Gemeinschaftsaktion „Blaue Wunder 112“: Neuer Blick auf Hilfsorganisationen

BRK, FFW und THW feiern erfolgreiche Auftaktveranstaltung für Freisinger Informationskampagne im fresch

Neue und vor allem gemeinsame Wege gehen die drei Freisinger Hilfsorganisationen Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Ortsverband Freising (THW), Freiwillige Feuerwehr Freising e. V. (FFW) und Bayerisches Rotes Kreuz Freising (BRK) in der Werbung um neue Helfer/-innen. Eine erste gemeinsame Kampagne wurde Mitte August im Freisinger Erlebnisbad fresch erfolgreich umgesetzt.

THW, FFW und BRK – „drei Hilfsorganisationen in der Stadt Freising, deren Struktur unterschiedlicher nicht sein könnte, deren Aufgaben und Zuständigkeiten sich unterscheiden, die aber eines eint: Der Auftrag, Menschen in Not vor allem in der Stadt Freising, aber auch im Landkreis und bei großen Unglücksfällen auch weit darüber hinaus, zu helfen“, fasst THW-Ortsbeauftragter Michael Wüst gemeinsamen Inhalt und Auftrag zusammen. Auch ein Problem kennen alle drei Hilfsorganisationen:  die immer geringer werdende Bereitschaft aus der Mitte der Bevölkerung, sich aktiv für die Mitbürger/-innen einzusetzen und Teil des ehrenamtlich getragenen Hilfeleistungssystems zu werden.

Nicht zuletzt der politisch beschlossene Wegfall der Wehrpflicht habe über die Jahre einerseits die Nachwuchssituation in den Hilfsorganisationen verschärft und andererseits auch merklich dazu beigetragen, „dass der Teil ,etwas für die Gesellschaft tun‘ in der Gleichung ,Geben und Nehmen‘ stark an Wert und Relevanz verloren hat“, schreibt Wüst in der Medieninformation über den Aktionstag am Samstag, 17. August 2019.

„Werde Blaulicht & rette die reale Welt“

Bei einer Spendenübergabe als Dank für den Einsatz aller drei Hilfsorganisationen im Oberland nach der Schneekatastrophe im Januar 2019 hatten die drei Hilfsorganisationen Michael Kasper von der Freisinger Agentur Kasper Communications kennengelernt;  im Gespräch wurde die Idee geboren, gemeinsam gegen das Nachwuchs- und Helfer/-innen-Problem in den Hilfsorganisationen anzugehen, ein Konzept und eine Marke mit Logo für alle drei Organisationen zu kreieren –  „Blaue Wunder 112“ ist das Ergebnis vielstündiger Kreativarbeit: Zentrale und alle Hilfsorganisationen der Stadt Freising vereinende Elemente dieser Marke sind das Blaulicht und die deutschlandweite Notrufnummer 112. Ergänzt wird die Marke durch die Headline „Werde Blaulicht & rette die reale Welt“ als Anspielung darauf, dass es auch abseits von XBox und Co. im echten Leben spannende und leider manchmal auch gefährliche Abenteuer zu bestehen gilt, wie es in der Medieninformation des THW heißt.

Engagement im Ehrenamt macht Spaß!

„Wir wollen mit ,Blaue Wunder 112‘ vor allem interessiertem Nachwuchs zeigen, dass Engagement im Ehrenamt Spaß macht", sagt Thilo Kachel, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Freising. Michael Wüst vom THW Freising, ergänzt: „Uns geht es nicht nur um Nachwuchssuche. Natürlich sind die ,Blauen Wunder 112‘ immer für neue Mitglieder offen – egal, welchen Alters. Aber wir wollen auch zeigen, dass es cool ist, als Blaulicht gemeinsam in der realen Welt zu retten!" Außerdem, ergänzt Albert Söhl, Kreisgeschäftsführer beim Bayerischen Roten Kreuz im Kreisverband Freising, „wollen wir die Notrufnummer 112 bei der Bevölkerung bekannter machen und zeigen, wie unsere Arbeit aussieht".

Vorführungen und Mitmachstationen  

Bei der Auftaktveranstaltung zu „Blaue Wunder 112" am 17. August 2019 im fresch präsentierten sich die drei Freisinger Hilfsorganisationen der Zielgruppe „Kinder und Jugendliche“ von 10 bis 18 Uhr  nicht nur mit Fahrzeugen und Ausstattung, durch Atemschutzgeräteträger von THW und Feuerwehr oder Rettungstaucher der Wasserwacht im Sprungbecken. Vor allem die Blaulichtrallye über sechs Mitmachstationen, die alle dem wesentlichen Charakter der jeweiligen Hilfsorganisation entsprachen, sorgte für großen Andrang bei den kleinen und manchmal auch nicht mehr ganz so kleinen Besucherinnen und Besuchern des fresch. Jede Stunde verlosten die drei Hilfsorganisationen unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Besuche für jeweils zehn Freunde bei einer Hilfsorganisation nach Wahl des Gewinners. Die Freisinger Stadtwerke, als Betreiber des neuen Erlebnisbads spendierten jedem Gewinner zusätzlich eine Familientageskarte für das fresch.

„Wir hatten natürlich damit gerechnet, dass die Besucher des fresch an der Blaulichtrallye teilnehmen würden“, sagt Peter Binner, als Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit auf THW-Seite maßgeblicher Planer der Veranstaltung. „Aber dass Kinder mit ihren Eltern sogar extra wegen ,Blaue Wunder 112‘ aus anderen Städten wie München oder Regensburg ins fresch nach Freising gekommen sind, dass hätten wir dann doch nicht zu träumen gewagt!" Es war freilich der verdiente Lohn für jede Menge Arbeit:  „Es ist einfach zu sagen, ,hey, lasst uns mal eine gemeinsame Aktion machen. Am Besten im Schwimmbad‘. Aber es bedarf eines Haufens Arbeit aller Beteiligten, guter Kontakte und vor allem Partnern, die das mit uns professionell umsetzen“, freut sich Peter Binner über die gelungene Aktion zum Auftakt von „Blaue Wunder 112“ und die vielfältige Unterstützung durch Kasper Communications, die Stadtwerke Freising mit dem fresch, aber auch durch die Stadtverwaltung. „Genau das ist die Art von Wertschätzung, die wir uns in unserem Ehrenamt wünschen“, ergänzt Wüst.   

Als Hilfsorganisationen enger zusammengerückt

Den äußerst erfolgreichen Auftakt ließen die gut 50 beteiligten Helferinnen und Helfer von BRK, THW und Feuerwehr am Abend dann noch mit einem gemeinsamen Grillfest in der Unterkunft des THW Freising ausklingen. Gemeinsames Resümee: „Die Blaue Wunder 112“- Veranstaltung tagsüber im fresch habe neben der Nachwuchswerbung noch einen weiteren, äußerst wichtigen Nebeneffekt gezeigt: „Wir sind als Hilfsorganisationen heute deutlich näher zusammengerückt. Die Menschen, die unsere Organisationen bilden und die letztlich im Einsatz zusammenarbeiten können und müssen, sind deutlich näher zusammengerückt. Wir haben nicht das Unterscheidende zwischen uns gesucht und herausgestellt, wir haben gemeinsam das Verbindende gefunden und gezeigt. Ihr alle, egal ob THW‘ler, Feuerwehrler oder BRK-Angehöriger, Ihr alle habt heute eindrucksvoll gezeigt: Miteinander und Zusammenarbeit sind keine Worthülsen. In Freising sind sie gelebte Realität“, unterstrich Wüst bei seinen Dankesworten an die Einsatzkräfte von BRK, Feuerwehr und THW.

„Die Veranstaltung im fresch heute war ein Auftakt“, bekräftigte auch Thilo Kachel, Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Freising e. V. bei gleicher Gelegenheit. „Aber es soll, es darf und es wird keine Einmalaktion bleiben. Wir sind uns einig, dass wir die Marke ,Blaue Wunder 112‘ langfristig etablieren und auch zukünftig regelmäßig gemeinsame Aktionen, ergänzend zu den üblichen organisationsinternen Veranstaltungen und Events, durchführen werden.“ Ein ausdrücklicher Dank aller Beteiligten ging abschließend an die Verpflegungseinheit des THW Freising, die während der Veranstaltung im fresch die Verpflegung der Kräfte übernommen hatte.    

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