Neuedition der Messe von Placidus von Camerloher

Stadt erhält einer von drei Partitur-Exemplaren

Dommusikdirektor Egger überreicht die Partitur an OB Eschenbacher, Kulturreferent Hierl und Stadthistoriker Notter (von rechts, Foto: Stadt Freising).
Dommusikdirektor Egger überreicht die Partitur an OB Eschenbacher, Kulturreferent Hierl und Stadthistoriker Notter (von rechts, Foto: Stadt Freising).

Bei der Übergabe der Partitur berichtete Egger, wie er sich mit Placidus von Camerloher auseinandergesetzt, ja sich „in seine Werke gestürzt“ sowie sich vorbereitend mit Freisinger Musikerkolleg*innen ausgetauscht habe. Mit Hermann Stuhlfelder hatte der Dommusikdirektor er einen renommierten Musikwissenschaftler an seiner Seite, „der schlummernde alte Schätze ans Licht führt“, so Egger. Dazu zählen Camerlohers Kompositionen – entstanden in der Übergangszeit zwischen Barock und Klassik und daher bald vergessen – und insbesondere auch die Missa solemnis D-Dur. Sie wohl 1763 zur Weihe von Fürstbischof Wenzeslaus komponiert und „zu 99 Prozent“ seither erstmals im vergangenen Jahr zur Aufführung gekommen, vermutet Matthias Egger.

Neuedition des Werks von Placidus von Camerloher. (Foto: Stadt Freising9
Neuedition des Werks von Placidus von Camerloher. (Foto: Stadt Freising9

Bei der großartigen Neuedition der Messe, an der Egger vier Monate lang „in jeder freien Minute“ gearbeitet hatte, war es schließlich das Ziel, nicht nur ein wissenschaftlich fundiertes Buch vorzulegen. „Sie sollte erklingen und öfters aufgeführt werden.“ Die Darbietung im April 2018 machte die Virtuosität der Camerloher´schen Komposition und zugleich den hohen Anspruch deutlich. Egger: „Die Freisinger Hofkapelle muss sehr gut und auf hohem Niveau gearbeitet haben, denn die Messe hat sehr anspruchsvolle Partien.“

OB Eschenbacher freute sich ebenso wie Kulturreferent Hubert Hierl über das über das Jubiläumsjahr hinausreichende Geschenk: „So wird Placidus von Camerloher, der ja in Freising gewirkt hat, wieder zum Leben erweckt“, sagte Eschenbacher. Aufbewahrt wird die Partitur im Stadtarchiv: „Wir haben eine Musikaliensammlung, die mehr als 30 Meter, überwiegend mit Handschriften, umfasst,“ schilderte Stadthistoriker Florian Notter. Als eines der moderneren Dokumente wird nun die Neuedition der Missa solemnis in D eingereiht.

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