Maihochwasser fördert die Gewässerentwicklung der Mittleren Isar

Isaruferweg in Teilbereich gesperrt

Die Mittlere Isar hat ein großes Problem, sie tieft sich immer weiter ein. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, wurde 2016 in einer Pilotstrecke unterhalb der Acheringer Schwelle stellenweise der massive Uferverbau entfernt. Das Hochwasser der vergangenen Tage hat ganze Arbeit geleistet – die Isar hat ein Stück Freiheit zurückgewonnen. Der entstandene Uferanbruch, der aus Gesichtspunkten der Gewässerentwicklung positiv gesehen wird, könnte für Spaziergänger/-innen, Jogger/-innen und Fahrradfahrer/-innen gefährlich werden. Der Isaruferweg ist deshalb an dieser Stelle gesperrt, der Abschnitt kann jedoch auf vorhandenen anderen Wegen leicht umgangen werden, so das Wasserwirtschaftsamt München in einer Medieninformation.

Seit dem Ausbau der Mittleren Isar in den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts ist die Mittlere Isar über weite Strecken ein kanalisiertes Fließgewässer mit geradlinigen, steilen und massiv gesicherten Uferböschungen. Eine massive Eintiefung des Gewässers war die Folge. Noch im Jahre 1926 lag die Sohle der Mittleren Isar bei Achering fünf bis sechs Meter höher als heute. Die Eintiefung führt auch zur Absenkung der Grundwasserstände in den umliegenden Flussauen. Diese zeichnen sich als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten mit trockenen, insbesondere aber auch mit feuchten und durchnässten Standorten aus. Zudem besteht die Gefahr eines Sohldurchschlags bei großen Abflussmengen wie im Hochwasserfall, bei welchen die Flusssohle in den tertiären Schichten bis zu einem Meter auf einmal einbrechen kann.

Als eine Gegenmaßnahme wurde im Jahr 2016 in einer Pilotstrecke unterhalb der Acheringer Schwelle der bestehende Längsverbau am rechten Ufer entfernt. Die ehemalige Ufersicherung aus Wasserbausteinen ist als strömungslenkendes Element in Form von Steinbuhnen und als Strukturelement im Gewässerbett eingebaut.

Eine ideale Angriffsfläche für die Isar, wie sich beim zurückliegenden Maihochwasser gezeigt hat: Der Fluss hat sich wie erhofft Material aus dem Ufer geholt, das Gewässerbett hat sich verbreitert. Der entstandene Uferanbruch bietet nun zusätzlich Lebensraum für Eisvogel und Uferschwalbe. Die weitere, natürliche Gewässerentwicklung wird den dynamischen Erosionsprozessen überlassen. Mit dem Ufer ist auch ein Teil des Isaruferwegs weggebrochen. Da dies für Spaziergänger/-innen, Jogger/-innen und Fahrradfahrer/-innen gefährlich werden könnte, wurde der Abschnitt zwischenzeitlich abgesperrt. Auf vorhandenen Wegen kann die betroffene Strecke leicht umgangen werden.

Weitere Informationen zum Gewässerentwicklungskonzept für die Mittlere Isar sind im Internetangebot des Wasserwirtschaftsamts München zu finden.

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