Schüler-Waldprojekt gewinnt Dätzel-Medaille

Auszeichnung durch das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan

Das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan hat das Schüler-Waldprojekt an der Mittelschule Essenbach mit der Georg-Dätzel-Medaille "für besondere Leistungen in der Anwendung, Umsetzung und Verbreitung von Waldwissen" ausgezeichnet. Darüber berichtet das Zentrum in einer Medieninformation. Zahlreiche Gäste aus Forschung und Lehre, Politik, Waldbesitz und Verbänden wohnten demnach der Feierlichkeit im Rahmen des Neujahrsempfangs in Freising bei. Die Schulklassen hatten sich beim Projekt intensiv mit Themen rund um den Wald auseinandergesetzt und sie auf vielfältige Weise aufbereitet und präsentiert.

Professor Volker Zahner begrüßte als Leiter des Forstzentrums Preisträger*innen und Gäste und eröffnete die Veranstaltung mit den Worten: "Der letzte Sommer brachte mit extremer Hitze und Trockenheit immense Waldschäden, selbst an unseren heimischen Laubbäumen wie den Buchen. Gleichzeitig ist der Wald in das Bewusstsein der Gesellschaft vorgedrungen. Er ist präsent in den Medien, in Kino, Fernsehen oder Zeitungen. Es gibt eine Vielzahl neuer Bücher und volle Vortragssäle. Wir Menschen brauchen den Wald, und jetzt braucht er uns, das ist glaube ich allen klar geworden. Viele Bürger*innen werden aktiv. Sie spenden für den Wald oder pflanzen selber Bäume. Aber es ist auch der Punkt gekommen, an dem man neues Wissen braucht!" Als Forschungs- und Lehrstandort befasst sich das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan mit allen Fragen rund um Wald und Biodiversität, Holz und Nachhaltigkeit, erarbeitet neues Wissen und gibt dieses weiter.

"Auch im Wald-Projekt von Lehrerin Bettina Graßl ging es um das Teilen von Wissen", so Zahner. Die Schüler*innen der achten Klasse der Mittelschule Essenbach entwickelten eine große Waldausstellung zum Mitmachen für mehrere Grundschulklassen und Eltern. "Diesmal war es aber andersrum, wir von der Klasse 9a haben den jüngeren Schülern etwas beigebracht. Diesmal waren wir die Lehrer“, berichtete die Schülerin Franzi Niedermeier. Die Klasse 9a war für die Preisverleihung fast vollständig angereist. Professor Reinhard Mosandl überreichte als Vorsitzender des Fördervereins Zentrum Wald-Forst-Holz e.V. die Urkunde und die Georg-Dätzel-Medaille an die Achtklässler. "Mit dem Preis würdigen wir Initiativen oder Aktionen, welche die Anwendung und Umsetzung von Waldwissen und seine Verbreitung fördern und damit eine Brücke zwischen forstlicher Forschung und der Gesellschaft bauen", erläutert Mosandl.

Intensive Aufbereitung hat sich gelohnt
Die Schüler*innen bereiteten das Thema Wald multimedial auf: Sie erstellten Arbeitsmappen, Aufgabenstellungen, Erklär-Videos und präsentierten alles in der großen Ausstellung. "Die Vorbereitungen waren ganz schön anstrengend. Fast zwei Monate lang hat das unsere Lehrerin Frau Graßl mit uns organisiert. Wir sind extra in den Wald gegangen um Zweige, Zapfen und Moos für die Ausstellung zu holen", erzählte Franzi Niedermeier. Sie und ihre Mitschülerin Lisa Eppeneder stellten die Ausstellung näher vor: "An einer Station ging es um die Kunst des Fährtenlesens, an der Nächsten um alles rund um Vögel. An unserem Stand war das Reh etwas ganz wichtiges. Überhaupt waren an vielen Ständen Tierpräparate dabei. So konnten sich die Kinder alles genau ansehen. Sie mussten aber auch Aufgaben lösen und konnten sich ihre Lieblings-Tierspur abstempeln. Jede Station war anders aufgebaut und jetzt, wo wir alles geschafft haben, sind wir ganz schön stolz!" Insgesamt sieben Stationen gingen auf die vielfältigen Funktionen des Waldes ein. Über ein Zeitungsprojekt wurde die Waldausstellung auch nach außen getragen und mit einem dritten Platz ausgezeichnet.

Lehrerin Bettina Graßl betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit für das Gelingen war: "Es liefen Kooperation zwischen Schule, Gemeinde, Umweltreferenten und natürlich auch Förster und Jäger. Nur wenn ein enges Netzwerk zwischen allen Fachbereichen aufgebaut wird, kann letztlich ein gegenseitiger Wissensaustausch und eine umfassende Bereicherung aller Beteiligten stattfinden."

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