Freisings Straßen werden digital vermessen

Untersuchung von 280 Kilometern zugunsten der Straßenerhaltung

Das "Instrument" hat sich bewährt: Ab Anfang August 2020 wird das Straßennetz der Stadt Freising für eine aktuelle visuelle Dokumentation erneut durch das Ingenieurbüro LEHMANN + PARTNER GmbH aus Erfurt befahren und digital vermessen. Bereits ab kommender Woche werden sogenannte Passpunkte markiert, damit die Aufnahmen aufgrund genau bestimmbarer Lagen passgenau in das Geografische Informationssystem der Stadt eingepflegt werden können. Erstmals war eine entsprechende Dokumentation 2012 durchgeführt worden. Auf Basis des daraus abgeleiteten Maßnahmenkataloges wurden seither rund 80.000 m² Fahrbahndecken erneuert und 35.000m² komplett ausgebaut.

Im März 2020 hatte der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt beschlossen, zur Fortführung einer systematischen Straßenerhaltung den Straßenbestand jetzt erneut einer aktuellen Bewertung zu unterziehen. Schließlich verändert sich Straßenzustand laufend durch die alltägliche Beanspruchung, durch Witterungseinflüsse, Aufgrabungen oder Materialermüdung durch Alterung. Natürlich gibt es auch Verbesserungen durch die Umsetzung von Erhaltungsmaßnahmen. Untersucht werden rund 280 Straßenkilometer, die Vermessung ist wetterabhängig. Auf Basis der aktuell erhobenen Daten kann erneut eine Prioritätenliste erstellt werden, die neben einer sinnvollen Reihung auch Handlungsempfehlungen zur Wirtschaftlichkeit der Erhaltungsmaßnahmen gibt.

Zum Einsatz kommt ein Messfahrzeug mit zertifizierter Technik, das u.a. mit hochauflösenden Kameras und Scannern ausgestattet ist. "Die fünf Kameras sind auf den gesamten Straßenraum ausgerichtet", erklärt Projektleiter Steve Szatmári-Zink die technische Verfahrensweise. "Die eingesetzten Scanner erstellen ein 3D-Modell des Verkehrsraums und tasten die Fahrbahnoberflächen virtuell ab, um so Unebenheiten im Millimeterbereich zu erfassen. Mit Hilfe der Kameras werden zudem alle Oberflächenschäden dokumentiert und auch detailliert ausgewertet."

Die erhobenen Straßenzustandsdaten werden anschließend weiterverarbeitet und fließen gezielt in die Entwicklung eines Erhaltungsprogramms ein. Dabei werden die Ergebnisse aus der erstmaligen Analyse aus dem 2012 sowie die Baumaßnahmen der vergangenen acht Jahre berücksichtigt.

Ziel ist es, den Straßenbau und die Straßenunterhaltung weiterhin zielgerichtet planen zu können, um so die finanziellen Mittel so effektiv wie möglich einzusetzen. Die Bestimmungen des Datenschutzes werden selbstverständlich eingehalten, die erhobenen Daten ausschließlich zu internen Zwecken in der Verwaltung genutzt, also nicht im Internet veröffentlicht. Das Gesamtprojekt soll nach Möglichkeit noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, im städtischen Haushalt sind rund 180.000 Euro vorgesehen.

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