aufnahmen der Unteren Hauptstraße aus den Jahren 1908 bzw. 1903. (Foto: Stadt Freising)

OB Eschenbacher blendete in seinem Grußwort in jene Zeit zurück:

Freisings Bevölkerung wuchs; Neustift wurde eingemeindet; neue Stadtviertel wie das „Villenviertel“ nördlich der Altstadt entstanden; drei Fabriken – Steinecker, Schlüter und die Tuchfabrik Feller – produzierten im großem Maßstab; Kirche und Staat investierten kräftig in die Bildungsstätten auf dem Domberg und dem Weihenstephaner Berg; als Solitär entstand auf der Anhöhe nördlich der Altstadt die Kaserne und stärkte Freising als Garnisonsstandort; die Stadtpolitik versuchte Akzente einer modernen Stadtentwicklung zu setzen, so auch mit dem Neubau eines repräsentativen Rathauses, dem Luitpoldpark oder dem Bau des Schwimmbads. „Diese damals als positiv empfundene Entwicklung bremste der Ausbruch des ersten Weltkriegs 1914“,  schilderte Eschenbacher, auch in Freising hätten Krieg, die Revolution von 1918/1919 und schließlich die neue demokratische Ordnung das Leben spürbar verändert.

Bilder in den Kontext gesetzt

Präsentieren den neuen Katalog (v.l.)  Verleger Michael Volk, OB Tobias Eschenbacher, Alt-OB Dieter Thalhammer, Kulturreferent Hubert Hierl, Stadthistoriker Florian Notter, Referatsleiterin Ulrike Götz sowie im Hintergrund "Hausherr" Thomas Mücke. (Fot
Präsentieren den neuen Katalog (v.l.) Verleger Michael Volk, OB Tobias Eschenbacher, Alt-OB Dieter Thalhammer, Kulturreferent Hubert Hierl, Stadthistoriker Florian Notter, Referatsleiterin Ulrike Götz sowie im Hintergrund "Hausherr" Thomas Mücke. (Foto: Stadt Freising)

Die 80 Aufnahmen – sechs stammen aus diözesanen Beständen, einer von der Freiwilligen Feuerwehr und alle anderen aus der Fotosammlung des Stadtarchivs – nehmen den Betrachter mit auf eine faszinierende Reise in jene Zeit. Präsentiert werden die Fotografien aber nicht in einer zeitlichen Abfolge: Neben einer Reihe von Freisinger Gesamtansichten sind die Stadtviertel thematisch zusammengefasst.  Eine kostenlose kleine Broschüre bietet prägnante wie interessante Erläuterungen zu den jeweiligen Motiven.

Alt-OB Dieter Thalhammer bedankte sich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Vereins „Freunde des Stadtarchivs Freising“ bei Notter und seinem Team für die Ausstellung: „Sie haben wieder beweisen, dass ihnen Freising und seine Geschichte sehr am Herzen liegt.“  Florian Notter sagte, eine Fotoausstellung sein „keine besonders innovative Sache“, habe aber dennoch ihren Reiz und mache Sinn. Denn das große Interesse an der umfangreichen historischen Fotosammlung und den über 7000 Postkarten des Stadtarchivs auf der einen Seite und diverse Plattformen in sozialen Netzwerken für Lokalfotografie machten deutlich, dass eine Einrichtung wie das Stadtarchiv „nicht hintan stehen darf“, betonte Notter: „Wir haben ganz andere Möglichkeiten der Quellenrecherche und vor allem können wir die Bilder in ihren Kontext setzen.“

Ausstellung läuft bis 13. August

Im Buchhandel und beim Volk Verlag erhältlich: der neueste Katalog aus der Feder von Stadthistoriker Florian Notter. (Foto: Stadt Freising)
Im Buchhandel und beim Volk Verlag erhältlich: der neueste Katalog aus der Feder von Stadthistoriker Florian Notter. (Foto: Stadt Freising)

Mit dieser Ausstellung, die von Verleger Michael  gestaltet wurde, knüpft das Stadtarchiv an die Schau „Freising in der Frühzeit der Fotografie“ an, die vor zwei Jahren am gleichen Ort Bilder aus den Jahren 1860 bis 1890 präsentierte. Wie damals ist wieder ein hervorragender Katalog erschienen. Der Band „Aufbruch und Umbruch. Freising in Fotografien der Jahre 1900 bis 1920“ ist im Buchhandel oder unter www.volkverlag.de erhältlich (24,90 Euro). Die Ausstellung läuft noch bis 13. August 2017, jeweils Mittwoch bis Freitag von 17 bis 22 Uhr und am Wochenende von 10.30 bis 19 Uhr. Jeweils  samstags werden um 14.30 Uhr kostenlose Führungen (45 Minuten) angeboten.

Blick in die Ausstellung

OB Tobias Eschenbacher neben dem Bild seines Amtszimmers im damals neuen Rathaus 1908. (Foto: Stadt Freising)
OB Tobias Eschenbacher neben dem Bild seines Amtszimmers im damals neuen Rathaus 1908. (Foto: Stadt Freising)
Grenzbeschilderung zwischen der Stadt und dem Bezirksamt, um 1920. (Foto: Stadt Freising)
Grenzbeschilderung zwischen der Stadt und dem Bezirksamt, unbekannter Fotograf um 1920. (Foto: Stadt Freising)
Fischzuchtanstalt in Lerchenfeld 1906
Fischzuchtanstalt in Lerchenfeld 1906
Großübung der Feuerwehr anlässlich ihre 50-jährigen Bestehens, 1913
Großübung der Freisinger Feuerwehr, 1913
Maschinenfabrik Anton Steinecker, um 1907
Maschinenfabrik Anton Steinecker, um 1907
Das Schwimmbad in Lerchenfeld, um 1903
Das Schwimmbad in Lerchenfeld, um 1903

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