Sofortmaßnahmen im Hirschbacher Wald

ILE Ampertal unterstützt Waldbesitzervereinigung

Sturmtief Sabine hat ganze Arbeit geleistet im Baumbestand westlich von Kirchdorf. Die Integrierte Ländlichen Entwicklung Ampertal (ILE), ein Zusammenschluss der Stadt Freising und weiteren elf Gemeinden im Ampertal, fand in Kooperation mit der Waldbesitzervereinigung eine schnelle Lösung um mit den massiven Sturmschäden umzugehen.

Ca. 3.000 Festmeter Holz und die gleiche Menge an Schüttraummetern Hackschnitzel, so die vorsichtige Schätzung von Josef Denk, erster Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Freising sind dem Unwetter zum Opfer gefallen, das meiste davon Fichten. Und somit tickt nun eine Zeitbombe. Denn bevor der Borkenkäfer sich ab Mai über die gefällten Gehölze hermacht, müssen diese entfernt sein, sonst droht eine Invasion. Und eine Massenvermehrung der Borkenkäfer muss unbedingt vermieden werden, so Revierleiter Freising Nord Michael Matuschek. Die möglichen Folgen beobachten seine bayrischen Kollegen nach Windwurfereignissen, Fichtenforste sind trotz Einsatz von Insektiziden schwer zu erhalten. Und auf diese müssen wir hier, im Seitental und Einzugsbereich der Amper unbedingt verzichten, so Bürgermeister Uwe Gerlsbeck. 

Somit sind schnelle, unbürokratische Lösungen gefragt: Für die privaten Waldbesitzer*innen sind die anfallenden Mengen kaum mehr zu handhaben, zumal die Aufarbeitung von Windwurf zu den gefährlichsten im Wald überhaupt gehört, so der WBV- Förster Ingo Kellner. Und der Markt für Fichtenholz ist momentan gesättigt.

Gemeinde Kirchdorf fungiert als Abnehmerin
Stammholz wird der Sägeindustrie zugeführt, für das Kronenholz wären Hackschnitzel eine optimale Lösung, erklärt Josef Denk. An diesem Punkt kommt die Gemeinde Kirchdorf ins Spiel: Diese betreibt ein Wärmenetz mit Hackschnitzel. Und als Großabnehmerin ohne eigene Lagerflächen ist sie auf regelmäßige Lieferungen angewiesen.

Aber die Qualität muss passen, gab Karl Denk von der Gemeinde Kirchdorf und zuständig für die reibungslose Funktion des Wärmenetzes, zu Bedenken. Selbstverständlich, beschwichtigten die WBV-Vertreter*innen, würde man geeignetes Material häckseln, trocknen und dann bis zur Verwendung zwischenlagern.

Die Finanzen im Blick hatte Bürgermeister Uwe Gerlsbeck. Die momentanen Kosten für den Kubikmeter dürften nicht überstiegen werden, dann könne er sich auch eine längere Belieferung vorstellen. Und auch da gaben die Mitarbeiter*innen der WBV grünes Licht, denn die Ausgaben für die Sofortmaßnahmen werden durch Fördergelder des Bayrischen Staatsministerium deutlich reduziert.

Stadt Freising stellt zum Wohle des Klimas kurze Wege sicher
Die Stadt Freising bietet kostenlos Flächen als Zwischendepot an und trägt somit ihren Teil zum Klimaschutz beiträgt. Damit können kurze Wege für Abnehmer vor Ort realisiert werden. Durch einen Aufruf über das Netzwerk ILE Ampertal fanden sich schnell noch weitere Interessierte an dem Material.  

Energie aus den CO2- Speichern des Waldes ohne lange Transportwege in Wärme umzusetzen ist mit die nachhaltigste Möglichkeit zu heizen und somit ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz. Durch schnelle Unterstützung und Zusammenarbeit konnte der Schaden für die Waldbesitzer*innen reduziert und auch ein ökologisches Unglück vermieden werden.

Ein nachhaltiges Bündnis: Freising und die ILE Ampertal
Die Integrierte Ländlichen Entwicklung Ampertal (ILE) ist ein Zusammenschluss der Stadt Freising und weiteren elf Gemeinden im Ampertal: Allershausen, Attenkirchen, Fahrenzhausen, Haag a. d. Amper, Hohenkammer, Kirchdorf a. d. Amper, Kranzberg, Langenbach, Paunzhausen, Wolfersdorf und Zolling. Themen, die bearbeitet werden, sind die Sicherung des Naherholungsraumes und der Hochwasserschutz ebenso wie ein gemeindeübergreifendes Mobilitätskonzept.

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