Weniger Obst und Gemüse wegwerfen

Nachhaltigkeitspreis für Nadine Keßler

Herzlichen Glückwunsch! Die Bachelor-Arbeit von Nadine Keßler, Absolventin der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), wurde in München mit dem Nachhaltigkeitspreis der Selbach-Umwelt-Stiftung ausgezeichnet. Darauf weist die HSWT in einer Medieninformation hin. Der Hochschulstandort Freising gratuliert ganz herzlich zur Auszeichnung, die auf ihre Weise hoffentlich den Weg in die Praxis ebnet. Betreuer der Bachelorarbeit war Prof. Dr. Dominikus Kittemann.

„In ihrer Arbeit beschäftigt sich die 29-Jährige damit, wie Lebensmittelverluste bei Obst und Gemüse im Privathaushalt reduziert werden können, wenn das entsprechende Wissen zur idealen Lagerung der Nahrungsmittel gegeben ist“, schreibt die HSWT in ihrer Pressemitteilung. „Der Nachhaltigkeitspreis für herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten an Münchner Hochschulen wird alle zwei Jahre verliehen und soll Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler dazu motivieren, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Gestiftet wird der Preis von der Selbach-Umwelt-Stiftung, dem Trägerkreis gehören der BenE München e.V., der Verein für Nachhaltigkeit e.V. sowie das Rachel Carson Center for Environment and Society an.

Keßlers Arbeit setzt bei einem bekannten Problem an: In Deutschland werden jährlich rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, ein Großteil der Verluste findet auf Verbraucherebene statt. Die Produktgruppe Obst und Gemüse hat dabei mit fast 50 Prozent den größten Anteil. Deshalb befragte Keßler für ihre Abschlussarbeit an der Fakultät ,Gartenbau und Lebensmitteltechnologie‘ der HSWT Privatpersonen zu deren häuslicher Obst- und Gemüselagerung. Die Ergebnisse zeigen, dass es vielfältige Gründe dafür gibt, dass Konsumentinnen und Konsumenten Obst und Gemüse wegwerfen: Zum einen tragen lagerunabhängige Faktoren wie zu große Packungen, das Einkaufsverhalten und mangelnde Qualität der Produkte zu Verlusten bei. Zum anderen sind lagerabhängige Faktoren wie zu warme Temperaturen oder nicht beachtetes Transpirations- und Atmungsverhalten von Gemüse zu nennen.

Hilfreich: Leicht zugängliche Informationen zur richtigen Lagerung

Keßler kommt zu dem Schluss, dass vor allem beim Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten anzusetzen ist, damit Lebensmittelverluste bei Obst und Gemüse verringert werden können. Um Verlusten entgegenzuwirken, die durch falsche Lagerung entstehen, sei es notwendig, Verbraucherinnen und Verbraucher über Faktoren aufzuklären, die die Qualität bei der Aufbewahrung zuhause beeinflussen. Die Interviews machten deutlich, dass der Großteil der Befragten gerne Tipps zur richtigen Lagerhaltung hätte, aber selten auf Quellen aus dem Internet zurückgreift. Keßler resümiert deshalb, dass derartige Informationen möglichst zentral an der Einkaufsstätte verfügbar sein sollten, um mit geringem Aufwand in den Alltag integriert werden zu können. Zu diesem Zweck entwickelte die Bachelorandin Informationskarten, auf denen Lagerungstipps für das jeweilige Obst /   Gemüse stehen. Die Idee ist, diese Informationen im Supermarkt für die Kunden zur Mitnahme bereitzulegen.

Dr. Gesa Lüdecke vom Rachel Carson Center der Ludwigs-Maximilians-Universität München, die den Preis an HSWT-Absolventin Keßler überreichte, betonte in ihrer Laudatio: ,Frau Keßler liefert mit dem Lagerungskartensystem für Obst und Gemüse, das in Supermärkten ausgelegt werden kann, wichtige Hinweise für den Verbraucher und damit einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung‘“, schließt die HSWT in ihrer Medieninformation.

In eigener Sache: Als Universitätsstadt, die sich im Wissen um die großartigen Leistungen am Standort Freising mit einem eigenen „Wissenschaftspreis Weihenstephan der Stadt Freising“ auch selbst engagiert, weist Freising in loser Folge online auf Aktuelles aus Lehre und Forschung „made in Freising“ hin.

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