Freisinger Thomas Goerge gewinnt Kulturpreis 2021

Landkreis verleiht zudem Anerkennungs- und Förderpreise

Die Kulturpreisträger 2021 des Landkreises Freising stehen fest. Die Stadt gratuliert natürlich allen engagierten Kulturschaffenden - besonders aber Kulturpreisträger Thomas Goerge, einem gebürtigen Freisinger, der das Kulturleben der Domstadt immer wieder durch herausragende Inszenierungen bereichert. Herzlichen Glückwunsch für die Verleihung des Anerkennungspreises auch an Johannes "Häns" Czernik, der als Lehrer an unserer Musikschule wirkt.

Das Landratsamt hat das Ergebnis am 17. November in folgender Pressemitteilung bekanntgegeben:

Der Landkreis Freising verleiht alle zwei Jahre einen Kulturpreis. Daneben können Preise zur Anerkennung und Förderung vergeben werden. Eine Jury aus Kreisräten, Landrat Helmut Petz und der Kreisheimatpflege hat nun aus einer Vielzahl von Vorschlägen die Preisträger ausgewählt:

Der Kulturpreis 2021 wird an den Regisseur Thomas Goerge aus Hallbergmoos verliehen. Bereits als Schüler beschäftigte sich Thomas Goerge mit dem Theater. Nach dem Studium der Bühnen- und Filmgestaltung an der Universität für angewandte Kunst in Wien begann seine Laufbahn als Bühnenbildner in Frankfurt, Berlin, Hamburg, München und Stuttgart. In Bayreuth arbeitete er am Bühnenbild für die Parsifal-Inszenierung von Christoph Schlingensief. Auf der 54. Biennale in Venedig waren seine Bühneninstallation im Deutschen Pavillon zu sehen. Als Regisseur inszenierte er Opern in Berlin, München und Wien. Seine Installationen zum Kunstprojekt „Caprificus“ wurden in Hannover, Frankfurt und Freising ausgestellt. Thomas Goerge illustrierte mehrere Kinderbücher und Romane. Die szenische Lesung des Romans „Das Geheimnis der Krypta“ von Carl Amery war 2015 ein Projekt im Landkreis Freising. George verband hier auf spannende Weise Literatur, Musik und Theater. Seitdem werden jedes Jahr Neuinszenierungen auf die Bühne gebracht. Für die Aufführung von „Siegfried“ im Rahmen des Hallbergmooser Kultursommers 2017 mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und der Ringerjugend des SV Siegfried wurde Thomas Goerge 2018 mit dem Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet. Goerges letztes großes Gesamtkunstwerk in Hallbergmoos war „75 Hektar Wiese {460 m ü. N. N.}“,das die Geschichte der Senderwiese von Erching vom Urknall bis zur Zukunft erzählt.

Je ein Anerkennungspreis geht an den Historiker Dr. Dominik Reither aus Moosburg, den Musiker Johannes „Häns“ Czernik aus Wippenhausen und den Klavierbauer Walter Thumann aus Giggenhausen.

Der Jurist und Historiker Dr. Dominik Reither setzt sich intensiv mit der Geschichte seiner Heimatstadt Moosburg auseinander. Die Früchte dieser Arbeit sind bis heute zahlreiche Vorträge, Zeitungsartikel, Aufsätze in Fachzeitschriften und Monographien. Mehrere Bücher über die Geschichte Moosburgs hat Reither bislang geschrieben – unter anderem zur historischen Entwicklung der Dreirosenstadt im Kontext mit den konkurrierenden Herzogstädten im Norden und Süden, zu den Auswirkungen des 30-jährigen Krieges und der beiden Weltkriege in Moosburg und über das ehemalige Kriegsgefangenenlager Stalag VIIA und die Entnazifizierung.

Johannes Czernik ist Instrumentalist, Komponist und Musikpädagoge. Schon als Student spielte er mit Rockbands wie „Schein“, „Jumpin’ Jacks“ und „Hard Rain“. Weit über die Landkreisgrenzen wurde er vor allem als Lead-Sänger von „Luz Amoi“ und durch seine Zusammenarbeit mit Tom Appel bekannt. Er ist in zahlreichen musikalischen Stilrichtungen zu Hause, Czernik beherrscht Rock-Pop, Jazz und Klassik gleichermaßen. Nicht nur als Lehrer fördert er den musikalischen Nachwuchs.

Walter Thumann schloss seine Lehre zum Klavier- und Cembalobauer als Bayerischer Landessieger ab. In seiner Giggenhausener Werkstatt baut, repariert und verkauft er Klaviere. Berühmte Pianistinnen und Pianisten wie Rudolf Buchbinder oder Alfred Brendel lassen vor ihren Konzerten ihre Flügel von Thumann stimmen. Aber auch Künstler wie Sir Elton John und Konstantin Wecker ließen bereits ihre Instrumente von ihm warten. Walter Thumann beherrscht ein extrem anspruchsvolles Kunsthandwerk und bewahrt ein hohes Kulturgut.

Einen Förderpreis erhält das Jugendblasorchester (JUBO) Hohenkammer. Die Blasmusik Hohenkammer ist ein junger Verein, der sich erst 2006 gründete. Das Jugendblasorchester besteht aus 24 Kindern und Jugendlichen im Alter von 13 bis 21 Jahren und bringt sich aktiv in das musikalische Gemeindeleben ein, etwa beim Seniorennachmittag, beim Sommerfest des Krieger- und Soldatenvereins oder beim Martinsumzug. Außerdem musiziert das JUBO in Kleingruppen, z.B. bei Hoagarten und einmal im Jahr gibt es ein größeres Konzert. Das JUBO ist mittlerweile eine feste Größe im Kulturleben zwischen Glonn und Amper.

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