Interkulturelle Woche ein voller Erfolg

Für mehr Miteinander in der Stadt

Ein ausgesprochen positives Resümee der Interkulturellen Woche 2019 konnte die Interkulturelle Stelle der Stadt Freising während der Sitzung der Projektgruppe "Migration und Teilhabe" des Agenda21- und Sozialbeirats in Lerchenfeld ziehen: Die bundesweite Woche, die in diesem Jahr unter dem Motto "Zusammen leben, zusammen wachsen" in vielen deutschen Städten begangen wurde, war mit ihrem vielseitigen Programm auch in Freising auf lebhafte Resonanz gestoßen.

"Wir wollten nicht nur ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung setzen, sondern auch auf das beeindruckende Freisinger Netzwerk aufmerksam machen, das bauen kann auf Migranten*innen-Organisationen, soziale Institutionen, bürgerschaftliches Engagement, Religionsgemeinschaften und Kulturschaffende aus der Stadt“, freuten sich Integrationsbeauftragte Sina Hörl und die Vertreter*innen vieler unterschiedlicher Freisinger Institutionen, die am Programm beteiligt waren, über den gemeinsamen, nachhaltigen Erfolg. So wird beispielsweise der "Miteinander reden"-Stammtisch in der Stadtbibliothek, der in der Interkulturellen Woche seinen Auftakt gefunden hatte, weitergeführt: An den Terminen 27. November und 18. Dezember (jeweils mittwochs) sind von 17 bis 19 Uhr alle, die in ungezwungener Atmosphäre ihre Deutschkenntnisse verbessern möchten, herzlich zu den weiteren Treffen in die Stadtbibliothek eingeladen.

Fotoausstellungen, Dokumentarfilme und Poetry-Slams bereichern die Woche

Bei der Fotoausstellung "Erzähl der Stadt von dir" im Vis-á-Vis hatten junge Freisinger*innen die Möglichkeit, von sich und ihrem Leben in der Stadt zu erzählen; schließlich konnten die Teilnehmenden in einer interaktiven Foto-Ecke auch selbst Teil der Ausstellung werden. Bei einer Filmvorstellung zur Seenotrettung auf dem Mittelmeer im "Raum der Begegnung" wurde der Dokumentarfilm "Eldorado" von Markus Imhoof gezeigt, der in eindrucksvollen Filmszenen offenlegt, was es heißt, in der heutigen Zeitund im heutigen Europa Hilfe zu suchen. Poetisch wurde es bei der Slam-Show mit Philipp Potthast, Mate Tabula und Antonia Riedmair, die mit ihren teils gesellschaftskritischen Texten das Publikum begeisterten.

Die Stadt von einer ganz neuen Seite zu erleben war Ziel des interkulturellen "Walk & Talk" durch Freising. Meral Meindl, interkulturelle Trainerin und selbst Freisingerin, zeigte den Teilnehmenden Orte, an denen interkulturelles Leben stattfindet. Dabei konnten sowohl neue Räume entdeckt als auch bereits bekannte Stationen, wie beispielsweise der Bahnhof, noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet werden. Integrationsbeauftragte Hörl verwies am Bahnhof auf die Freisinger Ausstellung "Erinnerungen – Hatiralar", die als ein weiterer Programmpunkt während der Interkulturellen Woche zu sehen war: Freisinger*innen vermitteln in dieser Ausstellung ganz besondere Einblicke in die Zeit und die damaligen Lebensumstände während des Anwerbeabkommens zwischen der Türkei und Deutschland. Diese Thematik wurde auch im Lindenkeller vom Theater Ulüm aufgegriffen, die bereits zum zweiten Mal in der Interkulturellen Woche in Freising zu Gast war. Im neuen Stück der Gruppe wurden sowohl Diskriminierungserfahrungen in Deutschland als auch die über 58-jährige Migrationsgeschichte samt der daraus resultierenden, veränderten Lebensgewohnheiten der "Deutsch-Türken" angesprochen.

"Freising frühstückt" wird immer beliebter

Auch "Freising frühstückt" – eine Veranstaltung, die bislang dreimal jährlich vom Müttercafé Freising, dem Arbeitskreis Asyl und der Interkulturellen Stelle der Stadt immer im Amtsgerichtsgarten organisiert worden war und in der Interkulturellen Woche zum ersten Mal zentral in der Stadt am Kriegerdenkmal stattgefunden hat – war ein voller Erfolg: "Besonders schön war, dass sich viele Freisinger*innen, die zufälligen vorbei kamen, hier in der Oberen Altstadt spontan dazugesellten", zeigen sich die Veranstalter*innen überzeugt vom Erfolg des Ortswechsels: "Genau so soll es schließlich sein! Wir wollen Menschen zusammenzubringen, die bisher keine Berührungspunkte miteinander hatten und ihnen die Möglichkeit geben, in einen zwanglosen Austausch zu treten. Und letztlich geht es auch einfach darum, beim gemeinsamen Frühstück eine gute Zeit in unserer wunderschönen Stadt zu verbringen!"

Das Frühstück soll im nächsten Jahr ab dem Frühling an mehreren Terminen zentral in der Innenstadt abgehalten werden. Und auch die Interkulturelle Woche selbst, so einhellige Meinung, soll 2020 in Freising wieder mit einem bunten Programm für alle stattfinden - für noch mehr Miteinander in der Stadt!

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