Freising als Modellprojekt

Anerkennung für ökologisches Wohnquartier

Große Anerkennung haben die Überlegungen der Stadt Freising für das Gebiet Obere Pfalzgrafstraße/Am Stengerbach gefunden: Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bauen und Verkehr berücksichtigt die Freisinger Planung als Modellvorhaben im Experimentellen Wohnungsbau zum Thema "Klimaanpassung im Wohnungsbau: Bauen und Leben mit dem Klimawandel – Neue Anforderungen an Wohngebäude und Freiflächen". Im Planungsgebiet südlich der Isarauen soll eine ökologische und familiengerechte Modellsiedlung entstehen, die für die Bewohner*innen ein zukunftsfähiges und qualitätsvolles Wohnquartier darstellt. Neben Planungsqualität und Ökonomie sind ökologische Werte und soziale Nachhaltigkeit Kernziele der Überlegungen. Der Freistaat beteiligt sich im Rahmen der Wohnraumförderung und gibt Zuschüsse für den Wettbewerb. Die Fördersumme richtet sich u.a. danach, wie viele und welche Wohnungen am Ende entstehen.

Im rund 1,8 ha großen Areal zwischen Isarstraße und Angerbach befinden sich u.a. acht bebaubare Grundstücke in städtischem Eigentum. Der Fokus des Modellvorhabens liegt auf Bauprojekten mit Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern. Die stark sanierungsbedürftigen und folglich teils leerstehenden Wohngebäude entsprechen nicht mehr dem heutigen Wohnstandard.

Bezahlbarer Wohnungsmix 
Durch eine städtebauliche Neuordnung soll in mehreren Bauabschnitten eine zeitgemäße, qualitätsvolle Bebauung mit letztlich rund 100 Wohnungen entstehen – im Bestand befinden sich 68 meist kleinere, sozial geförderte Wohnungen. Die bereits erstellte Machbarkeitsstudie, wie sie Basis war für die Bewerbung als Modellvorhaben der Regierung, sieht einen verträglichen Wohnungsmix für bezahlbaren und geförderten Wohnungsbau vor. Auch Genossenschaften mit einem Anteil von mindestens 30 Prozent für Wohnungen nach Einkommensorientierter Förderung (EOF) sollen berücksichtigt werden, Generationenwohnen möglich sein. Die vorhandenen Naturflächen und ihr wertvoller Baumbestand sind dabei zu schützen und im Zusammenhang mit den Gebäuden so zu entwickeln, dass attraktive und gut nutzbare Grünflächen entstehen. Den Klimaentwicklungen entsprechend, sollen ausdrücklich entsprechende Luftschneisen berücksichtigt werden.

Im Auftrag der Stadt hatte das Münchner Büro Ebe / Ausfelder / Partner zwei Umsetzungsvarianten erstellt und diskutiert, die beide das Ziel eines "Klima-neutralen Baugebietes" erfüllen, wie es die Freisinger Klimaoffensive anregt: Durch die Sanierung des Bestandes und ergänzende Neubauten auf den bislang freien Grundstücken kann ein spannender Mix aus kleineren Wohnungen und größeren Wohneinheiten für Familien geschaffen werden.

Stadt Freising schreibt Realisierungswettbewerb aus
Zentrale Überlegungen sind eine hohe Aufenthaltsqualität, eine multifunktionale Nutzbarkeit der Freiflächen, strukturreiche Lebensräume für die Bürger*innen  sowie eine Stärkung der lokalen Artenvielfalt. Mit Aufnahme des Projektes der Stadt Freising als einem von insgesamt zehn Modellprojekte des Experimentellen Wohnungsbaus für klimaangepasstes und nachhaltiges Bauen in ganz Bayern kann die Stadt Freising in einem nächsten Schritt einen Realisierungswettbewerb ausloben. Die Ausschreibung erfolgt voraussichtlich noch in diesem Jahr, mit ersten Ergebnissen ist im kommenden Jahr zu rechnen. Realisiert, so viel ist bereits klar, wird die neue Modellsiedlung in mehreren Bauabschnitten.

Im Vorfeld der Umsetzung des Modellvorhabens wird ein Gebäude an der Pfalzgrafstraße 14 zeitnah saniert, um kurzfristig mit Einfachastwohnungen auf besondere Herausforderungen reagieren zu können. Der Finanz- und Verwaltungsausschuss hat dafür 280.000 Euro bereitgestellt.

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