Spannende Einblicke in die interkommunale Zusammenarbeit

ILE Kulturraum Ampertal zu Gast bei der ILE Gäuboden

"Beeindruckend!", fand Rupert Popp, Allershausens Bürgermeister und Vorsitzender des ILE Kulturraum Ampertal, die Entstehung und das Konzept hinter der niederbayerischen ILE Gäuboden, die sich Vertreter*innen der ILE Ampertal bei einer Exkursion näher angesehen haben. Sie bekamen spannende Einblicke in verschiedene Modelle der interkommunalen Zusammenarbeit und nahmen Erkenntnisse mit, die auch für ihre Arbeit im Landkreis Freising von Nutzen sein können.

Ein nachhaltiges Bündnis: Freising und die ILE Ampertal
Die Integrierte Ländlichen Entwicklung Ampertal (ILE) ist ein Zusammenschluss der Stadt Freising und weiteren elf Gemeinden im Ampertal: Allershausen, Attenkirchen, Fahrenzhausen, Haag a. d. Amper, Hohenkammer, Kirchdorf a. d. Amper, Kranzberg, Langenbach, Paunzhausen, Wolfersdorf und Zolling. Themen, die bearbeitet werden, sind die Sicherung des Naherholungsraumes und der Hochwasserschutz ebenso wie ein gemeindeübergreifendes Mobilitätskonzept. Die gemeinsamen Aktivitäten werden unterstützt und gefördert vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern.

ILE-Mitglieder*innen aus dem Landkreis Freising und Nina Huber, Geschäftsleiterin des Kulturraum Ampertal, bekamen bei der Exkursion einen Überblick, was sich bei den Verwaltungen aus der Straubinger Region in jüngerer Vergangenheit anders entwickelt hat – (Amper-)Tal trifft (Gäu-)Boden quasi: 

ILE Ampertal zu Gast beim "bayerischen Vorzeigeprojekt"
Den Anfang machte das Standesamt. Personelle Engpässe, komplexer werdende Aufgabenstellungen, Einsparungen von Kosten und ein gegenseitiges "Ausleihen" von fachlicher Kompetenz unter den Gemeinden ließ die Idee keimen, verschiedene Aufgabenbereiche der Kommunen zusammenzulegen. So wurde das Standesamt Gäuboden für sechs Gemeinden gegründet, Sitz des Standesamtes ist die Verwaltungsgemeinschaft Aiterhofen. Das Personalwesen wurde in der Verwaltungsgemeinschaft Straßkirchen zusammengeführt, die Rentenstelle in Oberschneiding und die Steuerverwaltung in der Gemeinde Leiblfing. Was sich hier in der ILE Gäuboden etabliert hat, suche seinesgleichen. Die ILE mit ihrer Verwaltungszusammenarbeit gilt als Vorzeigeprojekt in ganz Bayern. "Viele Vorteile bringt die Zusammenarbeit mit sich", lobte denn auch der Bürgermeister von Salching und derzeitiger ILE-Vorsitzender Alfons Neumeier das entstandene Konstrukt. Mitarbeiter*innen, die früher viele verschiedene Tätigkeitsfelder bearbeiteten, können sich jetzt auf einige wenige konzentrieren und diese Arbeiten damit effektiver erledigen.

Das bringe wesentliche Vorteile mit sich: "Die Mitarbeiter*innen sind kompetenter, können sich auf steigende Herausforderungen schneller einstellen. Zusätzlich sind nachweisbar Einsparung bei den Sachkosten möglich!", resümierte Bürgermeister Manfred Krä aus Aiterhofen. Die sieben Mitgliedsgemeinden, von denen sechs im Verwaltungsbereich zusammenarbeiten, seien einzigartig in ihren Kooperationen und so erhielten sie regelmäßig Besuch von interessierten Kommunalvertreter*innen, berichtet Günter Stephan, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Aiterhofen. Und diesen intensiven Austausch pflegen sie gerne, untereinander mit den Mitgliedsgemeinden und auch mit anderen ILE's. "Denn davon profitieren alle!", so die einhellige Meinung.

Interkommunale Zusammenarbeit auch in Freising kein Novum
Auch im Landkreis Freising bzw. innerhalb der ILE Ampertal gibt es bereits positive Erfahrungen mit einer interkommunalen Zusammenarbeit zwischen der Großen Kreisstadt Freising und der Gemeinde Langenbach:  Seit 01. Januar 2019 werden alle Geburten, Eheschließungen, Sterbefälle, Kirchenaustritte und sonstige Personenstandsänderungen im Gemeindegebiet Langenbach vom Standesamt Freising bearbeitet, einzig standesamtliche Trauungen sind weiterhin auch in Langenbach möglich. 

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