Nachwuchsforscher erhält Förderpreis der Gesellschaft für Ökologie

Kritische Auseinandersetzung mit Energiepflanzenanbau

Der Klimawandel geht uns alle an – weltweit versuchen Forscher*innen aus den verschiedensten Fachbereichen zu verstehen, wie der Klimawandel abläuft und Vorhersagen zu treffen, welche Folgen klimaschädliches Verhalten für das Leben in der Zukunft haben wird. Einer von ihnen ist Dr. Christian Hof vom Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie der TU München in Weihenstephan, der für seine Arbeit nun mit dem Horst-Wiehe-Förderpreis der Gesellschaft für Ökologie ausgezeichnet worden ist.

Dr. Hof befasst sich mit seiner vom Bayerischen Klimaforschungsnetzwerk "bayklif" geförderten Juniorforschungsgruppe mit den Auswirkungen des Klima- und Landnutzungswandels auf die Verbreitungsgebiete und Biodiversität verschiedener Tiergruppen.

In seiner Forschungsarbeit zu den Auswirkungen des Klima- und Landnutzungswandels auf die globale Wirbeltiervielfalt bewertet er die Ausweitung des Energiepflanzenanbaus zur Bekämpfung des Klimawandels kritisch.

Ausweitung der Anbauflächen bedroht biologische Vielfalt

In einer kürzlich im Fachjournal PNAS (Proceedings of the National Academy of the USA) erschienenen Studie hat Dr. Hof untersucht, wie sich die Artenvielfalt der Wirbeltiere unter verschiedenen Klimawandel-Szenarien voraussichtlich entwickeln wird.

Dabei zeigte sich: Die Ausweitung der Anbauflächen für Bioenergiepflanzen wie beispielsweise Mais oder Raps bedroht die biologische Vielfalt. Wenn für die Bekämpfung des Klimawandels vor allem auf den Ausbau von Bioenergiepflanzen gesetzt wird, könnten ähnlich viele Tierarten lokal aussterben wie unter einem Szenario, in dem der Klimawandel kaum gebremst wird. Diese Bioenergie-Strategie, die den Klimawandel verlangsamen soll, schadet der Vielfalt der Wirbeltiere also ebenso sehr wie die direkten Folgen des Klimawandels selbst.

Zum Preis

Die Gesellschaft für Ökologie (GfÖ) ist eine unabhängige wissenschaftliche Organisation, die 1970 gegründet wurde. Ihr Ziel ist es, grundlagenorientierte und angewandte ökologische Wissenschaften zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen ökologischen Disziplinen zu verbessern. Die GfÖ vergibt den Horst-Wiehe-Förderpreis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten über ökologische Themen in der Regel alle zwei Jahre. Er ist mit einem Preisgeld in der Höhe von 1.500 € dotiert.

Zum Preisträger

Dr. Christian Hof studierte Biologie an der Philipps-Universität Marburg. Nach der Promotion in Kopenhagen wechselte er wissenschaftlicher Mitarbeiter ans Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt. Seit 2015 ist er Mitglied der Jungen Akademie. Seit 2018 leitet er eine Juniorforschergruppe des Bayerischen Klimaforschungsnetzwerks bayklif an der TU München.

In eigener Sache

Als Universitätsstadt, die sich mit einem eigenen „Wissenschaftspreis Weihenstephan der Stadt Freising“ im Wissen um die großartigen Leistungen am Standort Freising auch selbst engagiert, weist Freising in loser Folge online auf Aktuelles aus Lehre und Forschung „made in Freising“ hin.

Gemeinsam mit der TUM bietet die Stadt Freising die Veranstaltungsreihe "TUM@Freising – Wissenschaft erklärt für ALLE“ an, die regelmäßig für einen spannenden Austausch zwischen Wissenschaftlern/-innen und der interessierten Bevölkerung sorgt.

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